Welches Kloster in Österreich passt zu deiner Auszeit?
Wer ein Kloster in Österreich für ein paar ruhige Tage sucht, sucht oft nicht einfach nur eine Unterkunft. Meist geht es um etwas anderes. Möchtest du wirklich in einem Stift wohnen, mit einfachen Zimmern und einem klaren Tagesrhythmus? Oder suchst du eher ein Haus, in dem Anwendungen, gute Küche oder Fasten eine größere Rolle spielen?
Genau darin unterscheiden sich die drei Häuser, die wir auf unserer Reise kennengelernt haben. Eines eignet sich eher für eine schlichte Auszeit im Kloster. Zwei andere verbinden klösterliche Ruhe mit Angeboten rund um Ernährung, Anwendungen und Rückzug. Gerade deshalb lohnt es sich, vor der Buchung genauer hinzuschauen.
Drei Häuser, die sich deutlich unterscheiden
Stift St. Lambrecht in der Steiermark passt vor allem dann, wenn du wirklich im Kloster wohnen möchtest und mit einer schlichten Unterkunft gut zurechtkommst. Bad Mühllacken in Oberösterreich wirkt stärker über Ernährung, Kräuter und ruhige Tage in einer entspannten Umgebung. Bad Kreuzen geht noch einen Schritt weiter in Richtung Gesundheitsauszeit und Anwendungen.
Alle drei Orte eignen sich für eine Pause vom Alltag. Trotzdem fühlt sich ein Aufenthalt dort sehr verschieden an. Genau das macht am Ende den Unterschied.
Stift St. Lambrecht in der Steiermark

Stift St. Lambrecht ist das Haus, das für uns dem klassischen Bild einer Auszeit im Kloster am nächsten kam. Schon bei der Ankunft fiel uns auf, wie stark das Stift den Ort prägt. Das große Gebäude mit seinen Innenhöfen wirkt geschlossen und ruhig. Man hat sofort das Gefühl, in eine eigene kleine Welt einzutreten.
Wir wurden dort von Pater Gerwig empfangen und bezogen nach dem Mittagessen unsere Zimmer im Gästehaus. Unser Zimmer war schlicht. Es gab ein Bett, einen Tisch und eine Dusche. Mehr brauchte es nicht. Fernsehen und Radio fehlten ganz. Internet war nur in bestimmten Räumen des Hauptgebäudes verfügbar. Gerade das machte den Aufenthalt anders als in einer gewöhnlichen Unterkunft.
Wer hierherkommt, sollte keine Wellnessreise mit viel Komfort erwarten. Dafür ist Stift St. Lambrecht der richtige Ort, wenn du bewusst still wohnen möchtest und es aushältst, dass der Tag ruhiger wird. Weniger passend ist das Haus, wenn du Entspannung vor allem mit Spa, Anwendungen oder einem Hotelgefühl verbindest.
Uns blieb vor allem die Ruhe in Erinnerung. Für ein oder zwei Tage fanden wir das sehr angenehm. Gleichzeitig merkten wir auch, dass diese Form von Rückzug nicht für jeden leicht ist. Wer aus einem dichten Alltag kommt, muss sich auf die Stille erst einlassen.
Zum Aufenthalt gehört in St. Lambrecht mehr als nur das Gästehaus. Der barocke Garten lockert den Tag auf und gibt dem Stift einen sanften Gegenpol zu den klaren Mauern und Gängen.

Am Nachmittag besuchten wir den Garten und hatten den Eindruck, dass er gut zu diesem Ort passt. Heilkräuter, Rosen und Wasserläufe geben ihm eine ruhige Ordnung. Wer zwischendurch gern ein wenig spazieren geht, ist dort gut aufgehoben.
Auch das Stiftsmuseum ist sehenswert. Wer also nicht nur Stille sucht, sondern den Aufenthalt mit Kultur verbinden möchte, findet in St. Lambrecht mehr als nur ein einfaches Zimmer hinter Klostermauern.
Benediktinerstift St. Lambrecht*
Hauptstraße 1
8813 St. Lambrecht
Weitere Tipps für die Steiermark
Ein Ausflug lohnt ins nahe gelegene Murau im Murtal. Schön ist auch eine Wanderung um das Stiftsgelände. Wenn du noch mehr Klöster in der Region sehen möchtest, lohnt sich zudem ein Abstecher zu Stift Rein und Maria Straßengel.
Bad Mühllacken in Oberösterreich

Bad Mühllacken fühlte sich für uns von Anfang an anders an als ein klassisches Stift mit Gästezimmern. Das Haus erinnert eher an ein ruhiges Kurhaus als an ein Kloster im üblichen Sinn. Trotzdem spürt man auch hier, dass der Alltag langsamer wird.
Besonders auffällig war für uns, wie sehr sich dort vieles um Ernährung, Kräuter und eine ruhige Lebensweise dreht. Das machte Bad Mühllacken für uns zu einem Haus, das vor allem dann gut passt, wenn du deine Auszeit nicht nur mit Ruhe verbindest, sondern auch mit bewusstem Essen und einer ruhigeren Tagesstruktur.


Gerade die Küche blieb uns in Erinnerung. Kräuter aus dem Garten, sorgfältig zusammengestellte Speisen und die ruhige Atmosphäre im Haus passten gut zusammen. Wer Fasten, Kräuter oder eine bewusstere Ernährung spannend findet, dürfte sich hier eher wohlfühlen als jemand, der ein klassisches Wellnesshotel sucht.
Weniger passend ist Bad Mühllacken aus unserer Sicht, wenn du vor allem ein traditionelles Kloster erleben möchtest. Dafür wirkt das Haus zu sehr wie eine Mischung aus Rückzugsort und Gesundheitsaufenthalt. Angenehm ist dagegen die Lage am Pesenbachtal. Sie macht es leicht, Zeit im Haus mit Bewegung draußen zu verbinden.

Gerade das gefiel uns dort. Du bist nicht nur im Haus, sondern kannst jederzeit hinausgehen, ohne erst lange fahren zu müssen. Das macht den Aufenthalt vor allem dann angenehm, wenn du Ruhe suchst, aber nicht den ganzen Tag drinnen verbringen willst.
Bad Kreuzen in Oberösterreich
In Bad Kreuzen war für uns das Haus, das am stärksten in Richtung Gesundheitsauszeit ging. Auch dort spürt man die klösterliche Prägung, aber sie zeigt sich anders als in St. Lambrecht. Der Aufenthalt ist stärker begleitet und stärker auf Anwendungen ausgerichtet.

Wenn du dir für ein paar Tage einen klaren Rahmen wünschst und nicht nur Ruhe suchst, sondern auch Anwendungen oder gesundheitliche Begleitung, dann dürfte Bad Kreuzen von den drei Häusern am besten zu dir passen. Es wirkt komfortabler als ein einfaches Gästezimmer im Stift und zugleich verbindlicher als ein gewöhnliches Hotel.
Genau darin liegt aus unserer Sicht die Stärke des Hauses. Wer sich einfach nur zurückziehen will, ist in einem Stift vielleicht besser aufgehoben. Wer aber das Gefühl mag, dass der Aufenthalt ein wenig geführt ist und dass Anwendungen Teil der Auszeit sind, findet hier eher das passende Umfeld.
Uns fiel dort auf, dass der Aufenthalt stärker strukturiert wirkt. Das kann entlastend sein, wenn du gerade nicht alles selbst organisieren möchtest. Weniger passend ist Bad Kreuzen dagegen, wenn du bewusst ganz schlicht wohnen willst oder mit Anwendungen wenig anfangen kannst.
Welches der drei Klöster passt am ehesten zu dir?
Wenn du wirklich im Kloster wohnen und eine eher schlichte Auszeit erleben möchtest, würden wir Stift St. Lambrecht zuerst ansehen. Dort geht es stärker um Ruhe, Einfachheit und den Rückzug hinter Klostermauern.
Bad Mühllacken passt besser, wenn Ernährung, Kräuter und ein ruhiger Aufenthalt für dich wichtiger sind als ein klassisches Klostergefühl. Dort wirkt vieles alltagsnäher und zugleich sehr bewusst.
Bad Kreuzen würden wir dann wählen, wenn du eine Gesundheitsauszeit suchst, bei der Anwendungen und Begleitung von Anfang an dazugehören. Von den drei Häusern ist das aus unserer Sicht die Wahl für alle, die Ruhe nicht nur im Rückzug, sondern auch in einer betreuten Form erleben möchten.
Weitere Klostererlebnisse in Österreich
Wir haben in Österreich noch weitere Klöster besucht und darüber im Blog geschrieben. Falls du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, findest du bei uns auch Eindrücke aus dem Stift Stams in Tirol, aus dem Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal, aus dem Stift Melk oder aus dem Kloster Wernberg in Kärnten. Auch zu Auszeiten im Kloster und zu Klosterfasten haben wir bereits Erfahrungen gesammelt.
Reiseorganisation für die drei Klöster
Wenn du nicht direkt im Kloster übernachten möchtest oder deine Reise mit weiteren Stationen verbinden willst, kannst du Unterkünfte in der Umgebung über unsere Partner ansehen. Hotels in St. Lambrecht* oder Bad Kreuzen* findest du hier.
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Klösterreich für die Einladung zu dieser Reise in die drei Klöster in Österreich. Unsere Meinung bleibt davon unberührt.
Text: © Copyright Monika Fuchs sowie TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs sowie TravelWorldOnline
Video: © Copyright Petar Fuchs sowie TravelWorldOnline
Diese Klöster sind wirklich bezaubernd. Ich freue mich, wenn es dir bei uns in Österreich gefällt. LG!
Österreich gefällt uns gut. Wir entdecken bei jedem Besuch neue interessante Orte.
Österreich ist einfach klasse :-)
Lg
Alex & Birgitta
Dem kann ich nur zustimmen, lieber Alex und liebe Birgitta. Uns gefällt besonders, wie vielseitig das Land ist.
Das klingt alles wirklich spannend. Ich stelle mir vor, diese klösterliche Stille ist eine optimale Umgebung, um sich beispielsweise zum Schreiben zurück zu ziehen. Wandeln im Klostergarten, die Blumen betrachten, ein wenig Kontemplation und gutes Essen: Erholung für Leib und Seele. Und Stille.
Um zu schreiben, ist ein Aufenthalt im Kloster perfekt. Da gibt es nichts, das einen ablenkt. Und Ideen im Klostergarten sammeln – eine tolle Vorstellung.
Ein Ausstieg auf Zeit in einem Benediktinerkloster kann wohltuend sein. Den Alltag hinter sich zu lassen und sich dem strengen Rhythmus der Ordensregel hinzugeben gibt Raum zum Nachdenken. Vieles verlangt heute nach Aufmerksamkeit. Unsere Zeit wird immer enger getaktet. Leicht entsteht Stress mit unangenehmen Folgeerscheinungen. Ein Aufenthalt im Kloster kann helfen, den Blick wieder nach innen zu richten und die innere Balance zu finden. Gruß Andreas
Man bekommt wieder einen Blick fürs Wesentliche, Andreas. Da gebe ich Dir Recht.
Spannend, wie sich verschiedene Klöster auf unsere Bedürfnisse eingerichtet haben und ihren Gästen durchaus einen gewissen Luxus bieten. Ich selbst liebe die „spartanische“ Einkehr in das Klosterleben. Nach einigen Tagen mit wenig (digitaler), kulinarischer und sonstiger Ablenkung kann ich unseren „Alltagsluxus“ wieder viel mehr schätzen.
Ja, das hat mich auch überrascht. Ganz so spartanisch muss es bei mir aber nicht sein. Der Braten mit Semmelknödel war schon lecker :). Aber die Stille und der Rückzug in einem Umgebung ohne TV und Internet tut wirklich gut.
Das ist eine andere Welt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ein paar Tage in einem Kloster gut tun. Sich mal auf das zu besinnen, was einem wirklich wichtig ist. Euer Bericht klingt jedenfalls nach ein paar entspannten Tagen und zeigt, dass man dabei gar nicht auf jeglichen Luxus verzichten muss.
Du hast Recht, Antje. Es ist eine andere Welt, die entrückt von dem ist, was wir sonst so jeden Tag erleben. Hier dominieren Ruhe und Stille.