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Triest Hafen – Dolce vita in Friaul

Triest Hafen
Triest Hafen

 

An meinen ersten Besuch in Triest kann ich mich kaum erinnern. Damals war ich mit meinen Eltern auf Reisen, und wir sind mehr oder weniger zufällig in Triest gelandet auf unserer Heimreise von der slowenischen Adriaküste. Was ich noch gut in Erinnerung habe, ist, dass wir schon damals große Probleme hatten, einen zentrumsnahen Parkplatz in Triest zu finden. Das Parken in Triest hat seine Tücken. Damals mussten wir einen langen Fußmarsch auf uns nehmen, um von unserem Auto ins Zentrum zu kommen. Daran hat sich nicht viel geändert. Auch diesmal hatten wir nur ein paar Stunden Zeit für Triest Hafen und Umgebung. Daher wollte ich das Ganze etwas besser planen. Zuerst einmal beschränkten wir unsere Stippvisite auf die Piazza dell’ Unita d’Italia und ihre Umgebung, denn für mehr reichte die Zeit nicht, da wir nur einen mehrstündigen Zwischenstopp auf der Rückreise einlegen wollten. Das war gut so, denn erneut verbrachten wir einen Teil dieser Zeit damit, einen Parkplatz für unser Auto zu suchen. Es gibt zwar Parkplätze am Hafen von Triest in unmittelbarer Nähe der Piazza dell’ Unita d’Italia, aber die sind sonntags bereits am Vormittag alle belegt. Daher blieb uns auch diesmal nichts anderes übrig als zum Hafen von Triest zurück zu fahren und unser Auto dort zu parken. Letztendlich erwies sich das jedoch als Glücksgriff.

 

Triest Hafen Spiegelungen
Triest Hafen Spiegelungen
Prachtvolle Villen am Triest Hafen
Prachtvoller Palazzo am Triest Hafen

 

Vom Hafen von Triest bis zur Piazza dell’ Unita d’Italia

Unser Spaziergang vom Yachthafen von Triest führt uns zunächst gemächlich am Wasser entlang, immer mit Blick auf die Bucht, die Boote, die an der Mole liegen, den Salone degli Incanti und das Acquario Marino della Città de Trieste. Mit den Sonntagsbesuchern der Stadt, die immer mehr werden, geniessen wir einen sonnigen Spätsommervormittag beim gemütlichen Bummel entlang der Hafenanlagen von Triest. Was gibt es nicht alles zu sehen: junge Familien, die ihren Nachwuchs im Kinderwagen vor sich herschieben und zu beschwichtigen versuchen, als das ersehnte Eis nicht sofort in seinen Händen landet. Bootsbesitzer machen ihre kleinen Wasserflitzer startklar für eine spätsommerliche Ausfahrt hinaus auf die ruhige Adria, die bei dem windstillen Wetter eine große Anziehungskraft ausübt. Flotte Skateboarder gleiten an uns vorbei mit einer Geschicklichkeit, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt, weil sie niemanden auf dem voller werdenden Gehsteig anrempeln. Dazwischen begegnen wir einem älteren Paar, das sich verliebt an den Händen hält und immer wieder mit einem Lächeln tief in die Augen blickt. Ich fange an zu grübeln: vielleicht feiern sie ein Ehejubiläum? Oder sind sie vielleicht gar nicht miteinander verheiratet? Da tun sich Welten auf, die ich im Hier und Jetzt nicht klären werde. Als wir uns der Mittagsstunde nähern, nimmt die Anzahl der Großfamilien zu, die sich am Hafen von Triest treffen für einen gemeinsamen Sonntagsausflug. Vielleicht ist es aber auch nur für ein Mittagessen mit der ganzen Familie, das sie in einer der Trattorias, der Bierstuben, der Pizzerias oder der Ristorantes an der Riva del Mandracchio oder an der Piazza dell’ Unita d’Italia einnehmen.

 

Salone degli Incanti am Triest Hafen
Salone degli Incanti am Triest Hafen

 

Dolce Vita in Friaul

Wir entschließen uns, es ihnen gleich zu tun, suchen uns unseren Weg durch laut hupende Vespas beim Überqueren der Hafenstraße von Triest, der Riva del Mandracchio, und wählen einen Platz in einem der Ristorantes am eleganten Stadtplatz, der mit seinen Palazzos an die Zeit der K.-und-k. Monarchie vor dem ersten Weltkrieg erinnert, als sich Triest noch unter der Herrschaft der Habsburger befand und zu Österreich gehörte. Bis heute spürt man den Flair österreichischen Lebensstils in bestimmten Vierteln der Stadt, und die Paläste an der Piazza dell’ Unita d’Italia scheinen diese Zeit festhalten zu wollen. Wir sind froh, dass wir die anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt für einen späteren Besuch aufheben, haben wir doch so die Gelegenheit, italienisches Dolce Vita hautnah zu erleben.

 

Die Piazza dell' Unita d'Italia am Triest Hafen
Die Piazza dell’ Unita d’Italia am Triest Hafen

 

Das Getümmel auf der Piazza nimmt zu. Wir beobachten eine Hochzeitsgesellschaft, die vor dem Brunnen der Vier Kontinente, der Fontana Dei Quattro Continenti, fotogen posiert für Erinnerungsfotos an diesen wichtigen Tag im Leben des jungen Paares. Anschließend drapiert der Fotograf die Frischvermählten vor dem prachtvollen Palazzo del Governo für ein weiteres Foto, bevor sie und der gesamte Tross der Hochzeitsgäste darin verschwinden. Um darin im Standesamt die bürgerlichen Formulare zu unterzeichnen? Wir wissen es nicht.

Stattdessen verlieren wir sie endgültig aus den Augen, als unser Mittagessen serviert wird. Mit großem Geschick zerlegt der elegante Ober den Wolfsbarsch, der mich vorwurfsvoll von meinem Teller anblickt. Ich schaue erst wieder hin, als er filettiert vor mir liegt. Ob er vielleicht aus der Fischfarm von Portoroz stammt? Ähnlich köstlich schmeckt er allemal. Petar lässt sich neben mir seinen bunten Salatteller schmecken, der ebenso einladend aussieht.

 

Fensterläden sorgen für Schatten
Fensterläden sorgen für Schatten

 

Interessant sind die anderen Gäste, die sich mit uns im Ristorante aufhalten und ihren Sonntag genießen: am Nebentisch sitzt ein älterer Herr vor einem Glas Bier und vertieft sich in seine Zeitung. Nur ab und zu wirft er einen prüfenden Blick auf seinen Hund, der es ihm gleichtut, indem er hin und wieder seinen Kopf kurz hebt, um zu kontrollieren, ob sein Herrchen noch immer ruhig neben ihm sitzt. Ein eingespieltes Team, sozusagen. Ganz anders die beiden Damen in eleganter Sonntagskleidung, die sich laut und heftig gestikulierend miteinander unterhalten. Ich verstehe zwar nicht, worum es geht, aber es scheint etwas zu sein, das die beiden stark beschäftigt. Dauert ihre Unterhaltung doch an, solange wir in diesem Restaurant sitzen.

 

 

Fensterfront mit schmiedeeisernem Balkon nahe dem Triest Hafen
Fensterfront mit schmiedeeisernem Balkon nahe dem Triest Hafen

 

Gerne hätte ich die beiden noch länger beobachtet, aber es wird Zeit, zu unserem Auto zurück zu kehren. Wir haben noch mehrere Stunden Fahrt vor uns zu unserem Tagesziel, dem Seehotel Enzian am Weissensee in Kärnten. Für den Rückweg wählen wir die Via Armando Diaz, die parallel zur Hafenstraße verläuft, aber um etliches ruhiger ist als jene. Hier sehen viele der Hausfassaden verwitterter aus als die prachtvollen Häuserfronten entlang der Hafenstraße. Dafür finden wir hier den etwas morbiden Charme italienischer Altstädte mit ihren blumengeschmückten Fenstern, vor denen schmiedeeiserne Gitter für Sicherheit sorgen. Hier entdecke ich einige jener wunderschönen Eingangstüren, die mich immer neugierig machen auf das, was sich dahinter verbirgt. Das ist das Italien, das mir besonders gut gefällt. Am beeindruckendsten finde ich die schmiedeeisernen Seitentüren zum Museo Revoltella, einer Galerie moderner Kunst, deren Besuch ich mir für unseren nächsten Aufenthalt vormerke.

 

Seitentür zum Museo Revoltella nahe dem Triest Hafen
Seitentür zum Museo Revoltella nahe dem Triest Hafen

 

Gleich nebenan blickt Kaiser Maximilian von seinem Podest herunter auf die Piazza Venezia, die wir überqueren, bevor wir an der Hafenpromenade entlang zurück zu unserem Auto spazieren. Wir haben bei unserer Stippvisite in Triest zwar viele Sehenswürdigkeiten verpasst, dafür aber ein paar Stunden italienisches Dolce Vita genossen und ein Erlebnis mit nach Hause gebracht, das uns im Gedächtnis bleibt.

 

Segelyachten im Triest Hafen
Segelyachten im Triest Hafen

 

Quelle: eigene Recherchen vor Ort

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

4 Responses

  1. Elena
    | Antworten

    Hallo Ihr beiden,
    da ich die (für mich) wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trieste bereits kenne, kann ich mir relativ oft den Luxus erlauben, einen Tag wie ihr in dieser tollen Stadt zu verbringen. Ich liebe es auch, einfach herum zu schlendern und so zu tun, als wäre ich keine Touristin. Als Parkplatz empfehle ich euch für den nächsten Besuch das Parkhaus San Giusto (parksangiusto.it) unter dem gleichnamigen Hügel. Die Preise sind moderat und als kleines Extra gibt es einen Aufzug, der bis ganz auf den Hügel hinaufgeht und man so OHNE Anstrengung den spektakulären Blick auf die Stadt genießen kann.
    Liebe Grüße
    Elena

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Elena,

      “ohne Anstrengung” klingt gut. Genau das Richtige für uns Slow Traveller. In Triest waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal. Die Stadt ist wirklich sehenswert.

      Liebe Grüße,
      Monika

  2. Lorena
    | Antworten

    Hallo! Toller Reisebericht und die Bilder sind wirklich sehr schön geworden =) Vielen Dank für diesen Artikel und schöne Grüße aus Meran

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