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Wie schenkt man ein Guinness ein?

Guinness Draft
Harald Bischoff, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Wie schenkt man ein Guinness richtig ein?

Wie man ein Guinness Bier richtig einschenkt, erfahren wir im Guinness Storehouse. Wir sind nicht die Einzigen, die das interessiert. Sogar Barack Obama und seine Frau haben sich daran schon versucht im Ollie Hayes Pub in Moneygall, Irland.

 

Michelle Obama schenkt ein Guinness ein
Pete Souza, Public Domain

 

Im Guinness Storehouse in Dublin kannst Du das lernen

Ein Besuch im Guinness Storehouse ist ein Besuch im Museum, in dem sich alles um das dunkle Ale aus Irland dreht. Über mehrere Stockwerke erstrecken sich die Ausstellungsräume historischer Dokumente, Bierbottiche, Gärkanister und lustiger Werbeideen, die die Guinness-Brauerei in Dublin im Laufe ihrer jahrhundertealten Geschichte verwendet hat. Darunter ist unter anderem auch der Pachtbrief, in dem Arthur Guinness das Gelände der Brauerei für die nächsten 9000 Jahre gepachtet hat – ein weitblickender Mann, wie sich herausstellte. Auf diesem Areal liegt heute eine der größten Bierbrauereien der Welt mitten in Dublin, der Hauptstadt Irlands.

Ein Rundgang durch die Geschichte des Guinness Biers

Flach anlegen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Flach anlegen

Auf dem Weg durch die Stockwerke des Guinness Storehouse erfahren wir mehr darüber, was das Besondere an Guinness ist und worin es sich von den üblichen Stouts und Bieren der Bierszene Britanniens unterscheidet. Dabei spielt das Wasser aus den Wicklow Mountains eine große Rolle, aber auch die Behandlungsarten der Gerste, die im Brauprozess verwendet werden: rohe Gerste, gemälzte Gerste und – und das ist typisch für Guinness – geröstete Gerste. Dazu kommen Hopfen und Wasser, die zusammen schließlich das dicke, dunkle Bier ergeben, für das Irland bekannt ist.

Die Gravity Bar im Guinness Storehouse

Wir besuchen das Guinness Storehouse einen Tag nach dem St. Patrick’s Day Wochenende – offensichtlich die Zeit mit den meisten Besuchern. Man erzählt uns, dass allein an diesen drei Tagen mehr als 25.000 Besucher durch das Ausstellungsgelände der Brauerei gezogen sind. Alle mit einem Ziel: der Gravity Bar im obersten Stock, einer glas-umsäumten Bar, die einen Rundumblick auf Dublin und die Umgebung bietet. Bei klarer Sicht hat man von hier aus einen Blick auf die Wicklow Mountains im Süden Dublins.

Allerdings verstecken die sich im feinen Frühlingsregen vor unseren Augen, und so richten wir unseren Blick lieber auf das Glas Guinness in unserer Hand. Anfangs tat ich mich schwer mit dem würzigen Bier – es wollte mir nicht so recht schmecken. Aber nach einigen Versuchen gewöhne ich mich an den eher herben Geschmack, und ich denke, wenn unsere Irland Reise noch einige Tage länger gedauert hätte … wer weiß, vielleicht wäre ich sogar ein Fan des irischen Gebräus geworden. Ein Grund, wieder zu kommen?

Mein Versuch - nicht schlecht, oder? © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
So schenkt man ein Guinness Bier richtig ein

So zapft man ein Guinness richtig

Eines habe ich gelernt bei unserem Besuch in der Guinness Brauerei: wie man ein Guinness richtig zapft und einschenkt. Das will geübt sein, denn schließlich will man den dicken weißen Schaum, der sich leicht über den Rand des Glases nach oben wölbt erreichen. Dazu lege ich zunächst das Glas flach unter den Zapfhahn und richte es anschließend langsam auf, bis es aufrecht unter dem Hahn steht.

Dann lässt man das Glas eine Minute ruhen, bis sich der Schaum oben sammelt und das Bier im unteren Teil des Glases klärt.

Danach hält man es noch einmal unter den Zapfhahn und füllt das Glas, bis sich die feste Schaumhaube über dem Glasrand leicht nach oben wölbt. Geübte Bierzapfer können dabei das Glas so drehen und wenden, bis sie zum Beispiel ein Kleeblatt oder andere „Malereien“ im Schaum hinterlassen. Aber das ist etwas für Könner. Ich gebe mich zufrieden mit meiner schönen dicken Schaumschicht.

Warum zapft man Guinness auf diese Art?

Es gibt einen Grund, warum man Guinness auf diese Art zapft. Vor 1960 war jedes Guinness Bier, das die Brauerei verließ, im Fass temperiert. Erst danach führte man den Transport in einer Stickstoff-Kohlensäure-Gasmischung ein. In den alten Fässern kam das Bier oft sehr schaumig in den kleinen Pubs auf dem Land an. Knappe Lagermöglichkeiten und großer Bierdurst der Kundschaft bedingten jedoch den raschen Verbrauch frisch gelieferter Fässer. Zeit, dass sich das Bier in Lager setzt, blieb keine. Die Wirte schenkten daher schaumiges Bier aus neuen Fässern ins Glas, ließen es eine Minute stehen und füllten das Glas mit Bier aus Fässern auf, die schon länger standen.

 

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In den Fässern, in denen Guinness heute geliefert wird, schäumt das Bier nicht mehr so stark. Daher wäre das Zapfen in zwei Stufen eigentlich nicht mehr nötig. Allerdings behielt man diese Methode bei, um den Kunden das Bier aus modernen Fässern schmackhaft zu machen.

Am Geschmack des Biers ändert die Art des Zapfens nichts

Seit Jahrzehnten liefert die Brauerei ihr Bier inzwischen in den neuen Fässern aus. Am Geschmack eines Guinness ändert die Art des Zapfens nichts. Sie ist Tradition und gleichzeitig ein Marketing Gag der Firma. Die perfekte Pint zelebriert man – in der Brauerei, aber auch in den Pubs überall in Irland. Nimmt man es ganz genau, sollte der Zapfprozess eines Guinness mit zweimaligem Zapfen genau 119,53 Sekunden dauern. Das propagiert die Brauerei auch in ihren Werbekampagnen. Den Spruch „Good Things come to Those Who Wait“ kennt in Irland jedes Kind.

Wichtiger als die Art des Zapfens ist die Temperatur, bei der man ein Guinness ausschenkt. Hier empfiehlt die Brauerei, ein gezapftes Guinness bei sechs Grad auszuschenken. Ein Extra Cold Guinness sollte bei 3,5 Grad serviert werden. Nicht immer entspricht diese Empfehlung auch dem Geschmack von Guinness-Liebhabern. Früher tischte man ein Guinness bei Kellertemperatur (ca. 13°C) auf. Es soll sogar Bier-Fans gegeben haben, die ihr Guinness bei Zimmertemperatur genossen (ca. 20°C). Man sieht also, es bestätigt sich wieder einmal. Die Geschmäcker sind verschieden.

 

Guinness Zapfhähne
Tim Sackton – Guinness On Tap, CC BY-SA 2.0

Das Bier serviert man im Tulpenglas

Dass Gläser den Geschmack ihres Inhalts beeinflussen, haben bei einer Weinverkostung entdeckt. Der Wein schmeckte in einem Spezialglas tatsächlich intensiver und besser. Inwiefern das auch fürs Bier zutrifft, haben wir nicht getestet. Aber auf jeden Fall gibt es eine Glasform, die für den Ausschank des Guinness empfohlen wird. Das amerikanische Esquire Magazin sagt, dass das Bier nur in einem tulpenförmigen Glas kredenzt werden soll. Es gibt jedoch auch hier Formen, die sich voneinander unterscheiden. Bisher hat man das Bier vor allem in großen Tulpengläsern serviert, die eine geschwungene Form aufweisen. Die Brauerei entwarf 2010 ein neues Glas und will die Glasform in Zukunft ändern. Ihr Bier soll künftig nur noch in großen und nach oben leicht breiter werdenden Gläsern serviert werden.

 

Guinness Glas
Neue Form des Guinness Glases – ArchiveCarrickfergus – Own work, CC BY-SA 3.0

So entsteht der Schaum

Typisch für ein Glas Guinness ist der fest und samtige Schaum. Dieser muss sein, damit ein Guinness als solches schmeckt. Dafür hält man das Glas zunächst in einem 45 Grad Winkel unter den Zapfhahn und schenkt das Glas zu 3/4 voll. Das Bier wird mit hohem Druck durch den Hahn gepresst. Dadurch bilden sich kleine Stickstoffbläschen, die zu Schaum werden. Dieser bekommt eine dicke Konsistenz, die typisch ist für Guinness. Beim zweiten Zapfvorgang füllt man das Glas, bis sich eine Schaumkrone über dem oberen Glasrand bildet.

Für mich ist der Schaum das Besondere an einem Glas Guinness. Erst wenn dieser dick genug ist, dass sich beim Trinken ein Schaumrand am Mund bildet, genieße ich dieses Bier. Er sorgt für ein samtiges Gefühl auf den Lippen, das ich ausschließlich mit Guinness verbinde. Erst danach folgt der würzige Geschmack, der für dieses Bier aus Irland so typisch ist. Ich kann den Werbesprüchen der Brauerei nur zustimmen, wenn sie sagen: „A Guinness is good for you.“

Guinness Werbung

Dass die Marketing Abteilung von Guinness einen guten Job macht, sieht man nicht nur im Guinness Storehouse. Im Gegenteil! Im ganzen Land stößt man immer wieder auf Werbung, die auf das Bier hinweist. Du kannst sie auf Blechschildern in Pubs sehen. Dort hängen diese an den Wänden und preisen die Vorzüge des Bieres an. Immer mit einer Prise Humor. Die gehört in Irland einfach dazu.

Guinness Werbeschilder

Wir haben selbst ein Guinness Werbeschild in unserer Küche hängen. Die witzigen Schilder machen gute Laune und erinnern uns an unsere Reisen auf die Grüne Insel. Mein liebstes Motiv ist dieses mit dem Kutscher, der sein Pferd auf der eigenen Kutsche hinter sich herzieht.

Sogar an Hauswänden taucht die Werbung der Brauerei auf. Eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. An einer Landstraße in den Wicklow Mountains gibt es einen Pub, von dem ein Bierfahrer den Autofahrer anlacht. Statt, dass sein Pferd die Bierkutsche voller Bierfässer zieht, hat er dieses in den Wagen geladen. Er zieht selbst die Kutsche mit dem Spruch auf den Lippen: „A Lovely Day for a Guinness“.

Eine gute Auswahl der Werbeschilder* findest Du hier. Den Kutscher mit seinem Pferd kannst Du hier bestellen*.

 

Im Guinness Storehouse widmet sich ein Ausstellungsraum den humorvollen Sprüchen und Plakaten, die im Laufe der Zeit für das Bier aus Irland warben.

Ein Besuch im Guinness Storehouse macht Spaß

Einen Besuch in der Guinness Brauerei mit einer Führung durch die „heiligen Hallen der Bierkunst“ sollte man sich im Guinness Storehouse nicht erwarten. Es ist eher ein Ausflug in die Vergangenheit des Bierbrauens in Irland und in die Guinness Geschichte. So hatten wir einige Stunden Spaß bei unserem Rundgang durch die Hallen des Biertempels, und das sogar mit eigenem Bierausschank.


Reiseorganisation:

Anreise
Lufthansa und Air Lingus fliegen nach Dublin.

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Dublin Pass:
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Dublin Sightseeing Touren:
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Transfers:
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Tickets und Eintrittskarten:
Tickets für diverse Führungen und Eintritte* gibt’s hier.

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Guinness Storehouse
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung der Reise durch Failte Ireland

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Monika Fuchs, TravelWorldOnline

2 Responses

  1. Monika Fuchs
    | Antworten

    Macht Spaß, es ist so eine Art interaktives Museum, in dem’s um alles geht, was Guinness angeht: die Personen, den Brauprozess, und natürlich das Bier selbst.

  2. Claudi um die Welt
    | Antworten

    9000 Jahre! :D Der Mann war echt clever!
    Ich habe bisher das Storehouse immer als Tourifalle abgetan. Dass hier nicht wie in einer schottischen Whiskey-Destille der Brau-Prozess vorgestellt wird, sondern eine Museum… macht’s für mich doch interessant.
    Wenn ich das nächste Mal in Dublin Zeit totzuschlagen habe, könnte ich ja mal Biereinschenken lernen!
    LG Claudi

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