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Der verrückte Trapper vom Rat River
Menschenjagd in der kanadischen Arktis
Eines der mysteriösesten Ereignisse des kanadischen Nordens ist die wahre Geschichte einer spektakulären
Menschenjagd, die am 17. Februar 1932 zu Ende ging. An diesem Tag wurde ein Unbekannter, dessen Identität bis
heute ungeklärt blieb, von einer Überzahl an Polizisten erschossen. Ankunft Albert JohnsonsIm Jahr 1931 tauchte ein unbekannter Mann, der sich Albert Johnson nannte, in Fort McPherson, einem kleinen Ort am Mackenzie River südlich von Inuvik auf. Er verhielt sich recht seltsam. Im kleinen Dorfladen kaufte er eine ungewöhnlich große Menge Munition und Vorräte, was an sich nicht verwunderlich war, da viele Menschen, die dort einkaufen, nur selten Gelegenheit finden, sich im Geschäft des Ortes mit dem Notwendigsten einzudecken. Auffallend war jedoch, dass er seine Einkäufe mit einem ganzen Bündel Geld bezahlte. Und dies war etwas sehr Außergewöhnliches in einer Region, in der die meisten auf Pump kauften und die Waren mit Fellen bezahlten, die sie im Laufe des Winters sammelten. Er hielt sich nicht lange im Ort auf, sondern zog weiter an nach Rat River, wo er sich eine festungsartige
Blockhütte errichtete, wie sich später herausstellen sollte. Es scheint fast, als ob er von Anfang an
Schwierigkeiten erwartete und sich dagegen zu wappnen versuchte. Die Probleme beginnenSchon bald nach der Ankunft dieses Unbekannten in der Arktis klagte ein ortsansässiger Trapper bei der Polizei darüber, dass seine Fallen von Johnson entfernt würden. Diese schickte zwei Beamte aus, um den Neuankömmling zur Rede zu stellen. Als sie bei seiner Hütte ankamen, deuteten Fußspuren im Schnee und aufsteigender Rauch darauf hin, dass er zu Hause war. Aber trotz mehrfachen Klopfens öffnete der seltsame Bewohner des Hauses, der von den Polizisten durchs Fenster gesehen wurde, seinen Besuchern nicht die Tür. Auch dies ist in den entlegenen Regionen des Nordens ein sehr ungewöhnliches Verhalten, wenn man bedenkt, dass viele Menschen dort monatelang allein leben und normalerweise froh über jede Abwechslung sind. Da ihnen die rechtliche Befugnis zum Eindringen in die Hütte fehlte, waren die Beamten gezwungen, nach Aklavik zurückzukehren, um einen Durchsuchungsbefehl zu holen. Dort berichteten sie davon, was geschehen war und kamen mit den nötigen Papieren und Verstärkung zurück. Wieder weigerte sich Johnson, die Tür zu öffnen. Als die Beamten daraufhin versuchten, diese mit Gewalt aufzubrechen, schoß er auf sie und hielt sie fünfzehn
Stunden lang davon ab, in seine Hütte einzudringen. Und dann begann seine spektakuläre Flucht, die
ihn zu einer Legende des Nordens werden ließ. Auf der FluchtOhne Ausrüstung und Vorräte floh Johnson vor seinen Verfolgern in der eisigen Kälte des arktischen Winters. Er versuchte Alaska zu erreichen, um so dem kanadischen Gesetz zu entkommen und überstand dabei außergewöhnliche Strapazen. Johnsons Überlebenswille muss enorm gewesen sein, wenn man bedenkt, dass er die Polizeitruppen der Royal Canadian Mounted Police sieben Wochen lang in Atem hielt. Achtundvierzig Tage lang jagten sie ihn. Dabei kam es zu weiteren Schießereien, bei denen insgesamt zwei Polizisten verletzt und einer getötet wurde. Erst als zum ersten Mal in der Geschichte des Nordens moderne Geräte wie Flugzeuge und Funk eingesetzt wurden,
gelang es den Mounties, Johnson zu stellen. Wop May, einer der frühen Buschpiloten, wurde zu Hilfe gerufen.
Er teilte den Verfolgern über Funk die Position des Flüchtigen mit und so gelang es schließlich einer
siebzehn Mann starken Polizeitruppe, Johnson einzukreisen und schließlich zu töten. Wer war dieser Unbekannte?Damit ging zwar eine der spektakulärsten Verfolgungsjagden in der Geschichte des kanadischen Nordens
zu Ende. Aber die Rätsel begannen erst. Bis heute ist ungeklärt, wer dieser mysteriöse Unbekannte war, der
sich Albert Johnson nannte. Die einen halten ihn für einen kanadischen Trapper, der sich nach Problemen
mit dem Gesetz in der Einsamkeit des Nordens zurückzog. Andere glauben, er sei ein Gangster aus Chicago
gewesen. Aber niemand kann beweisen, wer dieser geheimnisvolle Fremde wirklich war. Nur eines ist sicher:
Er liegt heute auf dem Friedhof von Aklavik in den Nordwestterritorien begraben, und eine Gedenktafel
erinnert an die aufsehenerregenden letzten Wochen seines Lebens. http://www.travelworldonline.de/yukonmadtrapper.html
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