Genuss Reisemagazin » Europa » Schweden » Smaland » Ein Hauch von Bullerbü und Lönneberga in Asens By

Ein Hauch von Bullerbü und Lönneberga in Asens By

Erinnert Euch das nicht auch an Bullerbü und Lönneberga
Erinnert Euch das nicht auch an Bullerbü und Lönneberga

 

Genauso habe ich mir Schweden vorgestellt: hübsche, rot gestrichene Holzhäuser mit properen, weiß gestrichenen Fenstern, an denen handgemachte Häkelgardinen den Blick ins Innere versperren. Dafür ziehen blühende Kirschbäume und wilde Veilchen unsere Blicke auf sich, die wild verstreut in den Obstgärten des Dorfes Asens By in Smaland wachsen. Ein wenig erinnert mich die Szenerie im Kulturreservat Asens By bei Haurida an Bullerbü und Lönneberga, wie sie Astrid Lindgren in ihren Kinderbüchern „Wir Kinder aus Bullerbü“ und ihren Erzählungen über „Michel aus Lönneberga“ beschrieben hat. Nur die kleinen Rotznasen fehlen, die diese Dörfer in ihren Geschichten so lebendig machen. Ihre Streiche sind mir noch aus meiner Kindheit in guter Erinnerung. Fast erwarte ich, Michel oder Pippi hinter einem der Häuser hervorlugen zu sehen. Und irgendwie scheinen sie ihre Hand im Spiel zu haben bei unserem Besuch in diesem so typischen Dorf in Smaland.

 

Ist das nun Asens oder Bullerbü und Lönneberga
Ist das nun Asens By oder Bullerbü und Lönneberga

 

Sind wir vielleicht wirklich in Bullerbü und Lönneberga?

Wir sind spät dran für unseren Besuch in dieser heilen Dorfwelt in Smaland. Hatten doch unsere beiden – sonst so gut funktionierenden – Navigationsgeräte Schwierigkeiten, das Freilichtmuseum zu finden. Weder in dem Gerät, das wir von zu Hause mitgebracht hatten, noch in dem in unserem Mietwagen eingebauten Navigationsgerät ist das Dorfmuseum unter seiner Adresse gespeichert. Also ziehen wir eine Straßenkarte zu Rate, die wir nur wenige Stunden zuvor in der Tourismusinformation von Jönköping bekommen hatten – ominöserweise schon mit dem Hinweis, dass es sich um eine neue Karte handele, mit deren Umsetzung man nicht so zufrieden sei. Warum, das erfuhren wir am Nachmittag am eigenen Leib. Anders als sonst hatte ich mir diesmal keine Karten von Google Maps über die Anfahrtswege zu den Sehenswürdigkeiten ausgedruckt. Ich hatte mich darauf verlassen, dass wir mit ortsüblichen Karten und dem Navigationsgerät unsere Reiseziele schon finden würden. Wir fanden sogar ein Schild, das in Richtung „Kulturreservat Asens By“ wies. Aber dann machte uns – stundenlang – die neue Karte der Tourismusbehörde einen Strich durch die Rechnung. Dort war Asens By in der Nähe von Galthult eingezeichnet, unweit von Haurida. Da wir das Museum selbst nicht in unserem Navi fanden, gaben wir einfach die Adresse ein, in der Annahme, dass wir dann schon auf das Museum stoßen würden.

 

Rote Scheunen und Bauernhäuser wie in Bullerbü und Lönneberga
Rote Scheunen und Bauernhäuser wie in Bullerbü und Lönneberga

 

Aber weit gefehlt! Auch die Adresse fand keines der beiden Geräte. Unser eigenes Navi führte uns in immer abgelegenere Waldwege, bis wir schließlich über alte, holprige Forstwege durch dichten Wald zuckelten. „Das kann nun wirklich nicht mehr stimmen“, meinte ich zu Petar. „Lass uns mal das Navi im Auto probieren.“ Gesagt, getan. Wir geben erneut die angegebene Adresse ein, die wir von unseren Gastgebern erhalten hatten. Und erstaunlicherweise schickte uns dieses genau denselben Weg, nur in die andere Richtung! Wir fuhren durch zwei kleine Dörfer, die wir bereits eine Stunde vorher durchquert hatten, in denen jedoch niemand zu sehen war, den wir hätten nach dem Weg fragen können. Dann standen wir erneut vor dem Schild, das wir bereits früher gesehen hatten, das uns denselben Weg zurück wies in die Richtung, aus der wir gerade kamen. Irgendwie steckte hier der Teufel im Detail – oder Pippi hinter dem nächsten Busch?

 

Milchkannen
Milchkannen

 

„Diesmal verlassen wir uns nur auf das Schild“, sagte ich zu Petar. Und wieder fuhren wir denselben Weg, nur diesmal immer stur der Straße entlang, bis wir nach Haurida kamen. Dort wies ein winziges Schild nach rechts auf eine Schotterstraße, bei deren Anblick ich erneut dachte: „Nach hoffentlich sind wir hier richtig.“ Wieder war der Weg eher eine Forststraße, an deren Ende eine Jugendherberge angekündigt war. Wir fuhren an einer kleinen Ausfahrt vorbei, auf die wir nicht näher achteten. Als erneut kein weiteres Schild mehr auftauchte, das nach Asens By verwies, kam mir diese Ausfahrt wieder in den Sinn. Also, gesagt, getan. Wieder machten wir kehrt und fuhren an dieser Stelle hinaus auf einen Parkplatz. Es war sicher einfacher, Bullerbü und Lönneberga zu finden als Asens By. Gegenüber gab es ein Tor in einem dieser ungewöhnlichen Holzzäune, wie sie in Smaland häufig zu sehen sind. Und daneben sah ich ein unscheinbares Schild, auf dem etwas stand, das ich vom Parkplatz aus nicht erkennen konnte. Neugierig gingen wir darauf zu – und Heureka! – da stand, dass die Öffnungszeiten des Museums bis 17.00 Uhr dauerten. Nur, dass wir um 17.15 davor standen!

 

Die Türen sind schon verschlossen in Asens
Die Türen sind schon verschlossen in Asens By

 

Pippi und Michel lassen grüßen in Asens By

Jetzt hatte ich genug von den Scherzen und probierte einfach, ob sich das Tor öffnen ließ. Und tatsächlich! Diesmal hatten wir Glück! Wir folgten dem Weg den Berg hinauf und fanden nach der roten Scheune, die man als eines von wenigen Gebäuden von der Straße aus sehen konnte, ein ganzes Dorf aus alten Smaländer Bauernhäusern, die man an dieser Stelle wieder aufgebaut hatte. Sicher, die Rezeption des Museums war inzwischen geschlossen, aber andererseits hatten wir so das Dorf mit seinen verstreut liegenden roten Bauernhäusern fast für uns allein und konnten es ganz nach unserem Gusto erkunden. Ein klein wenig fühlten wir uns wie Michel und Pippi oder die Kinder von Bullerbü und Lönneberga beim Stromern durch das Bauerndorf, das so schwer zu finden war. So muss das Leben gewesen sein, das Astrid Lindgren in ihren Büchern beschreibt. Und wer weiß, vielleicht hatte Pippi ja doch irgendwie die Hand im Spiel bei unserer Irrfahrt nach Asens?

 

Über Stock und Stein - fast wie in Bullerbü und Lönneberga
Über Stock und Stein – fast wie in Bullerbü und Lönneberga
Weiß und Rot - die typischen Farben der Häuser in Smaland
Weiß und Rot – die typischen Farben der Häuser in Smaland
Schön in der Abendsonne - das größte Haus von Asens
Schön in der Abendsonne – das größte Haus von Asens
Hier fehlen nur noch Michel und Pippi, oder
Hier fehlen nur noch Michel und Pippi, oder
Wilde Veilchen
Wilde Veilchen
Die typischen Zäune von Smaland in Asens
Die typischen Zäune von Smaland in Asens By

 

Quelle: eigene Recherchen vor Ort.

Wir bedanken uns bei Visit Smaland für die Einladung zu dieser Reise. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.