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Wanderung durchs Pesenbachtal

Pesenbach
Pesenbach

 

Kühle Sommer Wanderung durchs Pesenbachtal

Die Wanderung durchs Pesenbachtal lockte uns. Hexen und Teufel sollen dort ihr Unwesen getrieben haben. Allerdings erzählt man sich auch von Schamanen und Heilern. Eigentlich sind Petar und ich keine Wanderer. Bei unserem Besuch in Bad Mühllacken im Frühjahr schnupperten wir jedoch kurz hinein in dieses enge Bachtal. Die Erinnerung daran ließ uns keine Ruhe. Und es hatte uns neugierig gemacht. Daher machten wir uns in der zweiten Augusthälfte auf den Weg, um uns dieses Tal genauer anzuschauen.

 

Petar bei unserer Wanderung durchs Pesenbachtal
Petar bei unserer Wanderung durchs Pesenbachtal

 

Wandern im Pesenbachtal

An einem sonnigen Hochsommertag brechen wir bei kühlen Morgentemperaturen auf. Vom Kurhaus in Bad Mühllacken geht es los zu unserer Wanderung durchs Pesenbachtal. Meine Befürchtungen, dass wir bei Temperaturen um die 30° bald die Lust verlieren werden, erweisen sich rasch als Trugschluss. Im Gegenteil, durch das ständige Rauschen des Baches und die Laubbäume ist der Weg in seiner ganzen Länge angenehm erfrischend. Dazu kommt ein lauer Wind, der immer wieder das Blätterdach über uns bewegt. Auch wenn es im Laufe des Tages wärmer wird, schützen uns die hohen Bäume vor direkter Sonneneinstrahlung. Außerdem finden wir zwischendurch Stellen, an denen wir ins kühlende Wasser des Baches steigen können. Dadurch erfrischen wir immer wieder unsere heißen Füße.

 

Was Du für eine Reise ins Mühlviertel packen solltest

 

Blocksteine als Kraftorte
Blocksteine als Kraftorte

 

Ein Ort vorchristlicher Heilerinnen

Wir übernachten auch dieses Mal im Kneipp Kurhaus in Bad Mühllacken. Von dort nehmen wir uns eine Beschreibung des Wanderswegs mit. Daraus erfahren wir, welche Bedeutung die verschiedenen Kraftorte entlang unserer Strecke hatten. Schon in vorchristlicher Zeit übten in diesem Tal Heilerinnen ihre Kunst aus. Darauf weisen zahlreiche Sagen und Legenden hin. Die Brunoquelle ist nach einem an Aussatz erkrankten Knappen benannt, der auf dem Rückweg von einem Kreuzzug an dieser Stelle vorbeikam. Er war schon am Ende seiner Kräfte, als ihn die Heilkraft des Wassers von seiner Krankheit befreite.

 

Der Pesenbach
Der Pesenbach

 

Sagen von Teufeln und der Anderswelt

Noch spannender sind die Geschichten, die man sich über den hinteren Teil des Wanderwegs erzählt. Zwischen dem Schlagerwirt und dem Kerzenstein wird der Pfad unwegsamer. Wurzeln und Steine machen ihn schwieriger. Dieser Abschnitt des Pesenbachtals war früher nur den Schamanen und Heilern vorchristlicher Zeiten vorbehalten. Scheinbar führte von der Gaißkirche, einer Steinformation, ein Zeremonienweg durchs Pesenbachtal bis zum Kerzenstein. Darauf beruhen Berichte von der “Wilden Jagd” zwischen Martini und Dreikönig. Dann erhob sich ein gewaltiger Sturm, und man hörte Hunde bellen, Geißen plärren, Hähne krähen und Peitschen knallen, als die Menschen den Teufel austrieben.

 

An verwunschenen Plätzen strömt das Wasser des Pesenbachs durch Strudellöcher und über kleine Wasserfälle ins Tal. Dort haben Menschen in vorchristlicher Zeit versucht, Kontakt mit der Anderswelt aufzunehmen. Solche Orte waren nur dafür ausgebildeten Schamanen vorbehalten. Für Normalsterbliche waren diese Orte jedoch tabu. Auch der Teufel taucht in den lokalen Sagen immer wieder auf. Im Teufelsbottich soll er gerne gebadet haben. Eines Tages erwischte ihn ein junges Mädchen dabei. Da er dem unschuldigen Kind nichts anhaben konnte, fuhr er voller Zorn in die Tiefe. Seitdem hat man ihn nicht mehr gesehen.

Die geheimnisvolle Welt am oberen Pesenbach zeigt Petar’s Video am besten:

 

 

Moderne Heilerinnen im Pesenbachtal

Auch heute noch steht das Pesenbachtal im Zeichen des Heilens. Das Kneipp Traditionshaus in Bad Mühllacken bezieht das Tal und sein Wasser in seine Behandlungsmethoden ein. Von der Brunoquelle wird das Wasser jeden Tag frisch in Glasflaschen abgefüllt und ins Kurhaus geholt. Dort wird es zum Essen serviert. Außerdem wird es für Bäder, Güsse und Wickel verwendet. Dadurch unterstützt es die Reinigungsprozesse. Mehrmals pro Woche werden Wanderungen angeboten. Dabei machen die Teilnehmer Wyda Übungen. Wyda ist eine Art keltisches Yoga. Es wird seit Jahrhunderten in keltischen Familien überliefert. So wird die Harmonie zwischen Körper und Geist wieder hergestellt. Unsere Wanderung durchs Pesenbachtal hilft uns abzuschalten. Von Stress ist hier keine Spur. Uns hat die Wanderung durchs Pesenbachtal auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Wenn Ihr selbst einmal die Wanderung durchs Pesenbachtal ausprobieren wollt, könnt Ihr das tun und bei den:

Marienschwestern von Karmel übernachten.
Bad Mühllacken 55
4101 Feldkirchen/Donau
Österreich
(T) +43 (7233) 7215-0
badmuehllacken@marienschwestern.at

Ausflugstipps im Mühlviertel


Reiseorganisation:

Anreise:

Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss fliegen nach Wien, Salzburg oder Linz.

Mietwagen:

Günstige Mietwagen – schnell und einfach buchen!*

Hotels:

Wenn Ihr nicht im Kloster übernachten, sondern nur die Angebote dort nutzen wollt, geht das auch. Hotels in Feldkirchen an der Donau* könnt Ihr über unseren Partner booking.com buchen.


Weitere Slow Travel Tipps gibt’s hier. Bei Stift Lilienfeld und dem Muckenkogel in Niederösterreich haben wir ein schönes Wandergebiet entdeckt.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns beim Kneipp Traditionshaus in Bad Mühllacken für die Einladung zu dieser Reise. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video: © Copyright Petar Fuchs, TravelWorldOnline

6 Responses

  1. Antje
    | Antworten

    Kannte ich noch gar nicht, aber das Tal sieht sehr romantisch aus. Habt ihr auch richtig Kneipp gemacht?

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Antje, das Tal ist wirklich schön für eine Sommerwanderung an heißen Tagen. Sie hat uns viel Spaß gemacht. Gekneippt haben wir kurz im Kräutergarten des Klosters. Dort gibt es die entsprechenden Teiche und Becken. Außerdem gab’s einen Guss am zweiten Tag unseres Aufenthalts.

  2. Sabine
    | Antworten

    Das ist mal eine spannende Wanderung. Entlang eines rauschenden Bachs unter grünem Bätterdach – herrlich. Und dazu diese magische Geschichten – ich mag das sehr!

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Uns haben die vielen Geschichten über geheilte Kreuzritter, Hexen und Heilerinnen, und die Vertreibung des Teufels fasziniert. Irgendwie passen diese Geschichten wunderbar in dieses Tal.

  3. Gudrun
    | Antworten

    Also das Pesenbachtal ist mir vom Namen her ein Begriff. Ich glaube da sind wir mit der Schule hingefahren und dann gewandert. Von den Hexen und heilkundigen Frauen hat uns leider niemand erzählt, das wäre sicher lustiger gewesen als nur zu wandern.

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Gudrun, für uns waren es auch die Hexen und Heilerinnen, die uns auf das Pesenbachtal neugierig gemacht haben. Überzeugt hat uns dann der schöne und schattige Weg immer am Bach entlang, der für uns sogar die Wanderung bei größter Sommerhitze zum Vergnügen gemacht hat. Liebe Grüße, Monika

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