» » » Tomaž Kavčič – Slowenische Kochkunst

Tomaž Kavčič – Slowenische Kochkunst

Tomaž Kavčič - Slowenische Kochkunst vom Feinsten
Tomaž Kavčič – Slowenische Kochkunst vom Meister (Foto von Wolfgang Brugger)

 

Slowenische Kochkunst vom Feinsten könnt Ihr unweit von Vipava erleben. Auf unserer Genuss Reise durch Slowenien hatten wir jedenfalls das Glück, einen von Sloweniens herausragenden Köchen kennenzulernen. Tomaž Kavčič betreibt das Restaurant “Pri Lojzetu” im Schloss Zemono in vierter Generation. Die Kochkunst reicht in seiner Familie also schon weit zurück. Er hat sie perfektioniert. Schon immer blieben die Wirte seiner Familie den Erwartungen lokaler Gäste treu. Gleichzeitig jedoch suchten sie immer auch einen etwas anderen Ansatz. Sie boten ihren Gästen etwas anderes als der durchschnittliche Gasthof.

Tomaž Kavčič – Slowenische Kochkunst und Motorsport

Sogar Tomaž Kavčičs Entwicklung zum Starkoch ist außergewöhnlich. Er lernte das Kochen von seiner Mutter. “Meine Mutter Katja war zweifelsohne eine der ersten Köchinnen, die eine neue Einstellung in den Küchen unserer Region einführte. Sie legte frische Blumen auf den Teller. Dazu servierte sie hausgebackenes Brot. Damit muss man geboren sein. Sie wollte dem Gast soviel wie möglich geben. Damit zeigte sie ihm außerdem , dass er willkommen ist,” sagt Kavčič.

 

Dinner in Zemono
Dinner in Zemono

 

Dass er das zur Perfektion geführt hat, erleben wir bei unserem Abendessen in seinem Restaurant. Er und sein Team heißen uns willkommen wie alte Freunde. Selten habe ich mich in einem Restaurant dieser Güte auf Anhieb so wohl gefühlt. Immer wieder überrascht er mit fantasievoll präsentierten Speisen. Seine Speisenfolge ist ein Event, kein Menü. Das sagt er auch: “Es ist nicht nur das Essen auf dem Tisch, sondern alles, was geschieht, während der Gast sich im Restaurant befindet.” Seinen Respekt vor dem Gast zeigt er nicht nur durch das köstliche Essen.

Dabei hätte er auch im Motorsport Karriere machen können. Kavčič hat sich immer im Rennzirkus engagiert und hat es dabei im Motocross sogar zu einem zweiten Platz in einem Wettbewerb im früheren Jugoslawien gebracht. Das Kochen war also nicht von Anfang an seine Berufung. Vielleicht liegt’s auch daran, dass er nie bei einem der großen Chefs gelernt hat.

 

Suppe aus Purple Haze Karotten mit Ochsenschwanz
Suppe aus Purple Haze Karotten mit Ochsenschwanz

 

Ich bin froh, bei keinem großen Koch gelernt zu haben

War er früher traurig darüber, nie bei einem der großen Köche der Welt gelernt zu haben, ist er heute froh darüber. “Das ist vielleicht sogar ein Vorteil. So habe ich meinen eigenen Stil entwickelt. Heute ist dies ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz.” Sein Kochstil variiert vom Einfachen bis zum Komplexen. “Ich will jedoch immer einfache Ergebnisse erzielen. Weniger ist in meiner Küche auf jeden Fall mehr.”

 

Gnocchi mal anders
Gnocchi mal anders

 

Grundlegende Zutaten ohne Schnörkel

Tomaž Kavčič’ Definition der Kochkunst beruht auf der Verwendung der richtigen Zutaten. Dabei legt er Wert darauf, das Wesen dieser Zutat nicht zu verändern. Stattdessen serviert er sie dem Gast auf eine Art und Weise, dass dieser merkt, dass jemand an ihn gedacht hat bei der Zubereitung. Genau das ist es, was die Küche von Tomaž Kavčič so besonders macht. “Ich mag die Dinge nicht kompliziert machen.” Darauf legt er sowohl bei der Zubereitung als auch bei der Bezeichnung seiner Speisen Wert. Das zeigt er uns bei unserem Dinner auf eindrucksvolle Art. Als wir ihn nach einer Speisekarte fragen, auf der wir die Namen seiner köstlichen Speisen erfahren, meint er nur lapidar: “Die gibt es nicht.”

Erstes Slow Food Restaurant in Slowenien

Bei den Gerichten mag er keine raschen Veränderungen. Dreißig Prozent der Speisen sind konstant. “Ich verwende gerne lokale Produkte in meiner Küche. Aber wir versuchen auch den weltweiten Trends zu folgen.” Etwa um das Jahr 1994 kam die Slow Food Bewegung nach Slowenien. Der Gasthof seiner Familie war der erste, der im italienischen Slow Food Guide veröffentlicht wurde, erklärt er.

 

Rindertatar mit Rinderessenz - ungewoehnlich serviert
Rindertatar mit Rinderessenz – ungewoehnlich serviert

 

Stärker noch als die Slow Food Bewegung hat ihn jedoch die Organisation der Jeunes Restaurateurs de Europe beeinflusst. “Die Jeunes Restaurateurs de Europe sind nicht überkandidelt. Sie sind entspannt und sehr kreativ. Darum bemühe ich mich ebenfalls.”

Slowenische Kochkunst im Ausland

Kochen, Lehren und Kreativ sein im Ausland gehört zu Tomaž Kavčič’s Alltag. Fast monatlich ist er im Ausland eingeladen. Er kocht in Italien, Deutschland, Österreich, Japan oder Frankreich. Auf Konferenzen traf er Ferranom Adria, Heinz Beck, Rene Redzepi, Heston Blumental …. mit vielen von ihnen ist er befreundet. “Emanuele Scarello, Chef im einzigen Restaurant in Friaul mit zwei Michelin Sternen, dem Agli Amici, nennt mich seinen Bruder, nicht seinen Freund. Ich verstehe mich sehr gut mit vielen anderen Köchen.  Dazu gehört der Chef des Don Alfonso … Aber trotz aller Küchenmeister, die ich kenne, hat mich die Küche meiner Mutter am meisten beeinflusst. Heute suche ich auf meinen Reisen um die Welt nach Inspirationen. Dabei schaue ich immer zuerst, wo wir essen”, sagt Tomaž.

 

Baeckchen vom Baeren
Baeckchen vom Baeren – Slowenische Kochkunst auf dem heißen Stein

 

Worauf ist Tomaž Kavčič stolz?

“Wenn ich einige der Dinge herausheben soll, auf die ich besonders stolz bin, dann gehört dazu das Mittagessen für alle 27 Premierminister in Brüssel. Es war eine einzigartige und sehr wertvolle Erfahrung”, sagt Tomaž.

Slowenische Kochkunst vom Feinsten: Heute ist er der einzige slowenische Gewinner des renommierten italienischen Cuoco d’oro. Er ist Gewinner des Sv. Fortunat Preises. Er erhielt einen Preis für das beste Restaurant in Zentral- und Ost-Europa. Und sein Restaurant wurde mehrfach als bestes Restaurant in Slowenien ausgezeichnet. Er gehört der internationalen Vereinigung der Chaîne des Rôtisseurs und der italienischen Le Soste an. Außerdem ist er Ehrenmitglied im Ambassador’s Club Sloweniens und Belgiens, und er ist Ambassador der weißen Trüffel von Alba.

Jedes Jahr nimmt er teil am Audi Chefs Cup in Alta Badia, ist beim Alpe Adria Cooking dabei, beim Feste Vico in Neapel. In den letzten Jahren nimmt er zudem teil am Festiwine in Dubrovnik, dem VinoForum in Rom, Vinitaly in Verona, dem Circo Mercato in Rimini. Er ist auf der ITB in Berlin ebenso anzutreffen wie beim Ein Prosit in Tarvisio-Malborghetto. Und natürlich nimmt er ebenso gerne an gastronomischen Veranstaltungen zu Hause teil wie dem Sladolent, der Restaurantwoche, der Full Moon Party und vielem mehr.

Das Drive & Style Gourmet Magazin hat Tomaž Kavčič zum Koch des Jahres 2014 gekürt.

Im März 2015 wurde das Pri Lojzetu Restaurant außerdem vom französischen Botschafter in Slowenien eingeladen, sich am Goût de France zu beteiligen.

Bisher gibt es noch kein Kochbuch von Chef Tomaž Kavčič. Seine Rezepte finden sich jedoch in vielen slowenischen und internationalen Veröffentlichungen.

Unser Fazit:

Unser Besuch im Restaurant von Tomaž Kavčič hinterließ einen tiefen Eindruck auf uns. Noch nie wurden wir in einem fremden Restaurant so herzlich betreut und willkommen geheißen wie im Pri Lojzetu. Dazu kommen die köstlichen Speisen, die gerade wegen ihrer Einfachheit den Eigengeschmack der Zutaten besonders hervorhoben. Kombiniert mit der fantasievollen Präsentation der Gerichte ist ein Abend im Restaurant von Tomaž Kavčič ein gastronomisches Event, das wir außerordentlich genossen haben. Slowenische Kochkunst vom Feinsten … auf jeden Fall .

Weitere Impressionen von unserem Abendessen im Restaurant Pri Lojzetu gibt’s in Petar’s Video:

 


Reiseorganisation:

Anreise:

Mit dem Auto erreicht Ihr Vipava (unweit der Gostilna Pri Lojzetu) von München in knapp fünf Stunden (ohne Verkehr). Der nächstgelegene Flughafen ist Ljubljana.

Mietwagen:

Günstige Mietwagen – schnell und einfach buchen!*

Hotels:

Unterkünfte in und um Vipava* könnt Ihr außerdem über unseren Partner booking.com buchen.


Weitere Genuss und Kulinarik Tipps findest Du hier. Entdecke Restaurants, die wir empfehlen.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Best Press Story für die Unterstützung dieser Reise. Unsere Meinung bleibt wie immer unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

24 Responses

  1. Traveling Ted
    | Antworten

    The gnocchi looks delicious. Looks almost like a scallop, but I see it is more like a dumpling. With that tasty looking sauce and seasoning, I don’t think it matters what it is. Would love to try and wash it down with some vino.

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      It was very good, Ted. And you are right, it was made like a dumpling. It tasted great – including the wine to go with it.

      Kind regards,
      Monika

  2. Sophie
    | Antworten

    Looks so delicious and creative. Must have been a fab experience.

  3. Marlys
    | Antworten

    Mann, das sieht so lecker aus, was ihr so schlemmerhaft gekostet habt. Der Koch klingt sehr interessant, dass er sein Stil selbst entwickelt hat.

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Marlys,

      das Essen war super lecker! Und der Koch – und seine Crew – haben das Erlebnis perfekt gemacht. Eine interessante Geschichte, die wir da erlebt haben.

      Liebe Grüße,
      Monika

  4. Agata
    | Antworten

    This looks like extraordinary experience! Lucky you!

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      It definitely was that, dear Agata. It was more a culinary event than a dinner in an upscale restaurant.

      Kind regards,
      Monika

  5. Claudia
    | Antworten

    Hallo ihr zwei, ich weiß ehrlich gestanden auch nicht, weshalb ich erst einmal in Slowenien war und das ist dreißig Jahre her. Oder noch länger. Jdenfalls reget der Beitrag dazu an, sich einmal auf den Weg zu machen. Vielleicht heuer im Frühsommer. Liebe Grüße, Claudia

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Claudia,

      wir sind bis vor wenigen Jahren auch nur durchgefahren. Inzwischen haben wir jedoch entdeckt, dass dieses kleine Land einiges zu bieten hat, das einen Aufenthalt lohnt. Und von Salzburg aus ist es ja wirklich nicht weit.

      Liebe Grüße,
      Monika

  6. Jessica
    | Antworten

    Hallo Monika,
    das ist mal wieder so ein Artikel der Kategorie: “Ich will auch!” Danke für die Inspiration. Die slowenische Küche scheint es ja faustdick hinter den Ohren zu haben.
    Liebe Grüße
    Jessica

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Jessica,

      es gibt dort einiges Überraschendes zu entdecken. Das stimmt. Interessant fanden wir neben der gehobenen Küche des Landes aber auch die Bauernküche.

      Liebe Grüße,
      Monika

  7. Liebe Monika,
    so wie du beschreibst, ist der komplette Restaurantbesuch ein Erlebnis und es steht nicht nur die Mahlzeit selbst im Vordergrund. Alles drumherum, die Blumen, die Dekoration und der Respekt für die Gäste tragen zu einem Ambiente bei, das ihr wohl so schnell nicht mehr vergessen werden. Es freut mich, dass ihr so herzlich empfangen wurdet und du die guten Erfahrungen hier weitergibst.

    Herzliche Grüße,
    Stefanie

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Stefanie,

      es waren nicht nur die Blumen und die Dekoration, sondern auch wie das Essen serviert wurde. So ein Dinner hatte ich bis zu unserem Besuch in diesem Restaurant noch nicht erlebt. Es ist etwas ganz Besonderes.

      Liebe Grüße,
      Monika

  8. Nina
    | Antworten

    Hi ihr zwei,

    wenn ich das lese, fällt mir auf, dass ist diese Ecke Europas noch gar nicht auf meiner Reiseliste habe. Scheint so, als sollte ich das mal ergänzen.

    Und viel schlimmer, jetzt knurrt mein Magen! Das sieht aber auch alles gut aus und mit soviel Hingabe zubereitet.

    Viele liebe Grüße, Nina

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Nina,

      wir sind auch erst dabei, diese Region näher kennen zu lernen. Bisher sind wir durch Slowenien immer nur auf dem Weg ans Meer durchgefahren. Erst jetzt sehen wir, dass das Land selbst viel zu bieten hat. Es lohnt sich, dafür Zeit einzuplanen.

      Liebe Grüße,
      Monika und Petar

  9. Daniel
    | Antworten

    Hmm, als Schlemmermaul läuft mir gerade das Wasser im Mund zusammen. Die Speisen sehen wirklich toll aus. Sollte ich jemals nach Slowenien kommen, werde ich ein wenig sparen und das Restaurant mal besuchen :)

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Daniel,

      sooo teuer war das gar nicht. Man muss ja nicht gleich das Degustationsmenü nehmen :D

      Liebe Grüße,
      Monika

  10. Barbara
    | Antworten

    Liebe Monika und lieber Petar,
    Den Koch und das Gasthaus empfinde ich bei Eurem Bericht als sehr sympathisch und bodenständig, dabei regional, traditionell aber modern und persönlich interpretiert. Entapannt, kreativ, unkompliziert.
    – Das finde ich heutzutage so wichtig und schön. Wenn ich mir die Gerichte anschaue, sind die total nachmeinem Geschmack. Der Rindertatar ist super serviert, das sieht richtig klasse aus!
    Ich muss zugeben, dass ich in Slowenien bisher eher volle Teller und viel Frittiertes bekommen habe – meist esse ich, wenn ich Hunger habe und vergesse alle Vorsätze und Restaurantlisten, die ich mir mitgenommen habe. Aber dieses Restaurant klingt super, wenn ich das nächste Mal nach Slowenien komme, dann schue ich da vorbei.
    Jetzt schaue ich gleich ins Video rein.
    Liebe Grüße, Barbara

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Barbara,

      ja, das stimmt alles, was Du gesagt hast. Das Essen war einfach super! Und wir waren noch nie in einem Restaurant, in dem das so fantasievoll serviert wurde wie dort. Wir können das Essen und das Restaurant voller Begeisterung empfehlen. Lass uns wissen, wenn Du dort warst. Es interessiert uns sehr, was Du davon hältst.

      Liebe Grüße,
      Monika und Petar

  11. Sabine
    | Antworten

    Das hört sich so super an! Die Speisen sehen absolut köstlich und liebevoll dekoriert aus! So wie ihr es beschreibt, scheint es wirklich perfekt zu sein, inklusive herzlichem Service. Das Restaurant habe ich mir gespeichert-herzlichen Dank für diesen tollen Tipp!
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Sabine,

      ich bin mir ziemlich sicher, dass Dir das Restaurant gefallen würde. Wir waren absolut begeistert – das war kein Abendessen, sondern ein persönliches kulinarisches Event.

      Liebe Grüße,
      Monika

  12. Anita
    | Antworten

    Danke euch beiden für diesen tollen Tipp! Ich möchte demnächst unbedingt mal in die Gegend von Vipava. Da habe ich einen ganz tollen Tipp für eine Unterkunft bekommen. Dann kann ich mir auch gleich das Restaurant von Tomaž Kavčič genauer ansehen. Ich bin ja in knapp 2 Stunden dort, das muss sich 2017 einfach einmal ausgehen. Euer Video ist auch wirklich klasse! Viele liebe Grüße aus Kärnten, Anita

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Das lohnt sich unbedingt, liebe Anita. Lass uns wissen, wenn Du dort warst. Ich bin sehr gespannt, wie es Dir gefällt. Und danke, dass Dir unser Video gefällt. Das freut uns sehr.

      Liebe Grüße,
      Monika und Petar, der das Video gemacht hat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alles klar