So lebten die Schotten in Nova Scotia

Im Highland Heritage Center in Iona

Das Highland Heritage Center in Iona


Ein dumpfes rhythmisches Trampeln hören wir bei unserem Besuch bei den ersten Schotten in Nova Scotia, als wir den Waldweg hochgehen. Was das wohl ist? Zu sehen ist nichts, was eine Erklärung liefert. Unser Weg führt uns daher erstmal zu einer kleinen Steinkate, die am Rand des Museumsdorfs Iona steht.

So lebten die ersten Schotten in Nova Scotia

Davor steht eine Frau in einem langen Kleid mit Kopftuch und Arbeitsschürze. Sie blickt hinaus auf die Barra Strait, die zwei Arme des Bras d’Or Lake miteinander verbindet. Sie spricht uns mit markantem schottischem Dialekt an und erzählt, dass ihr Mann gerade mit dem Boot zum Fischen hinausgefahren ist. Dann bittet sie uns in ihre Kate, die nur aus einem Raum besteht. In ihrer Mitte befindet sich eine Feuerstelle, über der gekocht wird. In einer Ecke sehe ich außerdem ein Bett, das mit Holzwänden eingefasst ist. Im Winter pfeift sicher der eisige Wind durch alle Ritzen. Da schützen sich die Schotten in Nova Scotia lieber mit Holzwänden und einem dicken Vorhang vor dem Bett gegen die Kälte.

 

 

Besonders gemütlich ist es allerdings nicht in ihrer Hütte. Aber das war’s in den Katen im heimischen Schottland auch nicht, wo sie und ihre Familie als landlose Tagelöhner auf dem Grundbesitz ihres Grundherren lebten und sich mehr schlecht als recht über Wasser hielten. Neuschottland, wie sie ihre neue Heimat nennen, verspricht den Schotten in Nova Scotia ein besseres Leben. Das Land, auf dem ihre einfache Kate steht, gehört zudem ihrer Familie. Es gibt niemanden, der ihnen das abnimmt, was sie mit ihren Händen erwirtschaftet haben. Die Zukunft der Schotten in Nova Scotia sieht besser aus in ihrer neuen Heimat, auch wenn es ein schwerer Weg ist, der vor ihnen liegt.

 

Kate der Schotten in Nova Scotia
Kate der Schotten in Nova Scotia
Weberin in Iona
Weberin in Iona – so lebten die Schotten in Nova Scotia

 

Die Geschichte der Schotten in Nova Scotia

Wir befinden uns im Freilichtmuseum Iona auf Cape Breton Island. Hier kann man in einem Dorf die Geschichte der Schotten in Nova Scotia hautnah erleben. Wir spazieren daher von einem Haus zum anderen und gehen durch die Zeit. 1620 erklärte König Jakob 1. von England die gesamte Küstenregion von Akadien bis hinunter zur Chesapeake Bay zu New England. 1622 kamen die ersten Schotten in die britische Kolonie am anderen Ende des Atlantiks. Sie landeten in Pictou an der Northumberland Strait. Die meisten von ihnen siedelten sich südlich des auch von den Franzosen beanspruchten Akadien an.

Erst nach 1749, als Halifax als Sitz der Schotten in Nova Scotia etabliert wurde, nahm die schottische Besiedlung in diesen Regionen zu. Die ersten kamen aus den amerikanischen Neuenglandstaaten. Aber auch in Schottland selbst wuchs das Interesse an den Ländereien in Cape Breton und Akadien. Nach der Vertreibung der Akadier aus Nova Scotia zog es schließlich Farmer aus dem Süden vor allem ins fruchtbare Annapolis Tal. Schiffe wie die „Hector“, deren Nachbau man in Pictou besichtigen kann, brachten Schotten aus Europa.

 

Bei der Feldarbeit - so lebten die Schotten in Nova Scotia
Bei der Feldarbeit – Schotten in Nova Scotia
Arbeit auf dem Feld - so lebten die Schotten in Nova Scotia
Arbeit auf dem Feld

 

Vom Homesteader zum Farmer

Unser Spaziergang durch Iona zeigt, dass das Leben der Schotten in Nova Scotia nicht einfach war. Die meisten von ihnen rodeten Land, auf dem sie das anbauten, was sie zum Leben benötigten. So entstanden schließlich Dörfer wie das, in dem wir zu Gast sind. Im Laufe der Zeit hielt darin ein gewisser Wohlstand Einzug, bedingt durch immer mehr Spezialisten und Handwerker, die sich in Neuschottland niederließen. Handelsbeziehungen mit dem Mutterland und den benachbarten englischen Kolonien im Süden brachten zudem Güter ins Land, die das Leben leichter machten: bei unserem Besuch von Häusern aus späterer Zeit entdecken wir feines Porzellan, hübsche Tischdecken und Vorhänge, die den Wohnraum gemütlicher machen. Die Häuser sind besser isoliert, die Anzahl der Räume nimmt zu.

Die einfachen Lager, auf denen die ersten Schotten in Nova Scotia schliefen, verschwinden. Dafür gibt es Schlafzimmer mit gemütlichen Betten, mit Schränken und Kommoden, in denen die Kleider hängen, die aus selbst gewebten Stoffen genäht sind. Im Dorfladen werden die Waren verkauft, die nicht im Dorf hergestellt werden. Sie kommen aus den südlichen Nachbarkolonien oder aus dem Mutterland und bieten den Schotten einen gewissen Wohlstand, den sie sich durch die Kraft ihrer Arbeit inzwischen leisten können.

 

Das muss für einen Spaziergang auf den Spuren der Schotten in Nova Scotia in den Koffer

  • Bei Wanderungen tragen wir feste Wanderstiefel. Die geben auch auf unebenen Wegen Halt.
  • Auf einer Wanderung brauchst Du einen Wanderrucksack, in dem Du Getränke, eine Jacke und Kleinkram unterbringst.
  • Überprüfe mit unserer Checkliste Wandern, ob Du alles Notwendige für Deine Wanderung eingepackt hast.
  • Reiseführer* für Informationen unterwegs

 

Das Leben wird einfacher
Das Leben wird einfacher für die Schotten in Nova Scotia
In der guten Stube
In der guten Stube

 

In der Schmiede von Iona

Der Schmied von Iona demonstriert uns schließlich, wie er aus einem einfachen Stück Metall einen Löffel herstellt. Als Erinnerungsstück schmiedet er mir einen der groben Nägel, mit denen manche der Gebäude im Dorf zusammen gehalten werden. Bei ihm erfahren wir endlich, was das dumpfe Trampeln verursacht hat, das uns zu Beginn unseres Besuchs in Iona aufgefallen war: ein massiger Kaltblüter galoppiert in vollem Tempo den Hang von der Dorfkirche herunter als er den Schmied aus seiner Werkstatt treten sieht. Dieser lacht nur und meint: „Der wartet wieder auf seine Streicheleinheiten.“

Er zieht einen Zuckerwürfel aus seiner Hosentasche und reicht ihn dem beeindruckenden Ross. „Er kennt mich, seit er ein Fohlen ist, und er verhält sich noch immer so, als ob er ein kleines, plumpes Pferdchen ist. Seiner Kraft ist er sich gar nicht bewusst.“ Sagt’s, und der Genannte dreht sich zufrieden und um ein Zuckerstückchen reicher um und poltert mit dumpfen Hufschlägen wieder den Berg hinauf.

 

Iona am Bras d'Or Lake
Iona am Bras d’Or Lake
Das ist Liebe
Das ist Liebe

 

Es ist eine ruhige Welt, die wir hier kennen lernen. Sie begegnet uns außerdem auf unseren Reisen durch Nova Scotia immer wieder. Folgt uns auf unserem Spaziergang durch Iona in Petar’s Video, das das Leben vor Ort einfängt:

 

 


Reiseorganisation:

Highland Village Museum in Iona
4119 Highway 223
Iona, NS,B2C 1A3
Tel. (902) 725-2272
Tel. 1-866-442-3542
highlandvillage@gov.ns.ca

Öffnungszeiten: täglich von Juni bis Oktober. Die aktuellen Daten dazu findet Ihr unter dem Link zur Website des Museums.

Übernachtungsmöglichkeiten

Wir haben übernachtet in Baddeck. Dort gibt es zahlreiche Hotels, Lodges, Inns, B&Bs* zur Auswahl, die Ihr unter diesem Link buchen könnt. Die Anreise von Baddeck aus beträgt ca. 1 Stunde Fahrzeit mit dem Auto. Ihr könnt diesen Ausflug auch gut mit einer Rundfahrt um diesen Arm des Bras d’Or Lake verbinden (reine Fahrzeit ca. 2,5 Stunden) und den Besuch bei den Schotten in Nova Scotia im Highland Village Museum zu einem Tagesausflug machen.

In der Nähe des Highland Village Museums in Iona befindet sich zudem das Iona Heights Inn*.

Anreise:

Buche hier Deine Anreise per Flug, Bus oder Bahn*. Air Canada, Condor und Icelandair fliegen von Deutschland aus verschiedene Flughäfen im Osten Kanadas an.

Mietwagen:

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Hotels:

Hotels auf Cape Breton Island* könnt Ihr über unseren Partner booking.com buchen.

 

Iona Highland Village auf Cape Breton
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns zudem bei Nova Scotia Tourism für die freundliche Einladung zu dieser Reise. Unsere Meinung bleibt jedoch unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video: © Copyright Petar Fuchs, TravelWorldOnline

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