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Whaling Days - Walfang in Massachusetts zu Favoriten hinzufügen
Schon die Pilgerväter, die ersten amerikanischen Kolonisten, die 1620 mit der Mayflower in Cape Cod landeten, berichteten begeistert von den Walhorden, die sich vor der Küste der sandigen Halbinsel tummelten. Da ihnen allerdings das Know-How des Walfangs fehlte, mussten sie sich darauf beschränken, den Blubber gestrandeter Wale in riesigen Metallkochtöpfen, die sie am Strand aufstellten, zu Öl zu kochen. Ab den 1640er Jahren wagten sie sich in offenen Booten aufs Meer hinaus auf der Jagd nach Glattwalen, die an der Küste vorbeizogen. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich in den folgenden zweihundert Jahren eine der größten Walfangflotten der Welt, die in die entlegensten Winkel der Erde fuhr, um an die begehrten Rohstoffe zu kommen, die die stillen Riesen der Meere lieferten.
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Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wandten sich die Einwohner Nantuckets, einer kleinen Sandinsel südlich von Cape Cod, nach mühseligen Versuchen, mit Schafzucht auf dieser kargen Insel zu überleben, schließlich dem Walfang als Einkommensquelle zu. Und sie hätten es nicht besser treffen können! Von diesem "Land, weit draußen im Meer", wie die Insel in der Sprache der Indianer heißt, eroberten Sie die Walgründe der Welt. 1672 schwamm ein großer Wal in den Hafen von Sherburne, der Hauptsiedlung der Insel. Die Bewohner schmiedeten rasch eine Harpune und erlegten das Tier. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich Nantucket zu einem der wichtigsten Walfängerhäfen der Welt.
Die Lage der Insel war günstig: vor der Küste von Massachusetts gelegen befand sie sich in der Nähe der Wanderrouten der Wale. Ein ausgezeichneter natürlicher Hafen bot den Walfangbooten Schutz. Und nachdem sich die anfangs als Farmer tätigen Inselbewohner von Experten zu Walfängern ausbilden ließen, drehte sich das Inselleben fast nur noch um die Jagd auf die gewaltigen Meeressäuger. Schon die Kinder mussten ab dem Alter von 12 Jahren lernen, wie man Ölfässer herstellt. Mit 14 Jahren fuhren sie zum ersten Mal hinaus aufs Meer und erlernten von da an alle Tätigkeiten, die für den Walfang nötig sind: als Ruderer, Steuermänner und Harpuniere. Wenn sie mit ihrer Ausbildung fertig waren, konnten sie entweder mit den Walfängern hinausfahren oder sich in einem der Kontore an Land um den Verkauf des Öls und der anderen Walprodukte kümmern.
Gegen 1712 unternahm ein Walfängerkapitän aus Nantucket eine entscheidende Jagd, die die Walfangpraxis der Inselbewohner nachhaltig ändern sollte. Kapitän Hussey war - wie damals üblich - bei der Jagd auf Glattwale in küstennahen Gewässern unterwegs, als ein schwerer Sturm sein Schiff aufs offene Meer hinaustrieb. Dort entdeckte er einen Pottwal in der Nähe des Schiffes, eine Walart, die man nicht sehr häufig in der Nähe von Land sieht und die wegen ihres unberechenbaren Temperaments und ihrer Größe als nicht jagdbar galt. Es gelang seiner Besatzung, das Tier zu erlegen. Damit war klar, dass es möglich ist, die riesigen Tiere zu töten, und von da an wandten sich die Nantucket Whaler weiter entfernten Walregionen zu.
Nantucket wurde zum Zentrum der amerikanischen Walfängerindustrie, wobei sich die Fangboote immer weiter hinaus wagten. Der anfängliche Küstenwalfang wurde ersetzt durch oft jahrelange Fahrten über die Weltmeere auf der Suche nach den Beutetieren. Mit zunehmender Dauer der Fahrten wurden auch die Schiffe größer. Üblich waren fünfzig bis neunzig Tonnen Schaluppen mit einer Besatzung von 13 Seeleuten, die in den Atlantik hinausfuhren.
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Mit dem Pottwal änderten sich die Produkte, die die Walfänger ablieferten: Diese Walart taucht in die Tiefsee auf der Jagd nach Riesenkraken und kann eine Stunde und länger unter Wasser bleiben. Pottwale besitzen keine Barten wie die Glattwale, sondern Zähne. Außerdem ist ihre Fettschicht dünner als die der Glattwale, die sich in Küstennähe aufhalten. Die Qualität des Öls, das aus ihrem Blubber gewonnen wird, ist jedoch sehr viel besser und war dreimal soviel wert wie das der Glattwale, weil es heller und mit einer geruchlosen Flamme brannte. Außerdem befindet sich im Kopf des Pottwals eine Substanz aus hochwertigem Öl und wachsartigem Fett, das Spermazet. Daraus wurden in Neuengland ab Mitte des 18. Jahrhunderts hellbrennende und fast rauchlose Kerzen hergestellt, die sich zu einem Exportschlager in Europa und auf den Westindischen Inseln entwickelten. Gelegentlich fanden die Walfänger auch die Ambra in den Darmtrakten der Pottwale, eine wachsartige Substanz, die von wenigen Gramm bis zu mehreren hundert Pfund wiegen konnte. Diese graue Masse war sehr wertvoll, galt als Aphrodisiakum und wurde in der Parfümherstellung verwendet.
Die Walfänger von Nantucket setzten zwar die Jagd entlang der Küsten nach Glattwalen fort, wagten sich jedoch immer häufiger weiter auf den Atlantik hinaus mit ihren Schaluppen und kleinen Booten. Noch mussten sie in regelmäßigen Abständen nach Hause zurückkehren, um den Blubber an Land zu Öl einzukochen. Im Laufe der Zeit jedoch wurden die Schiffe größer und konnten so weitere Reisen unternehmen. Auf diesen Schiffen wurden die erlegten Tiere gleich an Bord verarbeitet in speziell für die Schiffe konstruierten Trankesseln, die es erlaubten, den Blubber ohne Gefahr für Schiff und Besatzung gleich an Bord zu Öl zu verarbeiten.
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Im 18. Jahrhundert breiteten sich die Walfangflotten der Welt über die Meere aus. Dabei stellte sich die amerikanische als die wagemutigste heraus. 1732 tauchte sie erstmals in der Davis Strait auf, ebenso wie im St. Lorenz Golf und vor Neufundland. Die Konkurrenten aus Europa, v.a. aus England, beklagten sich zunehmend über die Rivalen und setzten restriktive Maßnahmen gegen die Amerikaner durch. Diese antworteten darauf einfach damit, dass sie sich anderen Regionen zuwandten, z.B. den Azoren und der afrikanischen Küste. Zu Beginn der Amerikanischen Revolution besaß Neuengland eine Walfangflotte von 360 Schiffen, von denen allein 150 aus Nantucket stammten.
Dann kam die ...
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Mit dem Ausbruch des Revolutionskrieges war der Handel mit England unterbrochen worden, die unbewaffneten amerikanischen Walfangschiffe wurden eine leichte Beute für britische Kriegsschiffe und Piraten. Auf Nantucket waren die Walfänger sowohl wegen ihres friedliebenden Quäkerglaubens besorgt, wie auch aus eigennützigem Wirtschaftsinteresse. Aber der Krieg kam unaufhaltsam. Die Piers und Lagerhäuser der Walfänger in New Bedford wurden von britischen Angreifern niedergebrannt. Nur schlechtes Wetter verhinderte dasselbe Schicksal auf Nantucket. Der neue Kontinentalkongress in Philadelphia startete eine Blockadepolitik gegen das Mutterland, unter das auch die Produkte der Walfänger von Neuengland fielen.
Damit erlitt die Walfangindustrie der Küstenregionen einen harten Rückschlag.
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Nach der Revolution erholte sich der amerikanische Walfang rasch. Walfängerschiffe aller Nationen drangen in den pazifischen Raum vor und verfolgten ihre Beute rund um den Globus. Pottwale wurden zu Hunderttausenden erlegt. Damals entwickelte sich die neuenglische Walfangindustrie zum Weltführer in ihrem Bereich.
Dies ging jedoch nicht ohne Schwierigkeiten vor sich. Nach der amerikanischen Unabhängigkeit erhob die britische Regierung hohe Einfuhrzölle auf importiertes Walöl. Damit stellte sie die neuenglischen Walfänger vor zwei Alternativen: sie konnten sich auf den kleinen heimischen Markt spezialisieren, der bereits überversorgt war mit Walöl, oder sie mussten sich andere Wege suchen, um ihre Produkte profitbringend zu verkaufen. Nantucket, das schon während der Revolution wenig Verständnis für die Rebellen aufgebracht hatte, neigte auch jetzt dazu, sein Glück außerhalb Amerikas zu versuchen. Mehrere Versuche der Nantucket Whaler, in anderen Regionen des British Empire und in Frankreich Fuß zu fassen, scheiterten, teils am Wirtschaftsinteresse der Briten, an der Gier potentieller Partner und an erneuter Kriegsgefahr in Frankreich.
In der Zwischenzeit weitete sich der Pottwalfang im Pazifischen Ozean aus. Auch neuenglische Walfänger beteiligten sich daran bis zum Ausbruch des Kriegs von 1812, in dem Großbritannien zum letzten Mal versuchte, die ehemaligen Kolonien in der Neuen Welt zurück zu erobern. Britische Schiffe blockierten die Küsten Neuenglands und damit auch den Walfang Nantuckets. Während des Kriegs stagnierte die Wirtschaft auf der Insel, die wieder völlig vom Walfang abhing. Im dritten Kriegsjahr wurde es für die Inselbewohner immer schwieriger, für Nahrung zu sorgen. Schließlich baten sie den britischen Admiral Sir Alexander Cochrane, die Blockade aufzuheben, wenn Nantucket sich als neutral erklärte. Der britische Admiral stimmte zu, weil er darin eine Chance sah, die Amerikaner zu blamieren. Erneut hatten die Inselbewohner mangelnden Patriotismus gezeigt.
Nachdem nach 1815 wieder Friede auf den Weltmeeren eingekehrt war, brachen die Walfänger in die äußersten Winkel der Ozeane auf. Die Pottwalpopulation im Atlantik war fast ausgerottet und sie versuchten ihr Glück nun im Pazifik, in den südlichen Meeren und im Indischen Ozean. Nun begann die Blüte der amerikanischen Pottwalfänger.
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Blütezeit des amerikanischen Walfangs
In der Zeit zwischen dem Beginn des 19. Jahrhunderts und den Napoleonischen Kriegen entwickelte sich die amerikanische Walfangindustrie zum Weltführer. 1846 befuhren 735 amerikanische Walschiffe die Meere, das waren 80 % der gesamten Walfängerflotten. Insgesamt arbeiteten mehr als 18000 Seeleute auf diesen Schiffen. Pro Jahr wurden zwischen 16 und 20 Millionen Liter Pottwalöl nach Hause gebracht.
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Die Häfen Neuenglands waren die Heimat der Walfänger. Von Sag Harbor in Long Island bis Maine lebten die Menschen vom Walfang und seinen Produkten. Für jeden Walfänger gab es sechs Landratten, die von der Walfangindustrie lebten. Zwischen 1815 und 1860 entwickelte sich New Bedford zum wichtigsten Walfanghafen Neuenglands und löste damit Nantucket ab. Der Hafen von Nantucket eignete sich nicht mehr für die zunehmend größeren Schiffe. Eine Sandbank, die vor der Einfahrt liegt, behinderte die Schiffe. Zudem erwiesen sich die Walfänger von Nantucket als wenig flexibel, was ihre Beute anging. Sie hatten sich auf den Pottwalfang spezialisiert und blieben dabei, auch als diese Walart immer weniger wurde. In New Bedford dagegen war man an allen Walen interessiert, die einen Gewinn versprachen.
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Gegen Anfang der 1840er Jahre wurden jährlich etwa 640000 Liter Pottwalöl nach Neuengland gebracht. Danach begann der Niedergang des Pottwalfangs. Mit der Entdeckung von Petroleum im Jahr 1859 ging die Nachfrage nach tierischem Öl drastisch zurück. Gleichzeitig jedoch verlangte die Damenmode Barten zur Verstärkung der Mieder und zur Herstellung ausladender Unterröcke. Erneut waren Bartenwale besonders gefragt.
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Arktischer Walfang und Ende der Walfangindustrie Neuenglands
Immer mehr Walarten wurden zur Jagdbeute der unersättlichen Walfänger, bis diese schließlich gezwungen waren, in die unwirtlichen Regionen der Arktis vorzustoßen auf der Suche nach Beute. Dort drohten große Gefahren für die Walfängerschiffe, von denen eine der gefährlichsten das Packeis des Nordens war. Zwei schwere Katastrophen 1871 und 1876 zerstörten den Großteil der Walfangflotte von New Bedford. Außerdem waren Wale immer schwerer zu finden, und die Nachfrage nach Walprodukten nahm immer mehr ab, so dass sich die Händler New Bedfords nicht mehr bereitfanden, das hohe Risiko des arktischen Walfangs zu finanzieren. Die alten Walfängerhäfen an der Ostküste wandten sich anderen Einkommensquellen zu: New Bedford stieg in die Baumwolltextilindustrie ein, die etwa um diese Zeit an Bedeutung gewann, und Nantucket entwickelte sich immer mehr zum Ferienresort, das es bis heute ist.
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Reisetipps für Reisen auf den Spuren der Walfänger
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