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Old Quebec entdecken: wie erlebt man die Altstadt von Quebec am besten?

Chateau Frontenac von der Place d'Armes
In Old Quebec liegt das Chateau Frontenac an der Place d’Armes

Wie erlebst Du Old Quebec am besten?

Wir wollen Old Quebec kennen lernen. Québec City ist eine Stadt, die uns immer wieder aufs Neue anzieht. Ob’s daran liegt, dass sie mit ihrem historischen Erbe stark an europäische Städte erinnert oder daran, dass das Stadtbild der Altstadt sehr gut erhalten ist? Vielleicht ist der Grund auch einfach, dass man hier das französische Savoir Vivre noch immer besonders intensiv spürt? Jedenfalls wollen wir Québec City möglichst gut kennen lernen und nehmen uns ein paar Tage Zeit für die Stadt am Sankt Lorenz River. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt. Diese Tipps helfen Euch, die Stadt zu erkunden und ihre verschiedenen Seiten zu entdecken.

Quebec Unterstadt
Quebec Unterstadt

Zeit nehmen für die Unterstadt von Old Quebec

Die Altstadt von Quebec City verteilt sich auf zwei Ebenen: die Stadtbereiche, die direkt am Ufer des Sankt Lorenz Stroms liegen, und deren schmale Straßenzüge sich zwischen den Fluss und die Klippen des Cap Diamant schmiegen, auf dem sich unübersehbar das Nobelhotel der Stadt, das Château Frontenac, erhebt. Der Stadtteil am Fluss, die Unterstadt, ist der älteste Bereich von Old Quebec. Unterhalb des Caps errichtete Samuel de Champlain im Jahr 1608 zusammen mit französischen Siedlern ein Palisadendorf, von dem man bei Ausgrabungen um den Place Royale herum bis heute Spuren entdeckt.

 

Notre Dame de la Victoire
Notre Dame des Victoires

 

Wir nehmen uns einen halben Tag Zeit und erkunden nicht nur die Hauptstraßen der Unterstadt auf unserem Rundgang – die Kirche Notre Dame des Victoires, den Place Royale mit der Büste von Ludwig IV., die Rue Sous le Fort, die von der Batterie am Flussufer zum Funiculaire führt, oder die Rue du Petit-Champlain, die von dort durch die historischen Bauten am Fuße des Cap Diamant verläuft.

 



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Ein Besuch im Maison Chevalier

Wir lassen uns viel Zeit bei unserem Bummel durch das älteste Viertel von Old Quebec und besuchen das Maison Chevalier, in dem wir mehr erfahren über das Leben in der Stadt. Das Gebäude, das aus drei Teilen besteht, gehört heute zum Musée de la Civilization und beeindruckt wegen seiner imposanten Größe. Als es 1752 von Jean-Baptiste Chevalier als Wohn- und Handelshaus errichtet wurde, stand es direkt am Ufer der Anse-aux-Barques, einer Bucht, die der Sankt Lorenz unterhalb des Cap Diamant geschaffen hat. Sehenswert ist es vor allem wegen seiner Architektur, die zeigt, wie man im frühen Quebec City baute. Bis heute sind die alten Kellergewölbe des Hauses erhalten.

 

Historische Wandmalereien in der Unterstadt
Historische Wandmalereien in der Unterstadt

 

Die Geschichte der Stadt an einer Hauswand in Old Quebec

Unser Weg führt uns durch die versteckten Seitengassen abseits der Sehenswürdigkeiten. Verlässt man den Place Royale in Richtung Osten, passiert man ein Gebäude mit einem monumentalen Wandgemälde, auf dem Persönlichkeiten aus der Geschichte der Stadt auf die Passanten aus den Trompe d’oeuil Fenstern herunter blicken. Aus einem Fenster schaut uns John Cabot zu, wie wir das Haus fotografieren. Aus einem anderen sehen zwei Ursulinerinnen auf uns herunter, die den Mädchen der französischen Kolonie eine Ausbildung boten. Auf dem Trottoir unterhalb des Stadttores trägt Félix Leclerc, ein beliebter Sänger aus Quebec, seine Balladen vor, während nur ein paar Schritte neben ihm Samuel de Champlain zu seinen Entdeckungsreisen aufzubrechen scheint.

 

Balkone in Old Quebec
Balkone in Old Quebec

 

Durch die Straßen von Old Quebec bummeln

Nur wenige Schritte weiter gelangen wir in eine schmale Gasse, in der wie in einem Labyrinth Balkone und Brücken in einem dichten Durcheinander über unseren Köpfen verlaufen. Unsere Begleiterin Marie von Tour Voir Québec klärt uns darüber auf, dass wir uns hier in einer Straße befinden, in der sich im 19. Jahrhundert vor allem irische Neueinwanderer niederließen. “In einem Viertel, das jedes Jahr wieder von den Frühjahrsfluten des Sankt Lorenz überschwemmt wurde”, erklärt sie uns und deutet auf die auffällig hoch angesetzten Türstöcke. “Es hat seinen Grund, warum die Türen hier so hoch liegen. So konnte man im Frühjahr das Hochwasser aus dem Haus halten. Nur wenn man das Haus verließ, musste man durch die Fluten waten.”

 

Chateau Frontenac
Chateau Frontenac

 

Genieße die Oberstadt

Auch für den jüngeren Teil von Old Quebec, der auf den Klippen von Cap Diamant liegt, sollte man mindestens einen halben Tag einplanen – wir lassen uns Zeit für unseren gemütlichen Spaziergang durch diesen Teil der Stadt, den wir ganz bequem mit der Funiculaire, der Zahnradbahn, erreichen, die vom einstigen Wohnhaus des Pelzhändlers und Entdeckers Louis Jolliet von der Unterstadt nach oben führt. Von oben haben wir einen Rundumblick auf den Sankt Lorenz Strom, der sich von hier ab stetig verbreitert, bis er im Golf von Sankt Lorenz in den Atlantik mündet.

 


Wir blicken hinüber auf die Ile d’Orléans, die schon den frühen Siedlern frisches Obst und Gemüse lieferte, eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt. Frische Äpfel, Wein, Pfirsiche, Aprikosen, Tomaten, Auberginen, Kartoffeln und andere Agrarprodukte werden noch immer täglich von der Insel zum Markt in Quebecs Hafenregion gebracht. Der Beiname “Insel des Bacchus” beschreibt sehr treffend die Rolle dieser lang gestreckten Insel, die wie ein Pfropfen an der Stelle sitzt, an der der Fluss sich aus seinem schmalen Bett in Richtung Ozean ergießt.

 

 

Place d'Armes
Place d’Armes

 

Auf einen Kaffee in eines der Bistros an der Place d’Armes

Wir genießen den schönen Ausblick auf den zentralen Platz der Oberstadt von Old Quebec und lauschen den Klängen des Trompetenspielers, der uns mit seiner Musik entführt ins Paris der fünfziger Jahre. In den Bistros unterhalb des Platzes kann man gut eine Pause einlegen und bei einem Mittagessen oder einer Tasse Kaffee den vorbei flanierenden Passanten zusehen.

 

Rue Trésor
Rue Trésor

 

Künstler treffen in der Rue Trésor

In der Rue Trésor, die gleich um die Ecke liegt, schauen wir den Malern zu, wie sie ihre Werke an den Mann bringen: Aquarelle von Quebec zu allen Jahreszeiten – mit Blumen, den einladenden Straßencafés, im Winter mit Schnee und natürlich das Château Frontenac aus allen möglichen Perspektiven. Wer ein Souvenir sucht, das Erinnerungen weckt, der wird bei den Malern in dieser kleinen Seitengasse, die vom Place d’Armes in Richtung Basilika führt, sicher fündig. Wir lassen uns diesmal jedoch nicht von den Gemälden verführen, sondern machen uns auf die Suche nach dem Québec abseits der üblichen Touristenwege.

 

Bistros an der Place d'Armes
Bistros an der Place d’Armes

 

Das Old Québec abseits der üblichen Touristenpfade entdecken

Da wir Old Québec schon von früheren Besuchen kennen, lassen wir uns diesmal treiben und suchen uns dazu die Straßen in Québecs Altstadt aus, durch die die Touristenmassen nicht strömen. Gleich hinter dem Rathaus folgen wir der Rue Sainte-Anne und kommen vorbei an der ältesten schottischen Kirche Québecs, der presbyterianischen Saint Andrews Church. Trotzdem ist sie eine der jüngeren Kirchen von Quebec. Die Gemeinde kann ihren Ursprung bis auf die schottischen Fraser Highlander in Wolfe’s Armee zurück verfolgen, die Québec City 1759 eroberte. Uns wird auf unserem Rundgang schnell klar, dass wir in diesem Teil der Stadt viel mehr mit den historischen Entwicklungen der Stadt nach ihrer Eroberung durch die Briten konfrontiert werden.

 

James Wolfe
James Wolfe

 

James Wolfe begegnen im Centre Morrin

General James Wolfe begegnet uns wenige Schritte weiter erneut. In der Bibliothek des Centre Morrin weist seine Statue noch immer den Weg. Wie wir erfahren, hat die Statue selbst offenbar nicht immer die Richtung gekannt. Hat sie doch eine Odyssee durch die ganze Welt hinter sich. Vor einigen Jahren wurde sie zufällig in einem Trödelladen in England entdeckt. Dort erkannte man sie als eine Darstellung von James Wolfe und brachte sie zurück nach Québec, wo sie einst hergestellt worden war. Wie sie dahin gekommen ist, weiß niemand.

 

Maison Dauphine
Maison Dauphine

 

Die Verteidigungsanlagen von Old Quebec kennenlernen

Unser Weg führt uns vorbei am Maison Dauphine. Dabei sehen wir die alten Befestigungsanlagen der Stadt, die das alte Québec bis heute umgeben. Die Franzosen hatten ihre Stadt zum Schutz mit einem Befestigungswall umgeben. Die Wallanlagen sind von außen nur schwer als solche zu erkennen. Sie enthalten zur Landseite hin einen tiefen Graben, der Feinde abhalten sollte. Trotzdem halfen die Anlagen nicht bei der Verteidigung der Stadt. General Montcalm befahl seinen Soldaten den britischen Angreifern unter James Wolfe bei der Entscheidungsschlacht im Jahr 1759 auf den Plaines d’Abraham vor den Toren der Stadt entgegen zu treten. Warum er dies tat, ist bis heute unklar.

 

Modell von Old Quebec
Modell von Old Quebec

 

Den Park de l’Artillerie in Old Quebec besuchen

Im Park de l’Artillerie sehen wir uns das Modell der Stadt mit ihren Verteidigungsanlagen und Befestigungswällen an. Auch hier erhalten wir keine Antwort darauf, warum die Stadt an die Briten verloren ging. Sicher ist, dass sowohl General Montcalm als auch James Wolfe in dieser Schlacht ihr Leben ließen. Von da an änderte sich das Schicksal der Stadt. Seit damals steht Quebec unter britischem Einfluss. Das Motto der Provinz und der Stadt lautet bis heute: “Je me souviens” (Ich erinnere mich). Die Schlacht vor den Toren der Stadt ist noch immer präsent in den Köpfen der Stadtbewohner.

 

Irisches Kreuz
Irisches Kreuz

 

Den Spuren irischer Einwanderer folgen

Auf unserem Weg zurück in die Unterstadt sehen wir weitere Verteidigungsanlagen mit ihren Kanonen. Diese weisen noch heute über die Verteidigungswälle nach außen. Wie wenig sie der Stadt geholfen haben, sehen wir nur wenige Schritte weiter bei einem keltischen Kreuz. Dieses erinnert an die irischen Einwanderer in späteren Jahren. Diese verdingten sich vor allem in den Docks am Hafen und erwirtschafteten sich auf harte Weise ihr tägliches Überleben.

 

Blumen Balkon in Quebec Altstadt
Blumen Balkon in Quebec Altstadt

 

Mit diesen Tipps bist Du gut gewappnet, die Altstadt von Québec wirklich kennen zu lernen. Nimm Dir ausreichend Zeit für die Unterstadt und die Oberstadt, und erkunde die Stadt auch einmal abseits der üblichen Touristenpfade. Am besten lässt Du Dich einfach treiben und geht mit offenen Augen durch die Stadt. So erschließt sie sich dem Besucher am besten.

 

Quebec City bei anderen Reisebloggern

 


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Anreise:

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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Die Reise fand statt auf Einladung von Tourism Québec. Die Meinungen in diesem Artikel bleiben unsere eigenen.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Foto:  © Copyright von Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video:  © Copyright von Petar Fuchs, TravelWorldOnline

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