Wie reist man mit dem Auto durch Österreich während Corona?
Auf der Reise in die Steiermark beschäftigte uns die Frage „Wie reist man mit dem Auto durch Österreich während Corona?“ Worauf müssen wir uns einstellen? Wie ist das mit den Verhaltensregeln, die uns Corona abverlangt? Es sind zwar Dinge gelockert worden. In Österreich gehen die Lockerungen weiter als in Bayern. Aber auch in Österreich gibt es Corona Hotspots. Zum Zeitpunkt unserer Reise ist einer davon in der Region Linz – nur etwas abseits der Strecke, die wir in die Steiermark fahren. Was bedeutet dies für uns und unsere Verhaltensweise, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten? Wie hat Corona das Reisen mit dem Auto verändert?

Die soll kein Artikel über die Corona-Bestimmungen in Österreich werden. Da sich diese ständig ändern, können wir diese Informationen nicht aktuell halten. Auf dem Tourismusportal Österreichs sind diese Bestimmungen jedoch einsehbar. Hier beschreiben wir, wie wir unsere Reise mit dem Auto durch Österreich während Corona erlebt und empfunden haben.

Wie erleben wir unseren Roadtrip durch Österreich?
Es war unsere erste Reise nach dem Lockdown. Etwas mulmig war uns schon, hatten wir uns doch erst wenige Wochen zuvor wieder aus unserer Selbst-Isolation gewagt. Erste Autofahrten in unserer Umgebung unternommen. Selbst im Supermarkt eingekauft. Unsere Lebensmittel nicht mehr liefern lassen. Hofläden entdeckt, in denen wir auch in Zukunft öfter einkaufen werden. Da wir als Reiseblogger viel zu Hause arbeiten, ist das Zuhausebleiben für uns nichts Neues. Das Reisen in Corona-Zeiten jedoch schon.
Warum entscheiden wir uns für eine Reise mit dem Auto durch Österreich?
Eine virenfreie Reise?
Mit dem Auto zu reisen ist nicht nachhaltig. Das ist uns klar. In Zeiten von Corona sind Autos jedoch eines der Fortbewegungsmittel, das Sicherheit bietet. Wir reisen zu zweit und können so Kontakt zu anderen Menschen vermeiden. Das Auto desinfizieren wir selbst. Daher wissen wir, wann, wie oft und wie intensiv wir dies tun. Im Auto nehmen wir Dinge mit, die uns unterwegs den Umgang mit Corona erleichtern. Desinfektionsmittel gehören normalerweise nicht zu unserem Reisegepäck. Diesmal jedoch schon. Da wir nicht wissen, wie vor Ort mit Hygiene umgegangen wird, gibt uns das ein Gefühl der Sicherheit.

Bei Pausen in Raststätten lassen sich Kontakte nicht vermeiden. Seit 1. Juli 2020 ist in Österreich die Maskenpflicht für Service-Personal abgeschafft. (Anmerkung: ab dem 24.7.2020 ist sie wieder eingeführt.) Etwas befremdlich ist dies vor allem an einer Raststätte, die nicht weit von einem Corona Hotspot entfernt liegt. Das scheinen andere Gaststättenbesucher ähnlich zu empfinden. Viele von ihnen tragen Masken, während die Bedienung am Buffet keine trägt.
Vor dem Eingang zum Buffet-Bereich steht eine Desinfektionssäule. An dieser kann man sich die Hände reinigen. Die Tatsache, dass hier – wie schon in Vor-Corona-Zeiten – Salate, Speisen und Kuchen in Buffet-Form angeboten werden, macht uns unsicher.

Die Gaststätten-Besucher setzen sich an einen der Tische im Freien weit weg voneinander. Im Inneren der Raststätte verzehrt nur ein Paar sein Essen am Tisch.
Sanitärbereiche in der Raststätte
Ganz kontaktfrei ist ein Besuch einer Raststätte nicht. In den Sanitäranlagen fallen uns keine Schutzmaßnahmen auf. Türgriffe fasst jeder an. Desinfektionsmittel stehen dafür nicht zur Verfügung. Umso gründlicher wasche ich mir nach dem Benutzen meine Hände.
Entlang der Strecke fällt mir ein Rastplatz auf, der gesperrt ist. Dort stehen zwei Toilettenhäuschen, in denen eine Umgebung ohne Viren nicht möglich ist. Ich kenne den Grund für die Sperrung des Parkplatzes zwar nicht, kann mir aber vorstellen, dass dies einer der Gründe ist.
Planst Du also eine Autoreise durch Österreich, solltest Du Dich darauf einstellen.

Gaststätten unterwegs
Auffallend war, dass alle Gaststätten und Restaurants entlang der Bundesstraßen auf unserer Strecke am Tag unserer Anreise – einem Mittwoch – geschlossen waren. Ich konnte kein Restaurant in den Dörfern entlang der Strecke entdecken, das geöffnet war. Bei der Rückreise war dies anders. Wir fuhren am Samstag zurück nach Hause. Dabei sah ich entlang derselben Bundesstraße mehrere Gasthöfe, die wir hätten besuchen können. Offenbar rechnen die Wirte dann mit Tagesausflüglern aus der Umgebung. Der Durchgangsverkehr bringt wahrscheinlich zu wenig Geschäft, damit sich die Öffnung des Restaurants lohnt.
Wo sind Corona Hotspots?
Während der Reise behielten wir die Meldungen über Corona Hotspots im Blick. Wir wollten keine Quarantäne riskieren, die uns vierzehn Tage irgendwo festhält. Dies geht in Österreich am besten über die Website des Gesundheitsministeriums. In den CSV Downloads erfährst Du, wie sich die Infektions-Zahlen entlang Deiner Strecke entwickeln. So kannst Du die Situation im Blick behalten und falls nötig, Deine Pläne umdisponieren.
Bei der Hotelbuchung auf Stornobedingungen achten
Davon waren wir auf unserer Reise zwar nicht betroffen, da wir in die Klöster eingeladen waren. Buchst Du jedoch Deine Reise, dann lohnt es sich, bei der Auswahl der Unterkunft darauf zu achten, dass diese Stornerung ohne Kosten anbieten. Viele Gastwirte, Hoteliers und Ferienhaus-Vermieter haben sich inzwischen darauf eingestellt. Bei Hotelvermittlern wie booking.com* kannst Du gezielt nach Unterkünften mit Stornierung ohne Kosten und Voraus- oder Anzahlung suchen.
Was wir für Autoreisen in Zeiten von Corona gelernt haben?
Verpflegung unterwegs
- Führt die Strecke über Landstraßen abseits der Autobahnen und dauert sie länger, dann nehmen wir uns Proviant und Getränke mit. Ein Picknick im Freien lässt sich kontaktfrei organisieren. Außerdem macht es unabhängig von Restaurant-Öffnungen.
- Planen wir einen Zwischenstopp in einem Restaurant, dann rufen wir dort an, ob es an unserem Reisetag geöffnet ist. Falls nötig, reservieren wir einen Tisch.
Hygiene en Route
- Für Sanitäranlagen, die wir unterwegs nutzen, nehmen wir Desinfektionstücher mit. Mit diesen reinigen wir Türgriffe und Sanitarien selbst. Nur so können wir sicherstellen, dass diese virenfrei sind.
- Masken setzen wir immer auf, wenn wir Räume oder Restaurants betreten. Wenn diese auch nicht mehr überall vorgeschrieben sind, ist es ein Zeichen von Respekt gegenüber den Menschen, mit denen wir zu tun haben. Corona ist immer noch da.
Reisevorbereitung
- Wir besorgen uns Atemschutzmasken und Schnelltests für unterwegs.
- In Zeiten von Corona kommen für uns nur Unterkünfte in Frage, die eine Stornierung ohne Kosten und Voraus- oder Anzahlung anbieten. So bleiben wir flexibel und sparen uns Kosten und Streitigkeiten.
- Bei Unterkünften achten wir darauf, dass diese wenig Kontakt mit dem Personal erfordern.
- Vor der Reise nach Österreich laden wir uns die Contact-Tracing-App Österreichs aufs Handy. Diese steht über den App Store und Google Play zur Verfügung.
- Wir informieren uns vor der Reise, wo sich Corona Hotspots entlang der Fahrtstrecke befinden. Diese umfahren wir großräumig. Falls das nicht möglich ist, planen wir in diesen Regionen keine Stops ein.

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen wird eine Autoreise nach Österreich in Corona Zeiten zu einer Genuss Reise. Damit auch eine kulinarische Reise zum Vergnügen wird, achten wir auf Umgang ohne Kontakt mit den Menschen vor Ort. Dass wir aus Respekt vor dem Gegenüber eine Maske tragen, versteht sich von selbst.

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Quelle für Autoreisen durch Österreich während Corona: Recherchen vor Ort
Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs