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Waldviertel – Sechs Tipps für Genießer

Waldviertel - Fürstlich übernachten im Schlosshotel Rosenau im Waldviertel © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fürstlich übernachten im Schlosshotel Rosenau im Waldviertel © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Drei Tage lang waren wir unterwegs im Waldviertel in Niederösterreich – zum ersten Mal. Bisher hatte ich vom Waldviertel nur gehört und konnte mir, außer viel Wald, nicht viel darunter vorstellen. Wir beginnen unsere Reise im Gartenhotel & Weingut Pfeffel in Dürnstein in der Wachau, einem Genießerhotel direkt an der Donau. Dies stellen wir Euch in einem anderen Artikel genauer vor. Von dort fahren wir ein paar Kilometer nach Osten und biegen in Weißenkirchen ab auf eine schmale Nebenstraße, die uns auf die Höhenzüge hinter dem Ort bringt. Serpentine um Serpentine schrauben wir uns den Hügel hoch, bis wir zu einer Aussichtsstelle gelangen, deren Ausblick uns den Atem raubt. In die eine Richtung folgt unser Blick der Donau bis hinter Dürnstein, in der anderen Richtung schauen wir über Weinfelder, die die gesamten Berghänge oberhalb von Weißenkirchen bedecken. “Ein toller Beginn für eine Genießer Reise ins Waldviertel”, denke ich bei mir. Wir tauchen ein in eine andere Welt.

 

Wald- und Wiesenlandschaft um Gutenbrunn im Waldviertel © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Wald- und Wiesenlandschaft um Gutenbrunn im Waldviertel © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Kaum haben wir den Berggipfel hinter uns gelassen, ändert sich das Bild: Weinberge und Reben sind keine mehr zu sehen. Stattdessen nehmen die Tannenwälder immer mehr zu. Immer dichter werden die Wälder, und immer höher ragen die kerzengerade gewachsenen Bäume in den blauen Himmel, an dem die schwächer werdende Septembersonne den nahenden Herbst ankündigt. Je weiter wir in den kommenden Tagen ins Waldviertel hineinfahren, umso öfter sehen wir die ersten bunt gefärbten Laubbäume: hier hält der Herbst früher Einzug als in der geschützten Wachau. Kein Wunder, kommen wir hier doch in Höhen um die 1000 Meter, während die Wachau um knapp 800 Meter tiefer liegt. Das tut unserem Vergnügen jedoch keinen Abbruch. Wir sind wieder unterwegs auf einer Reise, die uns die kulinarischen, aber auch die landschaftlichen Schönheiten der Region erschließt.

 

Waldviertel - Im Armschlag dreht sich alles um den Mohn © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Im Armschlag dreht sich alles um den Mohn © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Das Mohndorf Armschlag

Unser erstes Ziel ist das Mohndorf Armschlag, auf den ersten Blick ein unscheinbares Dorf, wie es viele in der Region gibt. Aber nur auf den ersten Blick! Denn sehr schnell sehen wir, dass hier etwas anders ist. Alles steht in Armschlag im Zeichen des Mohns. Wir stellen unsere Autos vor “dem größten Mohnblumengemälde der Welt” ab. 60 Meter lang und 4,50 Meter hoch grenzt es den großen Parkplatz im Dorfzentrum in Richtung Wald ab. Gemalt wurde es von Karl Moser, einem Waldviertler Künstler, der auf diesem Monumentalgemälde eine überdimensionale Mohnwiese zeigt. Wir gehen ins einzige Wirtshaus des Ortes, das sich – passend – Mohnwirt nennt. Hier erfahren wir, dass Johann Neuwiesinger und seine Frau Rosemarie die Initiatoren des Mohndorfs waren. Seine Frau erzählt uns, wie er eines Tages nach Hause kam und voller Begeisterung meint: “Wir machen unser Dorf zum Mohndorf.” Auf ihre erstaunte Frage, was er damit meint, erklärt er ihr: “In der Umgebung unseres Dorfs wird doch viel Mohn angebaut. Das machen wir zum Thema unseres Wirtshauses. Und wer weiß, vielleicht schließen sich andere im Dorf unserer Idee an.” Sie konnten nicht ahnen, mit welcher Begeisterung ihre knapp 100 Nachbarn die Idee aufgreifen würden. Heute ist das Mohndorf eine der Hauptattraktionen im niederösterreichischen Waldviertel und sorgt das ganze Jahr über für kulinarische Hochgenüsse. Wir können das bestätigen, denn die Mohnnudeln und Mohnknödel, die wir kosten, schmecken einfach himmlisch.

 

Waldviertel - Mohnblumen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Mohnblumen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Hafer-Whisky aus der Destillerie Weidenauer

Kulinarisch geht unsere Reise weiter, denn wir besuchen die Hafer-Destillerie Weidenauer, die sich im wenige Kilometer entfernten Ort Kottes befindet. Was ursprünglich als Hobby des Hofbesitzers begann, hat sich heute zu einem beachtlichen Nebenerwerb des Landwirts entwickelt. Er züchtet den Hafer selbst, den er in seiner hauseigenen Destillerie zu Whisky destilliert, und wir riechen schon beim Betreten des Hofs, dass hier feinster Brand hergestellt wird. Seit dem Jahr 2000 wird der Whisky aus dem Hause Weidenauer immer wieder unter den besten Edelbränden Österreichs gelistet, und in der Fachliteratur wie dem Gault Millau, dem Destillata Guide oder dem A La Carte Guide taucht er regelmäßig unter den Top-Produkten Österreichs auf.

 

In der Whisky Destillerie Weidenauer © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
In der Whisky Destillerie Weidenauer © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Unweit davon übernachten wir an diesem Abend in einem der Genießerzimmer in einer Ferienwohnung der Familie Bauer in Gutenbrunn, 3665 Gutenbrunn 133. Unser Abendessen im wunderschön gelegenen Gasthof Seewolf, 3665 Gutenbrunn, Edlesberg/See 15 sorgt für einen genussvollen Tagesausklang am gleichnamigen See.

 

Waldviertel - Aussichtsturm in der Blockheide Gmünd © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Aussichtsturm in der Blockheide Gmünd © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Die Blockheide bei Gmünd im Waldviertel

Am nächsten Morgen fahren wir in die Blockheide bei Gmünd, wo wir auf einer Wanderung durch dieses Naturschutzgebiet die landschaftlichen Schönheiten der Region anschauen. Wir gehen vorbei an schmalen rechteckigen Feldern, die darauf hindeuten, dass das Leben im Waldviertel hart sein muss. Und unsere Begleiterin, Frau Laister, bestätigt dies: “Die jungen Leute zieht es weg von hier.” Wir sind ganz in der Nähe der tschechischen Grenze und damit unweit des ehemaligen “Eisernen Vorhangs”. Unser Spaziergang durch die Blockheide jedoch zeigt uns, wie interessant diese Landschaft ist: gewaltige Granitblöcke liegen verstreut im Wald. Frau Laister erklärt uns, dass es sich hier um von der Erosion freigelegte Granitsteine handelt. Wir kommen an einem stillen Teich vorbei, in dessen Mitte eine kleine, baumbestandene Insel liegt, auf der sich vor allem die wilden Gänse recht wohl zu fühlen scheinen, denn eine ganze Familie schwimmt schnatternd an uns vorbei. Im dahinter liegenden Wald erhebt sich ein mehrstöckiger Turm über die Tannen und öffnet den Ausblick auf die umliegenden Wälder. Wer hierher kommt, sollte sich Zeit lassen, um den Zauber dieser Gegend auf sich wirken zu lassen.

 

Waldviertel - Bei Sonnentor werden Kräuter, Gewürze & Tinkturen gemischt © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Bei Sonnentor werden Kräuter, Gewürze & Tinkturen gemischt © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Kräuter, Gewürze und Tees bei Sonnentor in Sprögnitz

Nach einem zünftigen Mittagessen mit Schweinebraten und Kartoffelknödel im Wirtshaus im Demutsgraben fahren wir weiter zur Kräuter-Sinnes-Erlebniswelt Sonnentor in Sprögnitz. Zunächst bin ich etwas erstaunt, dass wir vor einer großen Fabrik stehen. Ich hatte mir hier etwas ganz anderes erwartet. Als ich aber erfahre, dass es sich bei Sonnentor um ein Unternehmen handelt, das mit seinen Kräutern aus aller Welt alljährlich mehrere Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet, wird mir klar, welche Bedeutung dieses Unternehmen für die strukturschwache Region hat. Die Bauern von Sprögnitz pflanzen selbst Kräuter aller Art an, aber der Gründer von Sonnentor, Johannes Gutmann – ein Bauernsohn aus der Region – kauft heute Kräuter in aller Welt ein. Seine Lieferanten sitzen in China genauso wie in Afrika, in Lateinamerika genauso wie in Indien. Wir werden durch die Lagerhallen von Sonnentor geführt, wo uns die intensiven Düfte und Gerüche fast den Atem rauben. Hier lagert Rosenholz genauso wie Pfefferminze, Hanf ebenso wie Petersilie, Oregano genauso wie Kurkuma. In riesigen Tüten werden die Kräuter aus der Region und der ganzen Welt hier gesammelt, vermischt und verpackt. Teesorten, Kräutermischungen, Gewürzmischungen und Tinkturen aller Art werden von hier in die österreichischen Sonnentor-Läden, aber auch in alle Welt verschickt. Qualität wird groß geschrieben, und der Tee, den wir uns zum Abschluss unseres Besuchs bei Sonnentor gönnen, zeugt von der Güte der Produkte, die hier hergestellt werden.

Unseren zweiten Tag im Waldviertel beenden wir mit einem fulminanten Abendessen im Schlosshotel Rosenau, 3924 Schloss Rosenau 1, wo wir in wundervoller historischer Eleganz im Rosenzimmer übernachten. Dieses Schlosshotel ist ein echter Geheimtipp!

 

Waldviertel - Herbstliche Stille genießen am Herrensee in Litschau © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Herbstliche Stille genießen am Herrensee in Litschau © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Eine Wanderung um den Herrensee in Litschau im Waldviertel

Am dritten und letzten Tag unseres Aufenthalts im Waldviertel fahren wir noch einmal fast bis zur tschechischen Grenze. Diesmal geht es nach Litschau, einem hübschen und gepflegten Dorf, über dem ein beeindruckendes Schloss steht, das allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, sondern sich in Privatbesitz befindet. Trotzdem lohnt ein Besuch in Litschau vor allem wegen des Herrensees, der sich nur wenige Schritte vom Ortszentrum entfernt in den Wald erstreckt. Je länger wir dem Weg am See entlang folgen, umso stiller wird es um uns herum. Immer weniger Menschen begegnen uns, und wir genießen die Ruhe, die über der Wasseroberfläche herrscht. Nur ab und zu hören wir das Schnattern von Gänsen, die, wenn sie uns am Ufer entdecken, eilig auf uns zu schwimmen in der Hoffnung auf den einen oder anderen Brösel. Allerdings haben wir nichts dabei, was wir ihnen geben können, und so umrunden sie uns nur laut schnatternd, bevor sie wieder zurück ins Wasser watscheln und weiter schwimmen. Dieser See hat es mir angetan, erinnert er mich doch in vielem an die Tausende von Seen, die wir auf unseren Reisen durch Kanada kennengelernt haben. Auch hier stehen Hütten am Ufer, ragen kleine Landvorsprünge ins Wasser und herrscht eine Stille über dem Wasser, wie ich sie bisher so intensiv nur aus dem hohen Norden Kanadas kenne. Schön! Hier würde ich gerne länger bleiben.

 

Prof. Makis Warlamis erzählt uns von seinem Kunstmuseum © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Prof. Makis Warlamis erzählt uns von seinem Kunstmuseum © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Das Kunstmuseum Waldviertel – außergewöhnlich, interaktiv & kreativ

Am Nachmittag steht dann eine Überraschung auf unserem Programm. Wir besuchen Das Kunstmuseum in Schrems und werden von seinem Gründer, Professor Makis Warlamis empfangen. Als ehemaliger Architekturprofessor gestaltete er das Museumsgebäude selbst. Aber Herr Warlamis ist ein vielseitig begabter Mensch. Mit seinen Kindermöbeln hat er Preise in aller Welt gewonnen. Seine Gemälde erzielen höchste Preise auf den Auktionen in den Kunstgalerien in aller Welt. Und er zeigt uns ein Schreiben, in dem ihm Papst Benedikt XVI. zu seiner Kunst gratuliert. “In meiner Heimat Griechenland bin ich ein Star”, sagt er voller Stolz. Und er zeigt uns sein Kunstmuseum, das sich von üblichen Kunsttempeln unterscheidet. “Berühren Sie das Bild ruhig”, fordert er mich auf, als er uns durch die Gemäldesammlung führt, und ich schaue ihn erstaunt an. “Ja, hier können die Besucher die Kunst fühlen”, lacht er. Und er zeigt uns seine Werke und diejenigen anderer Künstler, die in wechselnden Ausstellungen hier gezeigt werden. “Wir wollen den Menschen zeigen, dass Kunst nichts ist, das man nicht versteht. Sondern es ist etwas, das man fühlen und berühren soll.” Besonders beeindruckt mich der Skulpturengarten, in dem dieses Kunstverständnis besonders deutlich wird: in einer kleinen Kapelle, die Professor Warlamis aus Überresten einer ehemaligen Steinmetzwerkstatt zusammen gebaut hat, sitzen die Besucher im Freien mit direktem Blick in den Himmel. “Hier sind besonders nächtliche Gottesdienste wunderschön, wenn man dabei in den Sternenhimmel blicken kann,” erklärt mir sein Begleiter, Bernhard Antoni. Und ich muss ihm Recht geben. Nicht nur die Kapelle, sondern auch der sie umgebende Skulpturengarten strahlen etwas Magisches aus.

 

Elena von www.creativelena.com und Maximo Perez Jimenez in der Künstlerwerkstatt im Kunstmuseum Schrems © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Elena von www.creativelena.com und Maximo Perez Jimenez in der Künstlerwerkstatt im Kunstmuseum Schrems © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Dass dieses Museum nicht nur dem Betrachter geöffnet ist, sondern auch dessen Kreativität wecken will, erfahren wir nach unserem Rundgang, als uns Professor Warlamis in die Werkstatt des Museums führt, wo wir nach einer kurzen Einführung uns selbst an der kreativen Arbeit mit Ton versuchen dürfen. Und so kneten, rollen, ziehen und drücken wir solange an unseren Tonbrocken herum, bis ein interessanter Kopf, ein prähistorisches Monster, ein Pfeile schießender Zentaur, ein Pokal, ein blaues Huhn und ein idealisierter Brontosaurus entstanden sind. Wie vielfältig die Ideen und die Fantasie sein können, zeigt sich allein schon in unserer kleinen Gruppe. Eines jedenfalls zeigt unser Besuch im Kunstmuseum in Schrems: Kunst muss nicht langweilig sein, sondern kann ein hochinteressantes und interaktives Erlebnis sein, wenn man sich darauf einlässt.

 

Mein "blaues Huhn" © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Mein “blaues Huhn” © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 


Das Kunstmuseum Waldviertel
Mühlgasse 7a
3943 Schrems
Österreich


Quelle: eigene Recherchen vor Ort auf Einladung von Waldviertel Tourismus. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos:  © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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