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Die Cherokee Indianer - Trail of Tears - Der Zug der Tränen zu Favoriten hinzufügen


Die Cherokee Teil II
- Neue Gesellschaft und Zivilisation -

Ein neuer Beginn - Ende 18. Jahrhundert
Sequoyah und das Cherokee Alphabet
"The Phoenix"
New Echota
Weiterführende Links
Weiterführende Literatur

Geschichte Georgia
Indianer

Ein neuer Beginn - Ende 18. Jahrhundert

Nach der amerikanischen Unabhängigkeit muß Präsident George Washington Grenzstreitigkeiten zwischen weißen Siedlern und den Cherokee schlichten. Hier stoßen zwei Welten aufeinander - während die Siedler ein individualistisches Weltbild haben, bestimmt bei den Cherokee der Klan das Dasein. Wenn ein Stammesmitglied die Klaninteressen schädigt, besteht seine Strafe oft im Tod. Die Siedler sehen in den Indianern wenig mehr als unerwünschte Tiere, die von ihrem Land vertrieben werden müssen. Das anfängliche Zögern der Cherokee, Ackerbau zu betreiben, wird erst als Faulheit interpretiert. Als sie beginnen, ihr Land zu bestellen, befürchten die Siedler, sie "...nie los zu werden".

George Washington sieht die Lösung der Auseinandersetzungen in der kulturellen Integration der Cherokee. Sie sollen die Errungenschaften weißer Zivilisation übernehmen und sich innerhalb von fünfzig Jahren an die Welt der Weißen anpassen. Die Regierung fördert die Entwicklung des Baumwollanbaus und der Baumwollverarbeitung. 1792 tauchen die ersten Spinnräder im Cherokeeterritorium auf.

Bereits im nächsten Jahr weben die Cherokeefrauen Baumwollstoffe aus selbstangebauter Baumwolle, die mehr einbringen als die Felle, die die Cherokeemänner auf traditionelle Weise jagen. Vor allem der Krieger Ridge aus Pine Log erkennt die Vorteile der neuen Technologie und schließt sich mit zwei weiteren fortschrittlich denkenden Stammesmitgliedern zusammen: Charles Hicks beeindruckt Ridge, weil er sich Bücher kauft, und James Vann, weil er sich gegen einen übergeordneten Häuptling zur Wehr setzt. Die drei werden zum politischen Arm der Cherokee, der den Stamm verändern wird.

In den nächsten zwölf Jahren werden grundlegene Stammesgesetze erlassen und eine Stammespolizei wird gegründet, die "Lighthorse Patrol".
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Sequoyah und das Cherokee Alphabet

Andere fähige Männer tragen dazu bei, dass bestimmte Elemente der amerikanischen Gesellschaft in die Stammesgesellschaft der Cherokee übernommen werden. Einer der berühmtesten von ihnen ist Sequoya, der Sohn einer Häuptlingstochter und eines Pelzhändlers aus Virginia. Er kommt 1776 in Tuskeegee, im heutigen Tennessee, zur Welt. Er gehörte zu jenen Cherokee, die sich vor dem Vordringen der weißen Siedler nach Georgia zurückziehen. Dort erlernt er das Handwerk des Silberschmieds.

Einer seiner Kunden schlägt ihm vor, seine Werke zu signieren wie es in jener Zeit bei seinen amerikanischen Kollegen üblich ist. Da er weder lesen noch schreiben kann, wie die meisten seiner Stammesbrüder, läßt er sich von einem Farmer aus der Nachbarschaft zeigen, wie er seinen Namen schreiben soll. Dies bringt ihn auf die Idee, eine eigene Schrift für die Cherokeesprache zu entwickeln.

Bestärkt wird er in seiner Überzeugung, als er in einem Cherokeeregiment gegen die Creekindianer in den Krieg zieht. Er erkennt, dass eine Schrift die Kommunikation erleichtert, und nach seiner Rückkehr macht er sich an deren Entwicklung.

In seiner phonetischen Schrift erhält jeder Laut ein eigenes Symbol, und so schafft er seine "Sprechenden Blätter", 85 Buchstaben, aus denen das Cherokeealphabet besteht. Die Nachricht von seiner Erfindung verbreitet sich rasch und zwölf Jahre nach seiner Erfindung wird sie als offizielle Schrift der Cherokee anerkannt. Innerhalb weniger Monate erlernen zahlreiche Cherokee Lesen und Schreiben.
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"The Phoenix"

Die neue Schrift Sequoyahs und die Tatsache, dass viele Cherokee sich die Kunst des Lesens und Schreibens schnell aneignen, führt 1826 dazu, dass der Stammesrat den Bau einer Druckerei genehmigt. Dies fällt zusammen mit dem Entstehen eines neuen Nationalismus unter den Cherokee, Ausdruck des steigenden Widerstands gegen das immer massivere Vordringen weißer Siedler auf Indianerterritorium.

Erster Herausgeber ist ein junger Cherokee namens Buck Oowatie, der in Cornwall, Connecticut, die American Board School besucht hat. Auf dem Weg dorthin begegnet er zwei amerikanischen Präsidenten: Thomas Jefferson in Monticello und James Madison in Montpellier. Wichtiger für ihn ist jedoch das Treffen mit dem Schriftsteller, Dichter und Politiker Elias Boudinot, der ihn in sein Herz schließt und ihm anbietet, die Cherokee finanziell zu unterstützen. Buck trägt von diesem Tag an den Namen seines Gönners.

Boudinot, wie er sich nun nennt, sammelt Geld auf Vortragsreisen, für den Kauf einer Druckerpresse. Am 18. Februar 1828 erscheint die Erstausgabe des Cherokee Phoenix mit internationaler Auflage. Die neue Zeitung schweißt die sehr verstreut lebenden Cherokeegruppen enger zusammen und schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Druckerei in New Echota, Georgia
© Georgia Department of Industry, Trade & Tourism

Schnell spiegelt die Zeitung die politische Entwicklung wider, mit der die Cherokeenation in jener Zeit konfrontiert wird. Die Artikel beschäftigen sich mit Themen wie dem Indian Removal Act, dem Gesetz von 1830, das auf die Umsiedlung der Cherokee in das neu geschaffene Indianerterritorium Oklahoma im Zentrum des amerikanischen Kontinents abzielt, dem weiteren Vordringen weißer Siedler und der Weigerung weißer Gerichte, indianische Zeugen zu hören.
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New Echota

Zentrum all dieser Entwicklungen wird die 1825 gegründete Hauptstadt der Cherokeenation, New Echota in Georgia. Hier konzentrieren sich ihre Bemühungen, ihre Heimat gegen die unaufhaltsam vordringenden Siedler zu verteidigen - nicht mit Waffengewalt, sondern mit den Waffen des weißen Mannes - der Presse, Gesetzen und Gerichten.

Der Stadtgründung voraus geht die Abschaffung des traditionellen Klansystems der Cherokee und die Einrichtung einer Stammesregierung nach dem Vorbild der Regierung der Vereinigten Staaten. In acht Distrikten wird die Cherokee Legislative gewählt für den Nationalrat, der vergleichbar ist mit dem US Kongreß. Dieser wählt wiederum die zwölf Mitglieder des Nationalkommittees mit ähnlichen Funktionen wie der US Senat, und dieses bestimmt die Hauptvertreter - den Oberhäuptling, seinen Stellvertreter und den Schatzmeister.

New Echota, die Cherokeehauptstadt in Georgia
© Georgia Department of Industry, Trade & Tourism

Cherokeevermesser planen die Stadt, die bis 1830 eine Einwohnerzahl von 50 erreicht und sich um eine Hauptstraße und einen Stadtplatz herum erstreckt. Ratshaus, Oberstes Gericht und Zeitungsverlag befinden sich im Zentrum. Wohnhäuser, Geschäfte, eine Färstation, ein kleines Hospital und eine Missionsstation liegen etwas abseits.

Das ganze Jahr über fließt das Leben in New Echota seinen ruhigen Gang. Nur wenn die Ratsversammlung anberaumt ist, kommen zahlreiche Cherokee aus der Umgebung mit ihren eleganten Kutschen, zu Pferd oder zu Fuß in die Stadt und nutzen die Gelegenheit zu einem gesellschaftlichen Ereignis.

Lange dauert dieses beschauliche Dasein in New Echota nicht. Es wird jäh unterbrochen von den schicksalhaften Ereignissen, die damit enden, dass die Cherokee 1836 im berüchtigten "Zug der Tränen" ins neu geschaffene Indianerterritorium Oklahoma ziehen müssen.
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Weiterführende Links:

Die Cherokee Teil I - Anfänge
Die Cherokee Teil III - Der Zug der Tränen
Sequoyah (a.k.a. George Gist)(engl.)
Sequoyah's Talking Leaves (engl.)
Elias Boudinot, a North Georgia Notable (engl.)
The Cherokee Phoenix (and Indian Advocate) (engl.)
New Echota Historic Site (engl.)
New Echota Historic Site (engl.)
Chieftains Trail (engl.)

Weiterführende Literatur:

http://www.travelworldonline.de/cherokeeentwicklung.html

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