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Camargue Frankreich – Erlebe Heimat der Pferde und Stiere

Weisse Pferde der Provence in der Camargue Frankreich
Die weißen Pferde der Provence in der Camargue Frankreich erleben

Die Camargue Frankreich

Uns lockt die Camargue Frankreich. Wir fahren auf einer der Camargue Tours in die Provence auf unserer Flusskreuzfahrt entlang der Rhone. Sie ist die südlichste Region auf unserer Reise. Weiter geht es nicht. Bei Les Saintes Maries de la Mer blicken wir auf Sandstrände und die Weite des Mittelmeers. In der Camargue mündet die Rhone in einem gewaltigen Mündungsdelta ins Meer. Unser Schiff lassen wir am Ufer der Rhone in Arles zurück. Von dort brechen wir auf zu einer halbtägigen Jeep Safari durch die Sumpflandschaft im Mündungsdelta der Rhone. Zwischen der Petit Rhone und der Grand Rhone erstreckt sich eine Landschaft voller Teiche, Kanäle und Lagunen.

 

Traditionelle Hütte der Stierhüter in der Camargue Frankreich
Traditionelle Hütte der Stierhüter auf den Camargue Tours

 

Dazwischen sehen wir immer wieder strohgedeckte Hütten auf den Weideflächen. “Das waren die traditionellen Hütten der Stierhüter”, erklärt uns unser Guide Michel auf Englisch. Sein französischer Akzent versüßt uns die Erklärungen in englischer Sprache. Er liebt seine Heimat und zeigt sie uns voller Begeisterung. “Die Stierhüter waren raue Gesellen”, lacht er. “In diesen Hütten ging es oft hoch her. Der Alkohol löste die Stimmung. Mit zunehmender Stunde konnte der Abend dann auch mal in Raufereien enden.” Heute nutzt man die Hütten kaum noch.

 

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Tierwelt der Camargue Frankreich

Dazwischen entdecken wir Reisfelder, Weinreben. Je mehr wir uns dem Meer nähern, tauchen immer häufiger Stiere, weiße Pferde und Flamingos auf. Da unsere Tour vor allem über Nebenstraßen und Schotterpfade der Camargue führt, sind die anderen Vogelarten vom Jeep aus schwieriger zu identifizieren. Die rauen Wege mit ihren Schlaglöchern rütteln uns durch und verhindern eine klare Sicht. Erst als wir stehenbleiben, erkennen wir Säbelschnäbler und Seidenreiher. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Singvögeln, die sich im Buschwerk wohlfühlen, das unseren Weg entlang kaum befahrener Schotterwege säumt.

 

 

Michel erzählt, dass sich die Klimaerwärmung bereits bei der Vogelwelt der Region bemerkbar macht. “Früher zogen die Störche im Winter von hier in den Süden. Sie verbrachten die kalte Jahreszeit im Süden Afrikas. Heute bleiben sie während der Wintermonate hier”, erklärt er und zeigt auf Fotos in seinem Vogelbestimmungsbuch. “Wie viele andere Zugvögel auch.”

 

 

Die rosaroten Flamingos sammeln sich in der Camargue, um hier ihre Jungen aufzuziehen. Wir sind allerdings noch zu früh im Jahr hier, um den Nachwuchs zu sehen.

Die weißen Camargue Pferde

Wohl eine der markantesten Tierarten für die Region sind die weißen Pferde. Obwohl sie häufig als wild bezeichnet werden, sind sie es nicht. Die Pferde setzen die Stierzüchter der Region im Umgang mit den Stieren ein. Mich erstaunt wie klein diese Pferderasse ist. Auf meine Frage, ob denn der Einsatz der Pferde bei den Stieren nicht gefährlich für die Tiere sei, erklärt Michel: “Sie wissen, wie sie sich den Stieren nähern, und die Stiere sind an sie gewöhnt.” Offenbar kommt es kaum vor, dass sie bei ihrer Arbeit mit den Stieren verletzt werden. Mir fällt besonders auf, wie sanft diese Pferderasse ist. Sobald wir an einer Koppel anhalten, kommen sie neugierig auf uns zu und fressen uns sogar frische Karotten aus der Hand.

 

 

Die Stiere der Camargue Frankreich

Die Stiere verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf den Weideflächen der Sumpfebenen im Rhonedelta. Man züchtet sie für den Course Camarguaise, die lokale Art des Stierkampfs. Diese unterscheidet sich vom spanischen Stierkampf, bei dem der Stier getötet wird. In den Arenen von Arles oder Nimes geht es meist unblutig zu, zumindest solange der Tourneur sich geschickt genug anstellt. Seine Aufgabe ist es, dem Stier ein Band zwischen den Hörnern zu entreißen. Je geschickter und schneller er dabei ist, umso erfolgreicher ist er.

Ein Tourneur kann pro Kampf hohe Preisgelder gewinnen. Ein Stier bringt seinem Züchter an die 10.000 Euro pro Kampf. Im Jahr schickt man gute Stiere bis zu acht mal in die Arena. Den Rest ihres Lebens verbringen sie auf der Weide. Stiere können ein Alter von mehr als 20 Jahren erreichen. Gewöhnlich schickt man sie nach ihrem fünfzehnten Lebensjahr nicht mehr in den Kampf. Hat ein Stier sich als kampfeswillig bewiesen, gewinnt er besonderes Ansehen. Berühmte Stiere setzt man nach ihrem natürlichen Tod sogar in prachtvollen Gräbern bei.

 

 

Am Camargue Strand

In Les Saintes Maries de la Mer hat man einigen der erfolgreichsten Stiere sogar Statuen errichtet. Diese fallen uns bei der Einfahrt in den Ort sofort auf. Vorher jedoch passieren wir die kilometerlangen Sandstrände an der Mittelmeerküste. Hier kann man stundenlang am Meer entlang wandern oder sich im Sommer von der Hitze des Tages abkühlen. Dafür sind wir allerdings noch zu früh im Jahr dran. Wir genießen die Aussicht auf die Weiten des Mittelmeers und lassen uns die frische Brise um die Nase wehen.

 

 

Les Saintes Maries de la Mer

Wir sind in der Nebensaison in Les Saintes Maries de la Mer. Auf den Straßen sehen wir nur ein paar andere Touristen, die wie wir an den Cafés vorbei schlendern. Eines der auffallendsten Gebäude, das wir sehen, ist die Arena. Davor stehen Statuen zweier berühmter Stiere. Garlan und Vovo, der sich auch von Holzwänden nicht aufhalten ließ und diese immer wieder durchbrach. Passiert man den Kreisverkehr, gelangt man zum Rathaus und der Place des Gitans, dem Platz der Zigeuner. Allerdings treffen wir keine an während unseres Aufenthalts. Stattdessen beobachten wir eine Gruppe Männer dabei, wie sie sich die Zeit beim Boule Spiel vertreiben.

 

 



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Marienwallfahrtsort und Wallfahrt der Zigeuner

Les Saintes Maries de la Mer hat mehr als 2500 Einwohner. Im Sommer schwillt diese Zahl auf mehr als 50000 Menschen an, da der Ort ein beliebtes Ferienziel ist. Außerdem ist er berühmt für seine Marienwallfahrt und vor allem für die Wallfahrt der Gitanes zur Schwarzen Sarah. Diese ist die Schutzheilige der Zigeuner. Im Mai feiern sie diese mit einer der größten Ferias. Am 24. Mai findet jedes Jahr eine Prozession von der Kirche ins Meer statt. Dabei tragen die Gläubigen die Statue der Schwarzen Sarah mit. Allerdings ist unter den Besuchern Vorsicht angeraten. Feste wie dieses locken zahlreiche Taschendiebe an. Auch uns warnt man, auf unsere Taschen aufzupassen.

Da wir in der Vorsaison hier sind, ist das Interesse an unseren Geldbeuteln und Taschen aber offenbar noch nicht so groß. Und auch der Ort macht den Eindruck einer eher verschlafenen Kleinstadt. Zu Ferienzeiten möchte ich allerdings nicht hier sein. Da kann ich mir gut vorstellen, dass die zahlreichen Cafés und Souvenirläden für Trubel in der Stadt sorgen. Mir sind die ruhigen Salzwiesen im nahegelegenen Nationalpark lieber. Dort treffen wir auch wieder auf die eleganten Flamingos.

 

Unser Fazit: die Camargue Frankreich ist ein besonderer Ort

Eigentlich wussten wir es schon vorher. Die Camargue ist ein besonderer Ort. Wenn auch nicht mehr ganz so ursprünglich, wie wir uns das in unserer Fantasie vorgestellt hatten. Dafür gibt es in den Randbezirken der Camargue schon zu viel Agrarflächen. Da wird Reis angebaut. Reihen von Weinreben erstrecken sich entlang der Straße, die uns von Arles hierher führt. Wir sehen sogar eine Diskothek am Straßenrand. Die ist inzwischen allerdings schon wieder geschlossen. “Weil der Besitzer von der Mafia erschossen wurde”, erklärt uns Michel.

Je weiter wir uns jedoch dem Meer nähern, umso mehr zeigt die Camargue ihren ursprünglichen Charakter. Weiße Pferde tauchen entlang der Straße auf. Stiere kauen genüsslich das Heu auf ihren Weiden. Löffler, Störche und Reiher drehen ihre Kreise über unseren Köpfen. Und das Rauschen des Meeres  lockt uns ans Wasser. Im Nationalpark Camargue finden wir schließlich auch Flamingos, die sich in den seichten Tümpeln ihre Nahrung aus dem Wasser fischen. Das ist die Camargue, die wir gesucht haben.

Um sie zu erleben, musst Du weg von den geteerten Durchgangsstraßen. Wir sind froh, dass wir sie mit dem Jeep durchqueren. Im klimatisierten Bus, der nur auf den Teerstraßen unterwegs ist, fährt man vielleicht bequemer durch die Region. Ob man sie allerdings auf diesen Camargue Tours auch so intensiv erlebt wie wir, bezweifle ich. Michel weiß, wo sich die Tiere befinden. Er zeigt sie uns voller Begeisterung und vermittelt uns seine Liebe für die Natur seiner Heimat. So erleben wir die Sumpflandschaften im Rhonedelta, wie wir sie uns erhofft hatten. Willst Du selbst eine solche Allrad Tour in der Camarque erleben, dann findest Du diese hier*.

Camargue Impressionen von Reisebloggern

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Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video: © Petar Fuchs, TravelWorldOnline

2 Responses

  1. gezilecek yerler
    | Antworten

    Wie ist das denn mit den Versicherungen während so einer Reise ?

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