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Mit dem Wasserflugzeug über die 30000 Inseln der Georgian Bay in Ontario

Mit dem Wasserflugzeug über die 30000 Inseln in Ontario © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Im September 2010 lerne ich zum ersten Mal die Georgian Bay am Ostende des Lake Huron kennen. Den einzigen Ort, den ich bis dahin in dieser Region Kanadas kannte, war Wasaga Beach mit seinem kilometerlangen Sandstrand. Von der Georgian Bay habe ich so gut wie keine Vorstellung, und ich ahne nicht, wie schön diese Region Kanadas ist.

 

James Ferguson und sein Copilot Steve © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir – d.h. mein Mann und ich – sind eingeladen von Georgian Bay Airways zu einem Rundflug über die 30000 Inseln mit einem Mittagessen in “Henry’s Restaurant”, einem Fischrestaurant, das auf einer der äußeren Inseln des Archipels liegt und nur per Wasserflugzeug oder Boot zu erreichen ist. Eigentlich hatten wir gehofft, dass die Herbstfärbung der Wälder schon etwas weiter fortgeschritten ist, aber sie ist in diesen nördlichen Regionen Ontarios Ende September noch besonders intensiv. Es leuchten zwar inzwischen einige Bäume rot oder gelb aus den Wäldern heraus, aber der Höhepunkte der Laubfärbung ist wohl erst nach unserer Abreise Anfang Oktober zu erwarten.

Aber was soll es! Ein Flug mit dem Wasserflugzeug ist auch im Sommer ein schönes Erlebnis. Und das Wetter spielt mit. Tiefblauer Himmel und strahlender Sonnenschein! Was wollen wir mehr?

 

Tiefblaue Seen und winzige Inseln an der Georgian Bay © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Die Crew von Georgian Bay Airways empfängt uns sehr freundlich in ihrem kleinen Terminal am Hafen von Parry Sound, einem kleinen Ort, der als Ausgangsort für Ausflügler und Cottage Besitzer auf den 30000 Inseln gilt. Die “Deckhand”, d.h. der junge Mann, der für alles zuständig ist, das vor dem Abflug erledigt werden muss – Auftanken des Flugzeugs, Pflege und Wartung der Maschinen usw. – führt uns über den schwankenden Steg zu unserem Flugzeug. Da ich in Alaska und im Yukon schon oft mit Wasserflugzeugen unterwegs war, bin ich erst einmal erstaunt, wie klein diese Maschinen an der Georgian Bay sind. Überlegt man jedoch, dass damit nicht unbedingt die Lebensmittel für ein ganzes Jahr transportiert werden müssen, wie das im hohen Norden des Landes oft notwendig ist, dann macht es Sinn, in diesen Regionen kleinere Flugzeuge einzusetzen.

Auf unserem Flug sollen vier Personen mit fliegen: mein Mann und ich, der Pilot – James Ferguson – und sein Co-Pilot Steve, der als Neuling in der Region die Route kennen lernen soll. Platz ist nicht viel in der Maschine, aber es reicht, um sich einen Überblick über die unter uns liegende Wasser- und Inselwelt zu verschaffen. Und Fotografieren und Filmen geht auch.

 

Hauptverkehrsmittel: Wasserflugzeug © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Nach dem Start suchen wir uns erst einmal tieferes Fahrwasser für den Start, denn mit voll getanktem Flugzeug und vier Personen an Bord können wir – wegen des hohen Gewichts – nicht gleich von der Hafen Bucht aus starten. Mit Blick auf den offenen See geht es dann los. James startet mit Vollgas, die Maschine wird immer schneller, und die äußeren Vororte von Parry Sound und die Salzberge, die in den Hafenregionen bereits für den kommenden Winter bereit liegen, flitzen immer schneller an uns vorbei. Vom eigentlichen Start bekommt man bei ruhiger See in einem Wasserflugzeug nicht viel mit. Plötzlich ist man in der Luft mit einem fantastischen Ausblick auf die unter uns liegende Welt tiefer Wälder, kleiner Seen und Teiche und Wasserläufe, die große und kleine Inseln voneinander trennen.

Erst aus der Luft bekommt man einen Eindruck von der Größe der Inselwelt, die die Südostecke der Georgian Bay charakterisiert. Hier gibt es wirklich Tausende von Inseln – manche so groß, dass darauf große Villen mit Tennisplatz und Swimmingpool Platz finden, andere nicht mehr als nur ein kleiner Fels, der aus der Wasseroberfläche herausragt. Die Inseln mit großen Anwesen sind jedoch an einer Hand zu zählen. Kleine Cottages und Holzhäuschen trifft man auf den 30000 Islands wesentlich häufiger an als die Nobelvillen der reichen Städter in Kanada.

 

Auf geht’s zum Rundflug © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Unterwegs werden wir von leichten Turbulenzen durch gerüttelt, so dass es nicht ganz einfach ist, Fotos zu machen, die nicht verwackelt sind, und Kurzfilme zu drehen, in denen nicht plötzliche Flugbewegungen das Bild verzerren. Was ist doch die digitale Fotografie für ein Segen! Fotografieren, was das Zeug hält, und anschließend den Ausschuss aussortieren. Früher wären dafür zahlreiche – und teure – Filme verschwendet worden.

Auch unsere Landung vor Henry’s Restaurant bekommen wir kaum mit, so sanft taucht das Wasserflugzeug ins ruhige Wasser des Sees ein. Es dauert noch etwas, bis wir am Anlegesteg ankommen – die Propeller dürfen hier nicht eingeschaltet bleiben. Fluglärm soll möglichst vermieden werden, denn direkt neben der Anlegestelle befinden sich einige Sommerhäuschen.

Am Anlegesteg angekommen blicken wir auf eine ganze Reihe von Stegen, an denen es im Sommer wahrscheinlich von Booten wimmelt. Wir sind allerdings hier nur wenige Tage, bevor Henry’s für den Winter schließt, und wir sind die einzigen Gäste. Ein ganz besonderes Gefühl, die Inselwelt der 30000 Inseln fast für uns zu haben.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Diese Reise haben wir selbst finanziert.

Text: © Copyright  Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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