Muschelschmuck, den man in New Brunswick herstellt

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Wampum von Könnern

Erstaunlich, welchen Muschelschmuck man in New Brunswick macht. Auf unseren Touren blicken wir gerne einmal hinter die Kulissen des Lebens vor Ort, und am liebsten tun wir dies, wenn wir Menschen kennenlernen und selbst erfahren, wie sie leben. Es ist nicht immer einfach, denn solche Erlebnisse ergeben sich häufig erst durch Kontakte vor Ort. Bei unserer Reise durch New Brunswick hatten wir das Glück, Marcia Poirier beim Besuch ihrer Kunsthandwerkstatt „Wild about Wampum“ bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen zu dürfen. Ich konnte sogar selbst Hand anlegen und ausprobieren, womit sie ihr Geld verdient. Und das ist außergewöhnlich: Marcia stellt nämlich Wampum. das ist Muschelschmuck, her.

 

Wampum oder Muschelschmuck
Muschel Schmuck ist nur ein Produkt, das man aus Muscheln machen kann

 

Muschelschmuck

Du fragst Dich sicher, was ist Wampum? Nun, schon die Wampanoag Indianer an der Ostküste Nordamerikas stellten Wampum her. Es diente zum einen als Schmuck, zum anderen dokumentierte es historische Ereignisse, Verträge zwischen Indianerstämmen und sogar Friedensverträge zwischen Indianern und Europäern. Wampum stellt man aus Muscheln her. Es gibt Wampum-Gürtel und Muschel Armbänder, die in ganz Nordamerika berühmt sind, weil sie Friedensvereinbarungen von historischer Bedeutung symbolisieren. Wampum kann aber auch Muschelschmuck sein, und das ist es, was Marcia und ihr Ehemann Dave in New Brunswick herstellen. Sie machen Figuren aus Muscheln, die als Anhänger, Broschen oder anderer Schmuck verwendet werden.

 

Marcia Poirier bearbeitet Quahogs zu Wampum
Marcia Poirier bearbeitet Quahogs zu Wampum, zu Schmuck aus Muscheln

 

Selbst erlerntes Handwerk

„Wie kamst Du auf die Idee, Schmuck aus Muscheln herzustellen“, will ich von Marcia wissen. Sie lacht und erzählt: „Das geschah mehr oder weniger zufällig. Ich ging, wie so oft, am Strand spazieren und sammelte Muscheln, die großen, runden – die Quahogs, wie wir sie nennen. Dabei fiel mir auf, wie schön ihre Farbe ist, wenn die äußeren Schichten abgeschabt sind. Das ließ mir keine Ruhe. Daher begann ich zu Hause, diese Außenschichten zu entfernen.“ Dave unterbricht sie: „Es dauerte zwei Jahre, bis wir die richtigen Werkzeuge gefunden hatten, um die Muschelschalen zu bearbeiten. Sie sind so hart, dass wir heute nur noch Diamantschleifer dafür verwenden. Alles andere ist zu schwach.“

 

Diese Muscheln warten darauf, bearbeitet zu werden
Diese Muscheln warten auf ihre Bearbeitung

Woher kommen die Muscheln

Ich frage sie, woher sie die Berge an Muscheln hat, die in ihrer Werkstatt auf die Bearbeitung zu Muschelschmuck warten. „Diese bekomme ich von Fischern aus der Umgebung. Sie verlangen dafür einen hohen Preis, denn eigentlich sind sie für den Verkauf viel zu groß. Quahogs werden für den Verzehr viel kleiner geerntet. Nur dann gelten sie als schmackhaft, obwohl das Blödsinn ist. Aber so ist es nun mal. Sie können sie in dieser Größe nur an mich verkaufen, und verlangen dafür einen höheren Preis.“ Sie erzählt auch, wie sie anfangs von den Indianern in ihrer Nachbarschaft ausgelacht wurde, als ihre Fehlversuche zu nichts führten. Im Laufe der Zeit jedoch erwarb sie sich deren Freundschaft und Respekt, und sie wird heute sehr geachtet dafür, dass sie ihre alte Handwerkskunst aufrechterhält. Muschelschmuck als Verbindung zwischen den Kulturen.

 

Das farbige "Innenleben" der Muscheln - das Rohmaterial für Muschelschmuck
Das farbige „Innenleben“ der Muscheln

 

Eine staubige Angelegenheit ist die Herstellung von Muschelschmuck

Marcia führt uns in ihre Werkstatt und legt ihren Mundschutz an. „Das muss sein, denn der Staub, der bei dem Poliervorgang erzeugt wird, ist so fein, dass er sich in der Lunge absetzt.“ Die quirlige, kleine Akadierin sieht aus wie eine Bauarbeiterin in ihrer Arbeitskluft vor der staubenden Schleifscheibe, auf der sie eine der Muscheln vor poliert. Sie schleift die äußersten Schichten rasch und mit geübten Bewegungen ab. Dann schneidet sie ein herzförmiges Stück heraus und hält es mir hin: „Jetzt bist Du dran. Du machst Dir daraus jetzt einen Muschelschmuck.“ Ich schlucke, und sehe bald genauso aus wie sie – mit Mundschutz und Schürze: „Die musst Du tragen, sonst bekommst Du den feinen Staub nicht mehr aus der Kleidung.“

 

Marcia zeigt mir, wie man Muschelschmuck herstellt
Marcia zeigt mir, wie man Muscheln bearbeitet

 

So entsteht Muschelschmuck in New Brunswick

Marcia zeigt mir, wie ich das Muschelstück zu bearbeiten habe und gibt mir immer feinere Schleifscheiben, und tatsächlich: aus einer unscheinbaren Muschel, unter der ich am Strand nie diese intensiven Farben vermutet hätte, wird ein glänzender Muschelschmuck, der sich wunderbar unter den Fingern anfühlt. Wenn ich die Kette heute um den Hals trage, verlockt mich seine Form immer wieder dazu, ihn anzufassen und darüberzustreichen. Ein schönes Gefühl, wenn man ein solches Souvenir selbst gemacht hat. Für mich ist es jedenfalls eines der schönsten Souvenirs, das ich seit langem nach Hause mitgebracht habe. Vielen Dank, Marcia, für diese tolle Gelegenheit, Dir bei Deiner Arbeit über die Schultern zu schauen!

Und wenn Ihr das selbst einmal erleben wollt:

Wild about Wampum
845 Mountain Rd
Moncton Moncton, New Brunswick
Nouveau-Brunswick,
Kanada E1C 2R9

Muscheln und Muschelschmuck spielen übrigens nicht nur in New Brunswick eine Rolle. Auf Sanibel Island in Florida dreht sich auch alles um die Muscheln. Oder schaut mal nach Prince Edward Island. Von dort kommen besonders köstlich schmeckende Muscheln.


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Quelle für Muschelschmuck, den man in New Brunswick herstellt: Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Tourism New Brunswick für die Einladung zu dieser Reise. Unsere Meinung bleibt jedoch unsere eigene.

Text Muschelschmuck aus New Brunswick: © Copyright Monika Fuchs sowie TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs sowie TravelWorldOnline

 

Muschelschmuck, den man in New Brunswick herstellt

Monika Fuchs

Monika Fuchs und Petar Fuchs sind die Verfasser und Herausgeber des Slow Travel und Genuss Reiseblogs TravelWorldOnline Traveller. Sie veröffentlichen dieses Blog seit 2005. TravelWorldOnline ist online seit 2001. Ihre Themen sind Genuss Reisen und Weintourismus in aller Welt und Slow Travel. Monika Fuchs verbrachte während ihres Studiums einige Zeit in Nordamerika, wo sie – zum Teil gemeinsam mit Petar Fuchs – die USA und Kanada bereiste und ein Forschungsjahr in British Columbia verbrachte. Das verstärkte ihren Wissensdurst, den sie 6 Jahre lang als Abenteuer-Guide für Rotel Tours und danach 11 Jahre lang als Studienreiseleiterin für Studiosus Reisen in aller Welt zu stillen versuchte. Sie erweiterte ständig ihre Reiseregionen, aber trotzdem nagte die Neugier an ihr: „Was befindet sich hinter dem Horizont? Was gibt's in dieser Stadt noch zu entdecken? Welche Menschen sind hier interessant? Was isst man in dieser Region?“ Auf diese Fragen sucht sie nun als freie Reisejournalistin (ihre Artikel erschienen u. a. in DIE ZEIT, 360° Kanada, 360° USA, etc.), Reiseautorin und Reisebloggerin Antworten in vielen Ländern der Welt. Petar Fuchs produziert die Videos auf diesem Blog sowie auf YouTube. Monika Fuchs von TravelWorldOnline ist unter Deutschlands Top 50 Bloggerinnen 2021 Weitere Informationen über Monika und Petar Fuchs. Empfehlungen auf LinkedIn von Touristikern Weitere Empfehlungen von Kooperationspartnern und Touristikern Berufserfahrung Monika auf LinkedIn