Weinfest Volkach – die ersten Trauben des Jahres werden gepresst

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Der Volkacher Ratsherr eröffnet die Weinlese
Der Volkacher Ratsherr eröffnet die Weinlese auf dem Weinfest Volkach

 

„Das Beste, das uns Gott gesandt, ist edler Wein vom Frankenland“ – diesen Spruch entdeckten wir an einer Hauswand in Nordheim auf der Weininsel in der Mainschleife im Fränkischen Weinland um Volkach. Wenn Anfang Herbst die Tage wieder kühler werden, beginnt die Weinlese am Main im Fränkischen Weinland. Dann werden Feste gefeiert und der junge Wein wird getestet. Wir waren beim Weinfest Volkach, das offiziell die Weinlese eröffnet. Dieses Jahr beginnt diese zwei Wochen später als übllich, weil die Winzer dem Wein noch etwas mehr Sonne gönnen wollen. Wir hatten zwar einen Jahrhundertsommer mit vielen Sonnen- und heißen Sommertagen, aber der Winter dauerte auch etwas länger als sonst. Damit der Jahrgang 2015 ein perfektes Weinjahr wird, lässt man den Trauben noch etwas Zeit, um an den Reben heranzureifen.

 

Weinfest Volkach
Weinfest Volkach

 

Das Weinfest Volkach feiert den Beginn der Weinlese an der Mainschleife

Das hält die Volkacher jedoch nicht davon ab, beim Weinfest Volkach die ersten Trauben des Jahres zu pressen und den Festbesuchern den frischen Saft zu kredenzen. Der Marktplatz vor dem Rathaus von Volkach wird zu einem großen Festplatz mit langen Holztischen und Holzbänken, auf denen es sich die Besucher gutgehen lassen. Vom Brunnen in der Mitte des Platzes heißen der Volkacher Ratsherr und die Weinprinzessin des Ortes die Gäste willkommen. Begleitet werden sie dabei vom Volkacher Landsknecht und Weinprinzessinnen aus den umliegenden Weingemeinden, denn Volkach liegt an der Mainschleife und nur wenige Kilometer entfernt von der Weininsel mitten im Main, auf der Rot- und Weißweine angebaut werden.

 

Erste Weintrauben beim Weinfest Volkach
Erste Weintrauben beim Weinfest Volkach

 

Das Weinfest Volkach findet seit 1948 jedes Jahr statt und dauert mehrere Tage. Die elf Festwinzer präsentieren mehr als 120 Frankenweine aus den umliegenden Weinlagen an der Mainschleife. Wir schauen zu, wie der Volkacher Ratsherr, die Weinprinzessin und der Volkacher Landsknecht zusammen mit zwei Winzern die ersten Trauben der Saison für die Presse vorbereiten. Währenddessen sorgt die Volkacher Blasmusik für weinselige Stimmung und eine Tanzgruppe unterhält die Festbesucher mit Tänzen in historischen Trachten. Ein farbenfrohes Spektakel! In der Zwischenzeit ist die Weinpresse bereit für die ersten Trauben des Jahres, und wir beobachten, wie die Weinprinzessin und der Landsknecht eimerweise junge Trauben in die Presse schütten, die der Volkacher Ratsherr im Handbetrieb in Bewegung setzt. Ein ganzer Trog voll frisch gepresstem Weinsaft wir anschließend an die wartenden Festbesucher verteilt, die eingeladen werden, den ersten Traubensaft des Jahres mit fränkischen Spezialitäten wie Zwiebelplootz (Zwiebelbrot) und fränkischen Bratwörscht (Bratwürsten) zu probieren.

 

Die Stadtkapelle Volkach sorgt für gute Stimmung
Die Stadtkapelle Volkach sorgt für gute Stimmung

 

Da wir nur zu einem Tagesausflug ins Fränkische Weinland gefahren sind, ziehen wir es vor, unsere Weinbrotzeit in einer der aktuell geöffneten Heckenwirtschaften in der Umgebung von Volkach zu genießen und fahren ein paar Kilometer hinaus auf die Weininsel mitten im Main nach Nordheim, wo wir auf dem Weingut Glaser fränkische Spezialitäten probieren. Petar und ich teilen uns ein Zwiebelbrot und einen Teller mit Leberwörschtli und Blutwörschtli in der Pfann‘ mit Bratgrumpern. Leberwürste und Blutwürste verstehen wir noch, aber bei „Bratgrumpern“ müssen wir nachfragen. Soweit reichen unsere fränkischen Sprachkenntnisse noch nicht: wir erfahren, dass es sich dabei um Bratkartoffeln handelt. Zusammen mit roten Rüben aus Opas Garten, erweisen sich die fränkischen Spezialitäten als recht deftig und machen Durst auf den jungen Traubensaft, den wir uns dazu schmecken lassen. Heckenwirtschaften sind der perfekte Ort, um fränkische Weine direkt vom Winzer zu verkosten. Früher haben die Winzer für einen begrenzten Zeitraum ihre Gärten, Wohnzimmer oder gar Schlafzimmer für Weinliebhaber geöffnet, ihnen deftige Hausmannskost und ihre eigenen Weine serviert. Heute bekommt man die fränkischen Spezialitäten und Weine in nett dekorierten Wirtsstuben oder Gartenwirtschaften. Authentischer kann man fränkische Weine nicht probieren. Allerdings muss man wissen, wann welche Heckenwirtschaften geöffnet haben. Überprüfen könnt Ihr das z.B. auf dieser Website.

 

Weinprinzessin, Landsknecht und Ratsherr pressen die ersten Trauben beim Weinfest Volkach
Weinprinzessin, Landsknecht und Ratsherr pressen die ersten Trauben beim Weinfest Volkach

 


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Der erste Traubensaft des Jahres wird ausgeschenkt
Der erste Traubensaft des Jahres wird ausgeschenkt

 

Auch wenn wir dieses Mal nur zu einem Tagesausflug im Fränkischen Weinland waren, so lohnt es sich immer, ein ganzes Wochenende oder eine Woche dort zu verbringen. Im Weinland gibt es zahlreiche Wander- und Radwege, auf denen man die Schönheiten der Weinregionen am Main erkunden kann. Und natürlich gibt’s eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den Wein, die Weinlese und die Winzer zu erleben.

Quelle: eigene Erlebnisse vor Ort. Wir bedanken uns beim Fränkischen Weinland für die Unterstützung dieser Reise und den Tipp, das Volkacher Weinfest zu besuchen.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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