Ontarios Anfänge im Upper Canada Village

Upper Canada Village

Im Upper Canada Village tauchst Du ein in die Geschichte Ontarios. Das heutige Ontario ist geprägt vom wichtigsten Industriezentrum Kanadas am Golden Horseshoe, einem Konglomerat aus mehreren Städten, die zu einer riesigen Metropole mit mehr als acht Millionen Einwohnern zusammen gewachsen sind. Toronto und seine Vorstädte bilden die am dichtesten besiedelte Region Kanadas.

Ontario im 19. Jahrhundert im Upper Canada Village

Doch das war nicht immer so. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war Ontario eine ländlich geprägte Provinz, in der die meisten Menschen vom Ackerbau und den Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte lebten.

 

 

Bis 1834 trug Toronto den Namen York nach einem Mitglied der britischen Königsfamilie, und nicht selten machte man sich lustig über „Muddy York“, das schlammige York: Ein gängiger Witz der Zeit erzählt, wie ein Mann auf einem der Bretterstege durch die Stadt ging, die damals als Fußgängerwege dienten. Dabei sah er einen Hut auf der Straße liegen und hob ihn auf. Erstaunt erblickte er darunter den Kopf eines Mannes, der aus dem Morast ragte und fragte ihn, ob er ihm helfen könne. Dieser schüttelte den Kopf und meinte nur: „Ist schon gut, aber wenn Sie vielleicht dem Pferd unter mir helfen könnten?“

Ganz so schlimm sah es vielleicht nicht aus in der Hauptstadt von Oberkanada, das 1867 mit der Gründung der kanadischen Konföderation zur neuen Provinz Ontario wurde. Aber einen Grund für diesen Witz lieferte die Stadt sicherlich. Und auf dem Land waren die Verhältnisse garantiert noch einfacher.

Zeitreise in die Vergangenheit

Wir begeben uns auf die Suche nach dem Leben im Ontario Mitte des 19. Jahrhunderts und besuchen das Upper Canada Village bei Morrisburg, das zwischen Kingston und Montreal am Ufer des Sankt Lorenz Stroms liegt. Das Dorf entstand 1958 während des Baus des Schifffahrtskanals, über den hochseetüchtige Schiffe durch ein komplexes Schleusensystem bis ins Zentrum des amerikanischen Kontinents fahren können. Bei der Konstruktion des Sankt Lorenz Seewegs wurden zehn Dörfer am Ufer des Stroms überflutet, und viele der von der Zerstörung bedrohten Gebäude wurden im neu geschaffenen Museumsdorf originalgetreu wieder aufgebaut.

Seit der Eröffnung des Freilichtmuseums im Jahr 1961 wird dort das Leben in einem anglokanadischen Dorf im Jahr 1866 gezeigt mit allem, was dazu gehört: Farmen, Ackerland, einer Dorfkirche, einer Schule, einer Taverne, den weiterverarbeitenden Betrieben der Zeit und Menschen, die den alltäglichen Aufgaben im Leben eines Dorfbewohners in Ontario nachgehen. Wir nehmen uns einen halben Tag Zeit, um dieses dörfliche Idyll am Ufer des Stankt Lorenz näher zu erkunden.

 

Dorfladen im Upper Canada Village
Gabriele bespricht Aktuelles im Dorfladen des Upper Canada Village

 

Gedenkstätte für die Schlacht von Crysler Farm

Bevor wir zum Besucherzentrum des Upper Canada Village gelangen, passieren wir eine parkähnlich angelegte Gedenkstätte für die Schlacht von Crysler Farm, die am 11. November 1813 während der letzten kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Engländern und Amerikanern auf nordamerikanischem Boden ausgetragen wurde. Die Schlacht erwies sich für den Krieg als entscheidend und fand nur wenige Meilen von der Stelle entfernt statt, an der sich das heutige Upper Canada Village befindet. Da auch der  Schauplatz der Schlacht beim Bau des Seewegs überschwemmt wurde, bot es sich an, die Gedenkstätte vor dem Museumsdorf einzurichten.

Im Besucherzentrum des Museumsdorfs  erwartet uns Gabriele Thomas, eine Österreicherin, die vor Jahren nach Kanada auswanderte und heute als Senior Supervisor im Upper Canada Village arbeitet. Sie trägt ein Kostüm der Zeit mit langem Rock und weiter Krinoline. Sie führt uns durch das Dorf und erklärt uns im schönsten österreichischen Dialekt, was wir unterwegs sehen. Wir erfahren einiges über die Hintergründe des Kriegs von 1812 und wie es zu seinem Ausbruch kam. Erst danach treten wir ein in die Welt Mitte des 19. Jahrhunderts.

So lebte man in Ontario Mitte des 19. Jahrhunderts

Überall plätschert, tropft und rauscht es: das ist das Erste, was mir auffällt. Alle Maschinen, die wir im Dorf sehen, werden mit Wasserkraft angetrieben. Ein ausgeklügeltes System von Kanälen zweigt vom Dorfteich ab und sorgt dafür, dass Sägen, Mühlen, Webstühle und andere technische Errungenschaften der Zeit bis heute einigermaßen reibungslos funktionieren.

Und so hämmert es ohne Unterlass aus dem Haus des Schmieds, knirschen die Mahlsteine aus der Mühle, wenn sie das frisch angelieferte Korn zu Mehl mahlen, rattern die zahlreichen Webstühle in der Weberei und kreischen die Sägen, die gewaltige Baumstämme in Bretter zerteilen. Es herrscht ein betriebsames Durcheinander im Dorf, und die Menschen sind überall fleißig bei der Arbeit.

 

Waren im Dorfladen des Upper Canada Village
Die Auswahl ist groß im Dorfladen

 

Trotzdem hat man nicht den Eindruck, dass Hektik den Tagesablauf bestimmt. Ganz im Gegenteil: jeder nimmt sich Zeit für eine Unterhaltung und ein Schwätzchen, während im Hintergrund seine gut gewarteten Maschinen ihre Arbeit erledigen: der Müller erklärt uns, dass er sein Mehl von den Farmern aus dem Dorf erhält. Und das ist wörtlich zu verstehen, denn auf den Feldern des Upper Canada Village wird Getreide angebaut, genauso wie im Jahr 1866 in den Dörfern am Sankt Lorenz Strom.

So arbeitete man im 19. Jahrhundert in Ontario

Überall im Dorf arbeitet man – Mehl wird in der Mühle gemahlen und schließlich beim Dorfbäcker zu leckerem und herrlich duftendem Brot gebacken, das den Gästen in der Dorftaverne aufgetischt wird. Gabriele erzählt uns: „Die Bäcker produzieren zu viel Brot, und wir liefern den Überschuss an Bäckereien in der Umgebung. Die Einnahmen helfen uns, den Museumsbetrieb aufrechtzuerhalten.“

Im Sägewerk zeigt uns ein Hüne von Mann stolz das mehrere Meter lange Brett, das seine mit Wasserkraft betriebene Säge gerade von einem dicken Baumstamm abgeteilt hat, und in der Weberei kämpft der Weber unter unseren neugierigen Blicken mit den technischen Tücken seines Webstuhls, der nicht so möchte wie er das will. Erst nach einigem Hin und Her laufen die Fäden nach Wunsch.  Er erklärt uns, dass der Betrieb dieser alten Originalwebstühle nicht immer einfach ist. Und er berichtet, dass die Decken, Tücher und Stoffe, die er produziert, die Tische, Betten und sogar die Menschen im Dorf zieren.

Egal ob Tischdecken, Bettzeug oder Kleidung – alles wird aus den Stoffen aus der Dorfweberei hergestellt. Wer will, kann ihm Aufträge erteilen, und er fertigt Decken nach Wunsch: gestreift, kariert oder uni. An einem solchen Stück arbeitet er gerade, und wir schauen fasziniert dabei zu, wie die Wolldecke immer mehr Form annimmt. Hübsch wird sie mit ihren verschiedenfarbigen Streifen, und ich kann mir gut vorstellen, dass sie gut aussieht als warme Decke, die dekorativ über die Rückenlehne eines Wohnzimmersofas drapiert wird.

Ein Spaziergang durchs Dorf

Gabriele führt uns tiefer ins Dorf hinein. Geschickt überwindet sie dabei Treppen, gleitet trotz ihrer weiten Krinoline elegant zwischen engen Brückengeländern durch und an dichtem Buschwerk vorbei, ohne dass der feine Stoff ihres Kleides an den Zweigen hängen bleibt und reißt und bewegt sich in ihrem hübschen Kleid so formvollendet, als ob sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan hätte.

Ich frage sie, ob es denn nicht schwierig ist, sich in einem so sperrigen Kleidungsstück zu bewegen, und sie lacht: „Daran gewöhnt man sich. Nur am Anfang muss man darauf achten, wohin man tritt.“ Und sie schwebt weiter vor mir dahin, wobei ihre Röcke ein laut hörbares Rascheln von sich geben.

Sie ist im Dorf offenbar recht beliebt, denn überall, wohin wir kommen, wird sie mit einem Lächeln empfangen, und es kommt zu einem kleinen Schwätzchen, ganz so, wie ich mir das Leben in der „guten, alten Zeit“ vorgestellt habe. Vor der Dorftaverne treffen wir auf den Kutscher des Dorfes, der auf Passagiere wartet. Er thront auf seinem Kutschbock und hält geduldig die Zügel in der Hand. Vor seinen Wagen hat er zwei Pferde gespannt, die – wie er uns stolz erzählt – im Dorf gezüchtet werden.

 

Das brauchst Du für den Besuch im Upper Canada Village

 

Sogar die Pferde sind besonders

Dabei handelt es sich um eine ganz besondere Rasse: die „Canadian Horses“ waren die im 19. Jahrhundert am meisten verbreitete Pferderasse in den Farmen Oberkanadas. Die kanadische Regierung verlieh ihnen 2002 sogar die Würde eines „National Horse of Canada“, ein Ehrentitel, der ihren Beitrag zur kanadischen Geschichte zum Ausdruck bringt. Eher klein gebaut, sind sie trotzdem kräftig und hervorragend für die Arbeit auf den Feldern und als Zugtiere für die kleinen Kutschen geeignet, die man nutzte, um sich auf den holprigen Straßen der Zeit fortzubewegen.

Auf die Aufzucht dieser Pferde ist er besonders stolz, waren sie doch schon fast ausgestorben. Das Upper Canada Village kaufte 1978 einen Hengst und zwei Stuten. Heute besitzt das Museumsdorf eine Herde von 18 Tieren.

 

Gemüsegarten im Dorf
Gemüsegärten gibt es immer wieder im Dorf

 

Zu Gast in der Taverne im Upper Canada Village

Den Besuch in der Cook’s Tavern lassen wir uns natürlich nicht entgehen, über deren Eingangstür angekündigt wird, dass hier „Wein, Bier und andere geistige und vergorene Getränke“ ausgeschenkt werden dürfen: Michael Cook war ein deutschstämmiger Einwanderer aus dem Mohawk Tal, der in den Wirren der amerikanischen Revolution den Engländern treu blieb und deshalb nach Kanada weiterzog, wo er 1804 seine Taverne eröffnete.

Er hatte sich einen exzellenten Standort dafür gewählt, kamen seine Kunden doch sowohl auf dem Wasserweg über den Sankt Lorenz als auch auf dem Landweg über den Kings Highway zwischen Kingston und Montreal an seinem Etablissement vorbei.

Gabriele erzählt uns, dass es in seiner Taverne Räumlichkeiten gab, die ausschließlich den Damen vorbehalten blieben, während in anderen die männlichen Besucher gemeinsam tranken, sich über die aktuellsten Entwicklungen austauschten und Karten spielten.  Der Wirt empfängt seine Gäste persönlich und schnauzt sie schon einmal an, wenn sie – wie ein älterer Herr vor uns – nur in Shorts und damit seinen Standards nach unangemessen gekleidet sein Wirtshaus betreten.

Neuigkeiten gab’s in der Taverne oder Kirche

Interessiert lesen wir die Aushänge, die an der Wand der Taverne hängen: da werden Ochsen zum Verkauf angeboten, eine Veranstaltung in der Schule wird angekündigt, neue Steuern stehen an, und einer bietet sogar Geld für Getreide. Diese Publikationen stammen aus der dorfeigenen Druckerei, die oft gleichzeitig die Funktion einer Zeitung übernahm.

Bezogen hat man die aktuellen Nachrichten über so neumodische Einrichtungen wie die Telegrafenverbindungen, die sogar Neuigkeiten aus den entferntesten Regionen des Landes schnell in alle Gebiete weiter vermittelten. Die Details zu den Schlagzeilen gab es allerdings oft erst Monate nach dem eigentlichen Ereignis.

Vor der Dorfkirche steht ein Kiosk, an dem die aktuellsten Neuigkeiten ausgehängt sind.  Weitere Plakate warnen vor Taschendieben, die ihr Unwesen in der Gemeinde treiben. Der Kirchturm überragt alle anderen Gebäude im Dorf. Die Gemeinde gehörte der Church of England an, daher war die Innenausstattung des Kirchengebäudes eher schmucklos. Sogar ein Kreuz und Kerzen fehlen, denn das waren Dinge, die damals in anglikanischen Kirchen verpönt waren. Die vorderen Kirchenbänke standen den Gemeindemitgliedern gegen Gebühr zur Verfügung. Die hinteren Kirchenbänke und die Empore waren kostenlos und konnten von Gästen genutzt werden.

Kohl im Garten des Upper Canada Village

Gabriele führt uns am Dorfanger vorbei, der umgeben ist von dicken alten Laubbäumen, die inmitten von gepflegten Gemüsegärten wachsen. Beeindruckende Kohlköpfe gedeihen neben Karotten und Kartoffeln. Und leuchtend orange Kürbisse verleihen den Gemüsebeeten farbenfrohe Tupfer. Ein Farmer harkt gerade seine Beete, und wir fragen ihn, was er mit seinem vielen Gemüse denn  anfängt: „Das meiste ist natürlich für meine Familie. Wir lagern einen Großteil für den Winter ein, aber einen Teil verkaufen wir an die Taverne.“

Auf unserem Weg die Dorfstraße hinunter begegnet uns ein Farmer, dessen Pferd gemächlich vor seiner Kutsche dahin trottet. Er grüßt freundlich, hält aber nicht an. Offensichtlich hat er ein festes Ziel.

 

Du reist mit dem Wohnmobil?

  • Der nächstgelegene Campingplatz ist der Upper Canada Campground; 13390, Upper Canada Rd, Morrisburg, ON K0C 1X0, Kanada, Tel. +1 613-543-2201. Es gibt noch weitere Campingplätze in der Umgebung.
  • Willst Du ein Wohnmobil mieten? Dann findest Du hier Informationen und Buchungsmöglichkeiten.
  • Überprüfe mit unserer Packliste Wohnmobil, ob Du alles für Deine Wohnmobiltour eingepackt hast.

 

Shopping im Ontario des 19. Jahrhunderts

Für Shoppingfreunde im 19. Jahrhundert war die Auswahl nicht groß, kein Wunder, wurde doch hauptsächlich in Naturalien gehandelt. Geld war rar. In der Dorfbäckerei, aus der uns die Düfte von frisch Gebackenem entgegen strömen, beobachten wir den Bäckerlehrling dabei, wie er gelangweilt seinem Lehrmeister zusieht, wie dieser  gerade Brot aus dem heißen Ofen herausholt. Besonders fleißig scheint er nicht gerade zu sein, der nächste Spross der Bäcker, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Schließlich ist er höchstens 13 Jahre alt.

Im benachbarten Dorfladen finden wir alles, was die Farmerfamilie der Zeit begehrt: Stoffe und Bordüren, Tee und Werkzeuge, Zucker und Gewürze, Töpfe, Pfannen, Körbe und sogar Medikamente. Und wenn jemand Post zu versenden hatte, brachte er sie in den Laden, bezahlte seine Gebühr – oder auch nicht. In diesem Fall erwartete man vom Empfänger des Briefes, dass er die Postgebühr entrichtet. Tat er dies nicht, blieb der Brief solange liegen, bis er abgeholt wurde.

 

Kanada Osten von Iwanowski

Kanada Osten

Du willst mehr erfahren über Ontario und den Osten Kanadas? Erkunde die Städte, von denen jede anders ist. Die Metropole Toronto ist die größte Stadt des Landes. Montreal erwartet Dich mit einem Mix aus dem Flair Frankreichs und dem Lebensstil der Briten. Die Hauptstadt Ottawa lockt mit Museen von Weltrang und den Schaltstellen der Macht in Kanada. Fühl Dich versetzt ins Frankreich des 17. Jahrhunderts in Quebec City.

Auch die Natur im Osten Kanadas kann sich sehen lassen. Folge den Ufern des Sankt Lorenz Stroms und entdecke eine Welt, die eher ans Meer erinnert und bis weit in den Kontinent hineinreicht. Erlebe die Küstenlandschaften, die Flusstäler, die das Landesinnere durchziehen und die Hügellandschaften der Appalachen. Lass Dich beeindrucken vom Gezeitenunterschied in der Bay of Fundy. Genieße die Landschaften von Prince Edward Island. Entdecke die Küsten- und Schärenregion in Nova Scotia. Erkunde eine Küstenstraße, die als die Schönste in Ostkanada gilt, auf Cape Breton Island: den Cabot Trail. Oder freu die auf die Bewohner in den Fischerdörfern von Neufundland und Labrador. Ihre Gastfreundschaft macht diese Region so einladend.

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Die Dorfschule im Upper Canada Village

Die Schule im Dorf war eine einfache Grundschule, in der die Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernten, sowie ein Grundwissen in Geschichte, den Naturwissenschaften und in properem Verhalten und den Moralvorstellungen der Zeit vermittelt bekamen. Gewöhnlich besuchten sie die Schule sechs Jahre lang, und nur die wenigsten hatten die Möglichkeit für den Besuch einer höheren Schule. Die meisten Eltern konnten es sich nicht leisten, ihre Kinder dorthin zu schicken.

Crysler Hall – hier lebte der Dorfhändler

Das prächtigste Haus im Upper Canada Village ist die Crysler Hall, die sich mit ihrem parkähnlichen Vorgarten und den dorischen Säulen am Haupteingang von den einfachen Bauernhäusern im Dorf unterscheidet. Hier wohnte einst John Pliny Crysler, ein wohlhabender Holzhändler, auf dessen Farmgelände die Schlacht von Cryslers Farm ausgetragen wurde. Cryslers Wohnhaus war für damalige Verhältnisse pompös, und nur selten fanden sich solche Gebäude im Ontario des 19. Jahrhunderts. In den Räumen von Crysler Hall  werden heute wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Handwerker und Farmer im Upper Canada Village

Üblicher waren die Farmgebäude mit ihren Scheunen und Ställen, die am Ende des Dorfes in der Nähe ihrer Felder liegen.  Aber auch hier gab es Unterschiede: Farmer, die ihr Ackerland pachteten, sparten gewöhnlich, bis sie sich eine eigene Farm leisten konnten und investieren kaum in die Pachtfarm. So konnte man die Farmen, die sich im Besitz ihrer Betreiber befanden meist gut von jenen unterscheiden, die von Großgrundbesitzern gepachtet wurden.

Wichtige Dorfbewohner waren neben den Farmern die verschiedenen Handwerker, die sich auf bestimmte Arbeiten spezialisiert hatten: da gab es den Dorfschmied, die Schneiderin, den Schuhmacher und den Dosenmacher. In der Käsefabrik wurde die Milch der Rinder und Schafe zu Käse verarbeitet. Zu den Honoratioren des Dorfs zählten der Doktor und der Dorfpfarrer.

Ein Besuch im Upper Canada Village ist wie eine Zeitreise in eine andere Epoche. Man nahm sich Zeit füreinander, traf sich in der Kirche, bei einem Bier in der Taverne oder zu einem Plausch im Dorfladen. Und man arbeitete hart: sei es auf den Feldern, in der eigenen Werkstatt, im Laden oder in einem der größeren Betriebe im Dorf. Wer das Museumsdorf genau erforschen und eintauchen will in diese Zeit, sollte mindestens einen halben Tag für den Besuch einplanen.

Upper Canada Village

13740 County Road 2
Morrisburg ON K0C 1X0


Reiseorganisation

Anreise mit Flugzeug und / oder Auto

Der nächstgelegene Flughafen ist Toronto oder Montreal. Von dort reist man am besten mit dem Mietwagen oder Wohnmobil an.

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Upper Canada Village Ontario
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch Tourism Ontario und die Canadian Tourism Commission

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Anmerkung: Der Artikel erschien zuerst im Reisemagazin 360°Kanada

Ontarios Anfänge im Upper Canada Village
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