Wellness in Kanada: wo Eure Hände nach Ahornsirup duften

Ahornsirup

Eigentlich ist es ein sehr ungewöhnlicher Ort für ein Wellness-Erlebnis. Wir fahren etwa eineinhalb Stunden in die Wälder um Ottawa in Regionen, in denen sogar unser Navigationsgerät nicht mehr weiter weiß. Wenn wir nicht die genaue Wegbeschreibung von der Website von Fulton’s Sugar Shack hätten, wären wir nie hier angekommen. Die Anreise geht durch kleine Dörfer und vorbei an einzelnen Farmen, die immer seltener werden, je näher wir dem Ahornwald der Fulton’s kommen. Die letzten Kilometer legen wir zurück auf nassen und unbefestigten Straßen, die an manchen Stellen so feucht sind, dass ich hier nicht aussteigen möchte. Ich will nicht gern knietief im Schlamm stecken bleiben. Die erste Hütte, auf die wir stoßen und an der groß der Name Fulton’s prangt ist ausgerechnet umgeben von feuchtem Schlamm, den die Schneeschmelze hinterlassen hat. Gottseidank kommt uns gleich der Besitzer entgegen und schickt uns ein paar hundert Meter weiter zu einem großen – kiesbedeckten – Parkplatz vor dem Sugar Bush der Fultons, wo wir trockenen Fußes unser Auto verlassen können.

 

So wird Ahornsirup gesammelt © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
So wird Ahornsirup gesammelt © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Hier – mitten im Wald – steht eine große Holzhütte, aus der es dampft und qualmt. Ein Hinweis darauf, dass gerade der Saft der umliegenden Ahornbäume fließt und zu Sirup eingekocht wird. Ein weites Netz aus dicken und dünnen Gummischläuchen durchzieht diesen Ahornwald. Sobald die ersten Tauperioden im Frühjahr einsetzen, werden die Bohrlöcher in den Bäumen gesetzt, nur eine bestimmte Anzahl pro Baum je nach Dicke des Stammes, damit dieser auch noch über Jahre seinen süßen Saft liefern kann. An Tagen, an denen das Thermometer über Null Grad steigt, treibt es den Saft in die oberen Bereiche des Baums, und er tropft langsam aber beständig durch die eingesetzten Schläuche, über die er bis zu den Auffangtanks in der Zuckerhütte geleitet wird.

 

Süße Ahornblätter © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Süße Ahornblätter © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Daraus stellen die Fultons seit vier Generationen Ahornsirup her, der in Kanada auf jeden Frühstückstisch gehört. Und es entstehen noch weitere Leckereien, die durchaus für ein Körper-inneres Wohlbefinden sorgen: da gibt es Karamelbonbons in Ahornblattform, aber auch Marmeladen aus Ahornsirup mit den Geschmacksrichtungen verschiedener Beeren, die in der Region wachsen. Aber deswegen sind diesmal nicht hier. Die Fultons sind nämlich erfinderisch und haben getestet, was sie mit den groben Überresten, die bei der Sirup Produktion anfallen, machen können. Und sie haben herausgefunden, dass man damit wunderbar für äußerliches Wohlbefinden sorgen kann – durch Kosmetikprodukte, die abgestorbene Hautzellen abrubbeln, die Haut wohltuend reinigen und wieder aufbauend pflegen.

 

Fultons Kosmetikprodukte aus Ahornsirup Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fultons Kosmetikprodukte aus Ahornsirup Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fultons Kosmetikprodukte aus Ahornsirup Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir wollen die Produkte testen und tauchen unsere Hände ein in lauwarmes Wasser, wo uns die Tochter der jetzigen Besitzerin die Hände mit einer Peeling Creme abrubbelt, die aus dem Abfall der Ahornsirup Herstellung besteht. Wie Sand schmirgelt die raue Creme Hautunreinheiten weg. Anschließend cremt sie uns die Hände ein mit einer Lotion, die ebenfalls aus Ahornsirup gemacht ist – und danach kann ich nicht mehr aufhören, an meinen Händen zu riechen. Sie duften den ganzen Tag köstlich nach dem süßen Aroma des Sirups, den ich sonst nur zum Frühstück genießen kann. Das überzeugt mich so, dass ich mir gleich noch ein Lippenbalsam aus ihrer Kosmetikserie kaufe. Und so laufe ich den Rest unserer Reise mit dem guten Geschmack des Ahornsirups auf den Lippen und an den Händen durch Kanada – ein echtes Wellness Erlebnis, das Ihr von Mitte Februar bis in die zweite Aprilhälfte vor Ort erleben könnt.

 

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Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch Ottawa Tourism

Text: © Copyright  Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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