Reverend William West Kirkby war der erste anglikanische Missionar im Yukon und kam 1859 nach Fort Simpson (Northwest Territories),
wo er eine Schule und Mission einrichtete. Er hatte als Kind keine Schule besucht, sich aber weitergebildet.
Im Auftrag der Missionsgesellschaft der anglikanischen Kirche wurde er als Lehrer nach Red River
geschickt. Dort bewährte er sich so, dass er die Priesterweihe erhielt und in den hohen Norden Kanadas als Missionar geschickt wurde.
Bald interessierte er sich für die weitere Umgebung seiner Missionsstation und begann zu reisen. 1861 gelangte er auf einer Kanutour
mit indianischen Führern nach Fort Yukon, einem entlegenen Pelzhandelsposten der Hudson's Bay Company. Da er
selbst keine Mission in dieser Region errichten konnte, bat er die Missionsgesellschaft um Unterstützung. Diese sandte
1862 Robert McDonald.
Die Missionsgesellschaft hätte keinen besseren Kandidaten nach Fort Yukon senden können:
aufgewachsen an der kanadischen Siedlungsgrenze und als Sohn eines schottischen Vaters und einer indianischen Mutter hatte McDonald
bereits mit Indianern gearbeitet. Als erstes erlernte er die Sprache der Eingeborenen. Während einer verheerenden Grippe- und
Scharlachepidemie, die viele Indianer dahinraffte, wurde auch er krank und konnte seine Arbeit nicht fortsetzen. Die Missionsgesellschaft
schickte William Carpenter Bompass, der McDonald ersetzen sollte. Mit Hilfe indianischer Heilmittel genaß er jedoch
von seiner Krankheit und blieb. McDonald reiste weit herum und besuchte entlegene Indianerdörfer. Er respektierte die Lebensweise
seiner Schützlinge und konzentrierte sich darauf, ihnen Lesen und Schreiben in ihrer Muttersprache beizubringen. 1872 verließ er
nach der endgültigen Grenzziehung zwischen Alaska und dem Yukon Territorium Fort Yukon und ging nach Rampart House. Von dort
zog er ein Jahr später weiter nach Fort McPherson. Seine größte Leistung war die Übersetzung der Bibel in die Sprache der Indianer, die
er gemeinsam mit seiner indianischen Frau, Julia Kutug, vollendete. Dabei entwickelte er eine Lautschrift, die noch heute von den
Gwitch'in Indianern genutzt wird.
Bompass war als Ersatz für McDonald von England nach Fort Yukon gesandt worden. Da dieser jedoch von seiner Krankheit genaß,
zog er weiter nach Fort Simpson, wo er Reverend Kirkby unterstützen sollte. Wegen ihrer
enormen Größe wurde die Diözese Rupert's Land, die den gesamten Norden Kanadas umfasste, von der anglikanischen Kirche Englands in
kleinere Einheiten unterteilt. So entstand 1974 die Diözese Athabasca, deren erster Bischof Bompass war. Das Gebiet, für das er
zuständig war, entsprach nach den Worten seiner Frau der Distanz zwischen London und Konstantinopel. Auf sein Betreiben hin wurde
dieses Gebiet weiter unterteilt in die Diözese Mackenzie und die Diözese Selkirk. Auch hier diente Bompass als erster Bischof. Er ließ sich am Zusammenfluss des Yukon mit dem Fortymile River nieder. Mitten im Goldabbaugebiet bestand seine Arbeit in den
folgenden Jahren darin, die Indianer vor Übergriffen der Goldsucher zu schützen. Bompass passte sich im Laufe seines Lebens immer
stärker der indianischen Lebensweise an. Äußerlichkeiten spielten für ihn keine Rolle, er verteilte den Großteil seines Gehalts
und seines Besitzes, vernachlässigte seine Gesundheit und schockierte Fremde mit seiner ungepflegten Erscheinung. Bei einem Treffen
kanadischer Bischöfe in Manitoba weigerte er sich in einem Bett zu schlafen. Er zog es vor, sein Nachtlager auf dem Boden aufzuschlagen,
wie er es in der Wildnis gewohnt war. In den 43 Jahren, die er in der Mission Nordkanadas tätig war, kehrte er nur ein einziges Mal
nach England zurück. Er starb 1906 in Carcross im Yukon.
Nicht alle Missionare waren so gut für die nördliche Wildnis geeignet, wie die drei bisher genannten. 1885 brach John W. Ellington von
England auf, um in Fortymile eine Mission zu gründen. Der Sohn eines Missionarsehepaars war jung
und unerfahren. Ellington kam 1886 in Fort Simpson an und verbrachte den Winter damit, die Sprache der
Tukudh zu lernen. Nach einigen Monaten in Rampart House zog er 1887 zum Fortymile, wo er mit dem Bau seiner Mission begann. Anfangs
konnte er gute Erfolge bei den Indianern vorweisen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Goldsucher immer stärker zu, mit denen Ellington
nicht zurechtkam. Er wurde immer häufiger Ziel ihrer Scherze. So hielt er einmal eine Begräbniszeremonie für einen mit Steinen gefüllten
Sarg. Außerdem machte er immer mehr Schulden bei den Händlern, und sein Verhältnis zu den Indianern verschlechterte sich zusehends. Sie
beklagten sich, dass sie ihn nicht verstehen konnten, und es half sicher nicht, dass er sie für faul hielt. Im Laufe der Zeit erwies
sich die Belastung als zu groß für ihn, und 1889 machte er sich auf, das Land zu verlassen. Bei einem Zwischenstop in Nuklakayet am
Yukon River überredete ihn der dortige Missionar zur Umkehr. Zwei Jahre später jedoch hatte sein Geisteszustand so stark nachgelassen,
dass er nach England zurückgeschickt wurde, wo er 1902 in einer psychiatrischen Anstalt starb.
Isaac Stringer stammte aus Ontario, wo er 1888 an der Universität von Toronto und am Wycliffe College Theologie studierte. Er
hörte von William Day Reeve, dem Bischof der Diözese Mackenzie, dass in der Arktis Missionare gebraucht wurden und entschied sich
kurzfristig, sich um die Stelle zu bewerben. Missionar im hohen Norden zu sein, bedeutete nicht nur zu lehren, sondern sollte auch
Arzt, Zahnarzt, Apotheker und Sozialarbeiter in einem sein. Darauf bereitete er sich im letzten Jahr seines Studiums vor. 1892 kam
er in Fort McPherson am Peel River an. Vor seiner Abreise stand fest, dass er Sarah Ann "Sadie" Alexander heiraten würde, eine
Freundin aus der Highschool. Er schrieb ihr, dass sie sich auf das Leben im Norden vorbereiten solle, und Sadie absolvierte eine
Ausbildung zur Krankenschwester. Von 1896 bis 1901 lebten die Beiden mit einer kurzen Unterbrechung auf Herschel Island am Eismeer.
1905 wurde er zum zweiten Bischof von Selkirk geweiht, und die Stringers zogen nach Dawson City um, der damaligen Hauptstadt. In
seiner neuen Position bereiste er die entlegenen Gemeinden. 1931 schließlich wurde Isaac zum Erzbischof von Rupert's Land, und die
Stringers zogen nach Winnipeg, Manitoba.