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Piran, das Fischerdorf an der Adria

Die Chiesa di San Giorgio thront über Piran, das Fischerdorf an der Adria
Die Chiesa di San Giorgio thront über Piran

 

Piran an der Adria

Auf den ersten Blick wirkt Piran nicht wie ein Fischerdorf. Dafür ist der Platz der Stadt, die Piazza Tartini, zu prunkvoll und zu groß. In seiner Mitte wacht der Namensgeber des Platzes, der aus der Stadt stammende Musiker Giuseppe Tartini, über den Ort. Unter ihm tobt der Nachwuchs der Stadt lautstark und voller Lebensfreude und Schabernack unter den Augen der Mütter herum und wird schon einmal mit Nachdruck von den spitzen und gefährlich aussehenden Zaunzacken gezerrt, die ebensolche Frechdachse von der Musikerstatue fernhalten sollen. Lange gelingt es ihnen nicht, ihre Sprösslinge davon abzuhalten. Erneut klettern sie hinauf, und die Mütter müssen wieder rettend einschreiten. Ein aufreibender Job, seine Kinder auf dem Tartini Platz im Zaum zu halten.

Da ist es gut, dass das Fischerdorf an der Adria, für den Autoverkehr gesperrt ist. Wir fahren mit dem Bus von Portoroz herüber, der direkt am Tartini Platz hält. Wer mit dem Auto anreist, muss dieses in einer der Parkgaragen vor der Stadt abstellen und zu Fuß ins Zentrum von Piran laufen. Nur die Einwohner von Piran dürfen mit dem Fahrzeug in die Stadt.

 

Noch heute wacht der venezianische Löwe über das Rathaus von Piran, das Fischerdorf an der Adria
Noch heute wacht der venezianische Löwe über das Rathaus von Piran
Schmiedeeisernes Oberlicht am Eingang zum Rathaus von Piran, das Fischerdorf an der Adria
Schmiedeeisernes Oberlicht am Eingang zum Rathaus von Piran

 

Piran, das Fischerdorf an der Adria – mit venezianischer Architektur

Was auch nicht dazu beiträgt, dass wir Piran sofort als Fischerdorf wahrnehmen, sind die Prunkbauten am Tartini Platz. An der Fassade des Rathauses prangt der venezianische Löwe, der ein Buch in der Pranke hält – ein Zeichen dafür, dass die Einwohnerschaft von Piran den Venezianern gegenüber freundlich gesinnt war. So zumindest erklärt es Janez, unser slowenischer Begleiter, der uns Piran zeigt. Es ist kein Wunder, dass Venedig einen so starken Einfluss auf Piran, das Fischerdorf an der Adria hatte. Liegt die Lagunenstadt doch nur etwa 100 Kilometer übers Meer entfernt. Ein Katzensprung sozusagen, und für die Händler aus Venedig sowieso. Diese kamen in die Bucht von Piran wegen des Salzes, das an ihrer Südseite abgebaut wird. Die Salinen kann man heute noch besichtigen.

 

Das venezianische Haus in Piran, das Fischerdorf an der Adria
Das venezianische Haus in Piran
Den Abend in einer Trattoria geniessen am Tartini Platz in Piran, das Fischerdorf an der Adria
Den Abend in einer Trattoria geniessen am Tartini Platz in Piran

 

Ein Venezianer unterhielt sogar jahrelang eine Liebschaft mit einer Piranerin. Die Liebe war so groß, dass er ihr im Stadtzentrum ein Haus baute. Nicht zu verkennen an seiner venezianischen Architektur und der roten Farbe scheint es noch immer dem Wahlspruch seines Besitzers treu zu sein: “lassa pur dir” (Lass sie reden). Dieser ist bis heute auf einem Relief zwischen den beiden Fenstern im obersten Stock des Hauses zu sehen.

 

Am Tartini Platz in Piran, das Fischerdorf an der Adria
Am Tartini Platz in Piran
Giuseppe Tartini auf dem Hauptplatz von Piran, das Fischerdorf an der Adria
Giuseppe Tartini auf dem Hauptplatz von Piran
Fassaden in Piran
Fassaden in Piran

 

Italienische Spuren in Piran

Petar schließt sich den anderen auf einem Rundgang durch die Gassen an, die hinauf führen zur Kathedrale St. Georg. Von oben kann man die Reste der Stadtbefestigung erkennen, die sich am Hügelkamm erstrecken. Unterwegs passieren sie das Minoritenkloster, das einst die Franziskaner in Piran errichtet hatten. Oben angekommen bietet sich ein Ausblick auf Piran und die davor liegende Bucht, in der gerade ein Großsegler mit fünf Masten ankert, gerade so, als ob die Händler aus Venedig noch immer auf dem Mittelmeer unterwegs sind. Tatsächlich aber handelt es sich um ein Kreuzfahrtschiff, das an der Adriaküste entlang segelt. Es bietet einen imposanten Anblick in der Abendsonne.

 

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Petars Video zeigt auch, dass es noch weitere Hinweise auf die Nähe Italiens in Piran gibt. Auf dem Rundgang durch Piran, das Fischerdorf an der Adria, begegnet er italienischen Spuren. Da ist der Friseursalon mit Namen Verdi oder die Schilder, die die Kathedrale Sv. Jurij als Chiesa di San Giorgio bezeichnen. Immerhin 7 Prozent der Einwohnerschaft von Piran sprechen Italienisch. Es gibt sogar italienische Kindergärten und Grundschulen in der Stadt. Da ist es kein Wunder, dass auch die Küche Pirans etwas Italienisches an sich hat. Damit meine ich nicht die Pizzerias, die es in den Seitengassen des Tartini Platzes gibt. Nein, Spaghetti Vongole (Spaghetti mit Muscheln) bekommen wir als eigenen Gang während unseres köstlichen Abendessens serviert.

 

Nirgendwo schmeckt's besser - frischen Fisch direkt beim Fischer essen
Nirgendwo schmeckt’s besser – frischen Fisch direkt beim Fischer essen

 

Piran, das Fischerdorf an der Adria, erleben wir mit frischen Fischen direkt vom Fischer

Janez will uns nach all diesen Einflüssen venezianischer Architektur beweisen, dass Piran trotz allem ein slowenisches Fischerdorf ist. Dazu führt er uns in ein Restaurant, das sich von außen nicht als solches zu erkennen gibt. “Hier essen die Einheimischen am liebsten”, erklärt er uns, als er auf ein altes Fischerboot zusteuert, das wir bei einem Spaziergang am Hafen nicht einmal beachtet hätten, so verwittert sieht es aus. “Hier bekommt Ihr Fisch frisch aus dem Meer und direkt aus der Küche des Fischers.” Mir läuft sofort das Wasser im Mund zusammen. Und ich sollte nicht zu viel erwarten!

 

So gut - Stockfisch und in Öl eingelegte Sardellen
So gut – Stockfisch und in Öl eingelegte Sardellen
Spaghetti Vongole
Spaghetti Vongole
Köstlich - Wolfsbarsch, Dorade und andere frische Fische
Köstlich – Wolfsbarsch, Dorade und andere frische Fische aus der Bucht von Piran

 

Der beste Wolfsbarsch, den ich bisher gegessen habe

Im Gegenteil, meine Erwartungen wurden übertroffen. Weder Petar noch ich sind besondere Fischliebhaber, aber die Fischgerichte, die uns Katarina und ihr Mann Rokis auf ihrem Fischerboot im Hafen von Piran vorsetzten, versetzen mich heute noch ins Träumen und könnten uns veranlassen, bald eine weitere Reise nach Piran zu unternehmen. Da gab es eine Paste aus Stockfisch als Brotaufstrich auf hausgemachtem Olivenbrot und dazu in Sardinen in Olivenöl. Sie eröffnen unser lukullisches Mahl, das wir auf Biergartentischen an Bord ihres Boots geniessen. Als Gruß aus der Küche gibt’s Spaghetti mit Vongole. Den Abschluss unseres Abendessens in der Bucht von Piran bilden Fische, die Rokis an diesem Morgen frisch aus dem Meer geholt hatte. Eine Dorade, ein Wolfsbarsch und zwei heimische Fischarten, deren Namen ich nicht herausfinden konnte.

Während unseres Abendessens hatte der Großsegler in der Bucht seine Segel gesetzt und war in den Sonnenuntergang gesegelt. Wir trennen uns erst von unseren Gastgebern Janez, Katarina und Rokis, als Wetterleuchten in der Ferne Gewitter ankündigt. Was für ein schöner Abend in Piran, dem Fischerdorf an der Adria.

 

 


Reiseorganisation:

Flughäfen sind Ljubljana und Triest. Von dort geht’s weiter per Mietwagen, Bahn oder Linienbus.

Anreise per Bus:

Anreise per Bahn:
Möglich ist die Anreise per Bahn nach Ljubljana und weiter nach Koper. Alternativ ist die Anreise über Triest möglich.

Mietwagen:
über die Autobahnen aus den Richtungen Triest (Italien) und Ljubljana (Hauptstadt von Slowenien) und über die Straße aus Pula (Kroatien)
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Unterkünfte in Piran und Portoroz:
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns für die Einladung von Slovenia.info und Portoroz Lifeclass Hotels. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video: © Copyright Petar Fuchs, TravelWorldOnline

5 Responses

  1. Birgit
    | Antworten

    Ich mach im Mai eine Slowenien-Rundreise und freu mich schon sehr drauf.
    Danke für die tollen Bilder!

    Birgit

  2. Kerstin
    | Antworten

    Hej,
    eure Berichte hören sich sehr gut an.
    LG Kerstin

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