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Kalifornien Wasserstreit und Stromknappheit zu Favoriten hinzufügen
- Landwirtschaft oder Hauspflanzen?
- Wasserrationierung
- Wiederverwertbares Wasser
- Gleiches Recht für alle
- Stromrationierungen in Kalifornien - eine Folge der Wasserprobleme?
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In Dürrezeiten gießen Kalifornier ihre Hauspflanzen mit
Zahnputzwasser. Die Landwirtschaft benötigt 80 Prozent des
kalifornischen Wassers. Erst die längste Trockenheit in der
Geschichte (von 1987 - 1994) zwang die Bundesregierung dazu, das
Bundeswassergesetz zu reformieren. Und Kalifornien begann
auseinander zu sortieren, wer mehr oder weniger Wasser bekommen
sollte. Die Landwirtschaft, die einmal das meiste Wasser erhielt,
lernt, die Rivalen - Städte und Umwelt - mit zu versorgen.
Die Veränderung wird das Schicksal des reichsten Anbaugebiets der
Welt beeinflussen und entscheiden, ob Kalifornien sein enormes
Bevölkerungswachstum aufrechterhalten kann. Obwohl schon 31 Millionen
Menschen hier leben, kommen jährlich etwa 500 000 neue dazu. Die
Wasserpolitik wird entscheiden, ob das so weitergehen kann.
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Bis vor kurzem dachten die Bewohner Kaliforniens, dass sie bis an den Grenzbereich der Wasserbenutzung gehen könnten. Dies klappte auch einige Zeit lang, bis die örtlichen Stauseen während der Dürre fast austrockneten und sich das Wassersparen wie eine Strafe anzufühlen begann. Unter verordneten Wasserrationierungen gingen Pflanzen ein, und Baumwurzeln blockierten Abwasserleitungen auf der Suche nach Wasser. Die Bewohner sprühten ihre Vorgärten grün, um zumindest den Anschein eines gepflegten Gartens zu erwecken. Sie meldeten ihre wasserverschwendenden Nachbarn der Wasserpolizei. Eltern badeten ihre Kinder en masse in einer Badewanne und trugen dann das Wasser hinaus, um damit den Garten zu gießen.
Aber dies mündete schließlich in Verzweiflung. Weil der Verbrauch an
manchen Stellen so stark sank, musste jeder Liter einen größeren
Anteil an festen Kosten tragen, und überzeugte Wassersparer mussten
erkennen, dass ihre Anstrengungen in höheren Wasserrechnungen endeten.
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Kalifornische Gemeinden konzentrieren sich heute zunehmend auf
wiederverwertbares Wasser. Städtische Klärwerke haben begonnen,
behandeltes Abwasser zu verkaufen für die Bewässerung von Golfplätzen,
den Anbau von Tomaten und um Industriekühltürme zu betreiben.
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1992 schlossen sich Geschäftsleute, städtische Wasserwerke und Umweltschützer zusammen und brachten den Kongress dazu, das landwirtschaftliche Monopol auf das Wasser des Central Valley Project zu brechen. Die Bevölkerung Kaliforniens nähert sich 40 Millionen Menschen. Alle von ihnen wollen duschen, wenn sie dies möchten, und die meisten sind dafür, dass im Staat auch noch Platz für Enten und Fische ist. Da niemand mehr neue Wasserprojekte bauen möchte, war die Antwort auf das Problem, die alten neu zu verteilen.
Unter der Reform verlieren die Farmer etwa 20 Prozent des Wassers,
um Umweltschäden zu reparieren - vor allem im Sacramentotal. Ein
Tomatenfarmer im San Joaquin Tal kann einen Anteil seines
Bundeswassers an den Höchstbietenden verkaufen. Die Gefahr ist
allerdings, dass die Farmer ihr Wasser an städtische Nutzer verkaufen
und die Farmen austrocknen. Die Bewohner des Staates haben sich
gegen die Landwirtschaft durchgesetzt. Aber wenn sie sich nicht mit
dem noch schwierigeren Problem des Bevölkerungswachstums
auseinandersetzen, haben Kaliforniens Probleme mit Wasser erst
begonnen.
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Die Rivalität um das Wasser spielt auch in der Stromerzeugung eine Rolle. Immer weniger Wasser macht den Strom teuerer.
Früher produzierte Kalifornien genug Strom, um ihn an andere Bundesstaaten weiter verkaufen zu können. Im Sommer 2000 und im Winter 2001 war die Energie in diesem Bundesstaat so knapp, dass sie rationiert werden musste. San Francisco und das Silicon Valley waren von diesen Massnahmen nicht ausgenommen und immer wieder für Stunden ohne Strom.
Der Grund: Die energieproduzierenden Unternehmen waren durch den
harten Wettbewerb der letzten Jahre gezwungen, ihre Produktionsmengen
einzuschränken, um ihre Preise wettbewerbsfähig zu halten.
Sie erzeugten nur noch die nötigste Energie, um gegen
ihre Konkurrenten bestehen zu können. Dies reichte für den Winter
2001 nicht aus, und die Menschen im sonnigen Kalifornien froren.
Die Energieunternehmen mussten Strom aus den benachbarten Bundesstaaten
dazukaufen.
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Water Resources in California
Power Shortage Sparks Questions
National Geographic Special Edition, Water, The Power, Promise and Turmoil of North America's fresh water, Washington 1993, SS. 38-52
http://www.travelworldonline.de/kalifornienwasser.html