Das Highland Village in Iona auf Cape Breton
Ein dumpfes rhythmisches Trampeln hören wir bei unserem Besuch bei den Schotten in Nova Scotia, als wir den Waldweg hinaufgehen. Was das wohl ist? Zu sehen ist nichts, was eine Erklärung liefert. Unser Weg führt uns daher erst einmal zu einer kleinen Steinkate, die am Rand des Museumsdorfs Iona steht.
Wenn du auf Cape Breton nicht nur den Cabot Trail fahren möchtest, lohnt sich der Abstecher nach Iona. Im Baile nan Gàidheal | Highland Village erlebst du, wie schottische Einwanderer auf Cape Breton lebten. Viele Besucher kennen das Freilichtmuseum noch unter dem Namen Highland Village Museum. Es liegt oberhalb des Bras d’Or Lake und verbindet alte Häuser, Handwerk, gälische Kultur, Musik, Sprache und Geschichten aus Nova Scotia.
Für uns war der Besuch einer jener Stopps, die eine Reise durch Nova Scotia greifbarer machen. Cape Breton ist nicht nur Küste, Wald und Panoramastraße. Die Insel erzählt auch von Auswanderung, harter Arbeit, Hoffnung und der Frage, wie Menschen in einer neuen Heimat Fuß fassten.

Lohnt sich das Highland Village Museum auf Cape Breton?
Das Highland Village in Iona lohnt sich besonders, wenn du auf Cape Breton mehr suchst als Aussichtspunkte am Cabot Trail. Der Besuch passt zu Reisenden, die sich für Auswanderungsgeschichte, gälische Kultur, Handwerk und das Alltagsleben früher Siedler interessieren. Auch mit Kindern kann das Freilichtmuseum spannend sein, weil viele Szenen nicht nur erklärt, sondern vorgespielt werden.
Weniger geeignet ist der Besuch, wenn du nur wenig Zeit auf Cape Breton hast und vor allem die Küstenstraße fahren möchtest. Iona liegt nicht direkt am Cabot Trail. Von Baddeck aus musst du für die Anfahrt etwa eine Stunde einplanen. Dafür lässt sich der Besuch gut mit einer Fahrt am Bras d’Or Lake verbinden.
Wir haben den Stopp als ruhige Ergänzung zu unserer Cape-Breton-Reise erlebt. Nach der Fahrt über den Cabot Trail in Nova Scotia zeigt Iona eine andere Seite der Insel. Hier geht es nicht um spektakuläre Aussichtspunkte, sondern um Häuser, Werkzeuge, Gespräche und kleine Szenen aus dem Alltag der schottischen Siedler.

So lebten die ersten Schotten in Nova Scotia
Davor steht eine Frau in einem langen Kleid, mit Kopftuch und Arbeitsschürze. Sie blickt hinaus auf die Barra Strait, die zwei Arme des Bras d’Or Lake miteinander verbindet. Sie spricht uns mit markantem schottischem Dialekt an und erzählt, dass ihr Mann gerade mit dem Boot zum Fischen hinausgefahren ist. Dann bittet sie uns in ihre Kate, die nur aus einem Raum besteht. In ihrer Mitte befindet sich eine Feuerstelle, über der gekocht wird.
In einer Ecke sehe ich außerdem ein Bett, das mit Holzwänden eingefasst ist. Im Winter pfeift sicher der eisige Wind durch alle Ritzen. Da schützen sich die Schotten in Nova Scotia lieber mit Holzwänden und einem dicken Vorhang vor dem Bett gegen die Kälte.
Besonders gemütlich ist es allerdings nicht in ihrer Hütte. Aber das war es in den Katen im heimischen Schottland auch nicht, wo sie und ihre Familie als landlose Tagelöhner auf dem Grundbesitz ihres Grundherren lebten und sich mehr schlecht als recht über Wasser hielten. Neuschottland, wie sie ihre neue Heimat nennen, verspricht den Schotten in Nova Scotia ein besseres Leben. Das Land, auf dem ihre einfache Kate steht, gehört zudem ihrer Familie.
Es gibt niemanden, der ihnen das abnimmt, was sie mit ihren Händen erwirtschaftet haben. Die Zukunft der Schotten in Nova Scotia sieht besser aus in ihrer neuen Heimat, auch wenn ein schwerer Weg vor ihnen liegt.
Unser Video aus dem Highland Village in Iona
Petars Video zeigt gut, warum das Highland Village mehr ist als eine Sammlung alter Häuser. Die Gebäude stehen nicht einfach für sich allein. Erst durch die Menschen, ihre Geschichten, die Sprache, die Handgriffe und die kleinen Szenen wird verständlich, wie eng Alltag und Kultur hier zusammengehören.
Gerade deshalb passt der Besuch gut zu einer Slow-Travel-Reise durch Nova Scotia. Du gehst nicht nur durch ein Museumsdorf. Du bekommst einen Eindruck davon, wie Menschen aus den Highlands und von den Inseln Schottlands ihre Sprache, ihre Musik, ihre Arbeitstechniken und ihre Erzähltradition mit nach Cape Breton brachten.
Die Geschichte der Schotten in Nova Scotia
Wir befinden uns im Freilichtmuseum Iona auf Cape Breton Island, einem guten Stopp nach unserer Fahrt auf dem Cabot Trail. Hier kann man in einem Dorf die Geschichte der Schotten in Nova Scotia hautnah erleben. Wir spazieren von einem Haus zum anderen und gehen dabei durch die Zeit.
Die schottische Geschichte Nova Scotias reicht weit zurück. Bereits im 17. Jahrhundert taucht der Name Nova Scotia auf, als König Jakob I. von England und VI. von Schottland die Region mit schottischer Kolonisierung verband. Später kamen Siedler aus verschiedenen Teilen der britischen Welt nach Nova Scotia. Für viele gälischsprachige Familien aus Schottland wurde die Atlantikprovinz jedoch vor allem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zu einer neuen Heimat.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hector in Pictou. Das Schiff brachte 1773 eine große Gruppe schottischer Auswanderer direkt nach Nova Scotia. In Pictou erinnert heute ein Nachbau der Hector an diese Überfahrt. Die Reise war hart, dauerte viele Wochen und zeigte schon bei der Ankunft, dass das neue Leben nicht einfach werden würde.
Nach 1749, als Halifax als britischer Stützpunkt ausgebaut wurde, nahm die Besiedlung Nova Scotias stärker zu. Nach der Vertreibung der Akadier aus Nova Scotia kamen weitere Siedler in die Region. Später zog es viele schottische Familien nach Cape Breton und in andere Teile Nova Scotias. Sie rodeten Land, bauten Häuser, legten Felder an und hielten an ihrer Sprache, Musik und Erzählkultur fest.
Vom Homesteader zum Farmer – Geschichte der Schotten in Nova Scotia
Unser Spaziergang durch Iona zeigt, dass das Leben der Schotten in Nova Scotia nicht einfach war. Die meisten von ihnen rodeten Land, auf dem sie das anbauten, was sie zum Leben benötigten. So entstanden Dörfer wie das, in dem wir zu Gast sind. Mit der Zeit zog ein gewisser Wohlstand ein, weil sich immer mehr Handwerker und Spezialisten in Neuschottland niederließen.
Handelsbeziehungen mit dem Mutterland und den benachbarten englischen Kolonien im Süden brachten Güter ins Land, die das Leben leichter machten. Bei unserem Besuch von Häusern aus späterer Zeit entdecken wir feines Porzellan, hübsche Tischdecken und Vorhänge, die den Wohnraum wohnlicher machen. Die Häuser sind besser isoliert, und die Anzahl der Räume nimmt zu.
Die einfachen Lager, auf denen die ersten Schotten in Nova Scotia schliefen, verschwinden nach und nach. Dafür gibt es Schlafzimmer mit Betten, Schränken und Kommoden, in denen Kleider aus selbst gewebten Stoffen hängen. Im Dorfladen werden Waren verkauft, die nicht im Dorf hergestellt werden. Sie kommen aus den südlichen Nachbarkolonien oder aus dem Mutterland und zeigen, dass sich das Leben der Siedler verändert.
Solche Details machen den Besuch interessant. Man sieht nicht nur, dass die Häuser größer werden. Man erkennt auch, wie aus dem Überleben langsam ein Alltag entsteht, der mehr Spielraum lässt. Ein Vorhang, eine Tischdecke oder ein Stück Porzellan erzählen dann fast genauso viel wie eine Jahreszahl.
Das muss für einen Spaziergang auf den Spuren der Schotten in Nova Scotia in den Koffer
- Bei Spaziergängen über unebene Wege tragen wir feste Wanderstiefel. Sie geben Halt, wenn der Boden feucht oder steinig ist.
- Für den Rundgang ist ein Wanderrucksack praktisch. Darin bringst du Getränke, eine Jacke und Kleinkram unter.
- Überprüfe mit unserer Checkliste Wandern, ob du alles Notwendige eingepackt hast.
- Ein Reiseführer für Nova Scotia hilft unterwegs, die Stationen auf Cape Breton besser einzuordnen.
In der Schmiede von Iona
Der Schmied von Iona demonstriert uns schließlich, wie er aus einem einfachen Stück Metall einen Löffel herstellt. Als Erinnerungsstück schmiedet er mir einen der groben Nägel, mit denen manche der Gebäude im Dorf zusammengehalten werden.
Bei ihm erfahren wir endlich, was das dumpfe Trampeln verursacht hat, das uns zu Beginn unseres Besuchs in Iona aufgefallen war. Ein massiger Kaltblüter galoppiert in vollem Tempo den Hang von der Dorfkirche herunter, als er den Schmied aus seiner Werkstatt treten sieht.
Dieser lacht nur und meint: „Der wartet wieder auf seine Streicheleinheiten.“
Er zieht einen Zuckerwürfel aus seiner Hosentasche und reicht ihn dem beeindruckenden Ross. „Er kennt mich, seit er ein Fohlen ist, und er verhält sich noch immer so, als ob er ein kleines, plumpes Pferdchen ist. Seiner Kraft ist er sich gar nicht bewusst.“ Sagt es, und der Genannte dreht sich zufrieden und um ein Zuckerstückchen reicher um und poltert mit dumpfen Hufschlägen wieder den Berg hinauf.
Es ist eine ruhige Welt, die wir hier kennenlernen. Sie begegnet uns auf unseren Reisen durch Nova Scotia immer wieder. Nicht laut, nicht aufdringlich, aber mit Geschichten, die hängen bleiben. Die Geschichte der Schotten in Nova Scotia ist sehenswert.
Praktische Fragen zum Besuch in Iona
Wie viel Zeit brauchst du für das Highland Village?
Für einen ruhigen Rundgang solltest du mindestens zwei Stunden einplanen. Wenn du mit den Darstellern sprichst, fotografierst oder den Blick auf den Bras d’Or Lake genießen möchtest, wird daraus leicht ein halber Tag.
Passt der Besuch in eine Cape-Breton-Rundreise?
Ja, besonders wenn du in Baddeck übernachtest oder den Bras d’Or Lake in deine Route einbaust. Als kurzer Stopp während einer reinen Cabot-Trail-Runde ist Iona dagegen weniger günstig gelegen. Dafür eignet sich der Ort gut, wenn du Cape Breton abseits der bekannten Aussichtspunkte erleben möchtest.
Warum ist das Museum für Nova Scotia wichtig?
Das Museum zeigt, wie stark gälische Kultur Cape Breton geprägt hat. Es geht nicht nur um Häuser und Werkzeuge, sondern auch um Sprache, Musik, Erzähltradition und das Leben der schottischen Siedler.
Reiseorganisation
Baile nan Gàidheal | Highland Village
4119 Highway 223
Iona, Nova Scotia
Kanada
Die aktuellen Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Website des Baile nan Gàidheal | Highland Village. Da sich Saisonzeiten und Programme ändern können, solltest du sie vor deiner Fahrt nach Iona prüfen.
Übernachten in Baddeck oder in der Nähe von Iona
Wir haben zum Beispiel in Baddeck übernachtet. Dort gibt es zahlreiche Hotels, Lodges, Inns und B&Bs. Die Anreise von Baddeck nach Iona dauert mit dem Auto etwa eine Stunde. Du kannst den Ausflug gut mit einer Rundfahrt am Bras d’Or Lake verbinden oder den Besuch im Highland Village als ruhigen Tagesausflug planen.
Wenn du auf Cape Breton übernachtest, ist Baddeck ein praktischer Standort für Ausflüge zum Bras d’Or Lake, nach Iona und zum Cabot Trail.
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In der Nähe des Highland Village liegt außerdem das Iona Heights Inn. Das kann praktisch sein, wenn du direkt am Bras d’Or Lake bleiben möchtest.
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Anreise nach Iona
Für den Besuch brauchst du am besten einen Mietwagen. Iona liegt am Highway 223 am Bras d’Or Lake. Wenn du von Baddeck kommst, solltest du für die einfache Fahrt etwa eine Stunde einplanen. Von anderen Orten auf Cape Breton hängt die Fahrzeit stark davon ab, ob du direkt fährst oder den Besuch mit weiteren Stopps am See verbindest.
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Flüge und Parken am Flughafen
Für eine Reise nach Nova Scotia bieten sich Flüge nach Halifax an. Von dort erreichst du Cape Breton am besten mit dem Mietwagen. Wenn du von Deutschland aus fliegst, lohnt sich außerdem ein Blick auf Parkmöglichkeiten am Abflughafen.
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Nova Scotia Tourism für die freundliche Einladung zu dieser Reise. Unsere Meinung bleibt jedoch unsere eigene.
Text: © Copyright Monika Fuchs sowie TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs sowie TravelWorldOnline