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Weinland Franken per Wohnmobil

Weinland Franken
Weinland Franken

 


125 Kilometer in neun Tagen! Das ist Slow Travel und Genuss Reisen, wie wir uns das vorstellen! Perfekt für eine Tour durch das Weinland Franken per Wohnmobil. Genauso sind wir im Mai durch die Weinregionen Frankens gereist – immer am Main entlang. Jeden Tag ein paar Kilometer mit dem Wohnmobil unterwegs. Das Wohnmobil hat uns die Wohnmobil-Herstellerfirma Knaus zur Verfügung gestellt. Unser Heim mit all seinen Annehmlichkeiten immer dabei. Das ist Reisen mal anders. Den Rest der Zeit nahmen wir uns für die Orte, die Weingüter und die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.Und für das Wohnmobil! Denn das erforderte mehr Aufmerksamkeit, als wir erwartet hatten.

Ein solches Wohnmobil will versorgt sein: mit Frischwasser, Diesel und Strom. Das ist nicht überall ganz so einfach erhältlich wie für ein Auto, vor allem wenn das Wohnmobil etwas größer ist. Noch dazu, wenn man noch nicht an die Gegebenheiten für Wohnmobil Reisen gewohnt ist wie wir. In mittelalterlichen Orten mit ihren verwinkelten Gassen und engen Straßen kann die Suche nach Einkaufsmöglichkeiten, Versorgungsstationen, Campingplätzen und Tankstellen zeitaufwändig sein. Ebenso erwies sich das Parken in der Nähe von Weingütern, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten nicht immer als einfach. Einen Teil unserer Reisezeit verbrachten wir mit der Suche nach Parkplätzen.

Gut also, dass wir viel Zeit eingeplant hatten. Unsere Reisetipps für Wohnmobil-Neulinge sind das Ergebnis unserer Erfahrungen auf der Tour durch das Weinland Franken.

 

Stadtcamping Schweinfurt
Stadtcamping Schweinfurt

 

Das Weinland Franken per Wohnmobil

Die Tour führte uns von Geldersheim bei Schweinfurt über kleine Winzerorte nach Volkach, Kitzingen, Ochsenfurt, Würzburg bis Karlstadt. Eine Karte dieser Route findet Ihr hier.

 

Geldersheim

 

Geldersheim
Geldersheim

 

Die Reise startete in Geldersheim, einem Dorf in der Nähe von Schweinfurt. Dieses darf sich ganz offiziell als “eines der schönsten Dörfer Bayerns” bezeichnen. Der Ort hat sich herausgeputzt. Er nimmt seit einigen Jahren an Schönheitswettbewerben für Dörfer teil. Dabei heimst er regelmäßig erste Preise ein. Mit Recht! In diesem Jahr will sich Geldersheim um den Rang als “schönstes Dorf Deutschlands” bewerben. Sowohl Bürgermeister als auch die Dorfbevölkerung fiebern bereits darauf hin.

Ein älterer Herr, der eine Wisteria an seiner Hauswand in Form bringt, erzählt uns stolz die Erfolgs-Geschichte seines Dorfs. Er berichtet, dass der neue Bürgermeister die Einwohner dazu motiviert, ihre Höfe, Gassen und Gärten auch in diesem Jahr wieder auf Vordermann zu bringen. Das gelingt ihm offenbar sehr gut, denn Geldersheim hinterlässt bei uns den Eindruck eines gepflegten und lebendigen Dorfs.

Die Kirchenburg in Geldersheim

Sehenswert ist Geldersheim außerdem wegen seiner Kirchenburg. Dabei handelt es sich um Kirchen, die von Scheunen und Gebäuden umgeben waren. Diese dienten in kriegerischen Zeiten sowohl als Lager als auch als Schutzburg. Im Falle eines Angriffs zog sich die Dorfbevölkerung hinter die Mauern zurück. Dort hatte man Nahrung gespeichert, um eine Belagerung zu überstehen. Die Gaden, so heißen diese Lager, umringen die Dorfkirche von Geldersheim. Nur an einer Seite öffnen sie sich zum Dorf hin. Sie sind restauriert. Einige davon werden für kulturelle Zwecke genutzt. In einer befindet sich das Museum von Geldersheim. Darin erfahren wir mehr über die Geschichte der Region bis zu den Zeiten der Römer.

 

Bierverkostung Bamberger Schlenkerla und Spezial Rauchbier
Bamberger Schlenkerla und Spezial Rauchbier

 

Genießen in Schweinfurt

Franken ist eine Genuss Region. Dies können wir bei unserem Abendessen in der Neuen Schranne in Schweinfurt feststellen. Allerdings sind wir hier noch nicht im Weinland Franken unterwegs. Das beweist man uns im Restaurant mit einer Bierverkostung. Zu mehr Kostproben als einem Bamberger Schlenkerla und einem Spezial Rauchbier – mein Favorit – reicht jedoch unser Durst nicht. Wer einmal eine große Sommer Bierprobe in der Neuen Schranne mitmachen will, sollte auf jeden Fall genügend Hunger und Durst mitbringen. Dabei gibt es zu einem Menü aus Schmalzbrot oder Rhöner Forellenfilet, einem fränkischen Brotzeitteller, einem Lichtenfelser Krustenstück mit Dunkelbiersoße, Bayrisch Kraut und Knödel, Zwickel sowie verschiedenen Weichkäsesorten mit Feigensenf und Brot sechs Biersorten zum Probieren.

 

Rindroulade mit Wirsing und Knödel
Rindroulade mit Wirsing und Knödel

 

Ich bin neugierig und probiere stattdessen die Rindsroulade mit Wirsing und Knödel. Diese kenne ich sonst nur mit Blaukraut. Da mir im Restaurant niemand sagen kann, ob es sich dabei um eine fränkische Spezialität handelt, wende ich mich mit meiner Frage an eine Facebook Gruppe, deren Mitglieder Franken sind in der Hoffnung, von diesen eine Antwort zu bekommen.

Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, ist die Diskussion, die sich aus meiner Frage entwickelt. Inzwischen – vier Tage nach meiner Frage – habe ich 71 Antworten erhalten. Die einen lieben Rouladen mit Wirsing – vielleicht in einem Schälchen serviert, damit es kein “Gemansch” gibt. Die anderen essen die Rindsroulade stattdessen nur mit Rotkraut (keinesfalls “Blaukraut”). Wieder andere beharren darauf, dass es in Franken keine Knödel, sondern nur Klöße gibt. Eine echte Grundsatzdiskussion also, die daraus entstanden ist.

Genuss wird auf jeden Fall ernst genommen in Franken! Die wahrscheinlich richtige Antwort erhielt ich jedoch von einer meiner Google+ Freundinnen. In der Umgebung von Bamberg wird besonders guter Wirsing angebaut und zu allen möglichen Fleischspeisen serviert.

Wipfeld

 

Mit dem Zehntgraf von Wipfeld unterwegs
Mit dem Zehntgraf von Wipfeld unterwegs

 

Nach einer Übernachtung auf dem besten Campingplatz auf unserer Reise, dem Stadtcamping in Schweinfurt, brechen wir schließlich auf zu unserer Tour entlang des Mains. Unser erstes Ziel ist der Ort Wipfeld. Vor dem Literaturmuseum empfängt uns Zehntgraf Albert Kestler mit der Weinprinzessin von Wipfeld. Beide zeigen uns den Winzerort mit seinen Fachwerkhäusern und der alten Poststation, in der einst die Postkutschen Station machten.

Vom Kirchberg über dem Dorf haben wir außerdem einen guten Ausblick auf den Beginn der Mainschleife. Diesen genießen wir mit einem Glas Altfränkischem Rebsortensatz Anno Domini 2013. Weinkundlich weiter gebildet haben wir uns mit der Erklärung des Zehntgrafen. Ein Rebsortensatz ist ein gemischter Satz, d.h. verschiedene Weinsorten, die im selben Weinberg angebaut sowie zu Wein verarbeitet werden. Solche Weine schmecken jedes Jahr anders.

Untereisenheim

 

Hundertwasserhaus in Untereisenheim
Hundertwasserhaus in Untereisenheim

 

Unseren nächsten Stopp legten wir im Weinbauort Untereisenheim ein. Schon von weitem sehen wir das außergewöhnliche Gebäude am Ortsrand. Die engen Straßen des Ortes stellen bei Gegenverkehr eine Herausforderung für unser Wohnmobil dar. Aber dank freundlicher Fahrer schaffen wir es dennoch bis zum Parkplatz am Hundertwasserhaus. Dieses darf eigentlich gar nicht so heißen – zahlt der Besitzer doch keine Franchise-Gebühren. Offiziell ist es das Weingut Hirn. Im lokalen Sprachgebrauch jedoch nennt es jeder Hundertwasserhaus – und es sieht auch so aus.

Da gleichzeitig mit uns eine Busgruppe zu Besuch ist, schenken wir uns die Besichtigung im Inneren des Gebäudes und bestaunen es nur von außen. Mit gefallen besonders die in die Mauer eingelassenen Weinflaschen.

Volkach

 

Impressionen aus Volkach
Impressionen aus Volkach

 

Letzter Stopp unseres ersten Tages im Weinland Franken ist die Stadt Volkach. Wir waren schon einmal dort zum Weinfest im Herbst. Bereits damals hat uns der Ort gut gefallen. Diesmal machen wir uns auf die Suche nach versteckten Innenhöfen, Vinotheken und Cafés. Davon gibt es zahlreiche in Volkach. Man muss nur etwas abseits der Hauptstraße in die Nebengassen gehen. Dort finden wir sehenswerte Ecken, die die Lebensart im Weinland Franken besonders attraktiv erscheinen lassen.

Sommerach

 

Winzerkeller Sommerach
Winzerkeller Sommerach

 

Einen Weinkeller besuchen wir am nächsten Tag. Eine Gruppe von Winzern aus Sommerach hat sich zusammen geschlossen. Sie liefert seither jeden Herbst ihre Weinernte im Weinkeller ab – ein Schmuckstück moderner Weinarchitektur im Weinland Franken. Der Muschelkalk für die Wände stammt aus der Umgebung. Er zeigt, auf welchen Böden die Weine dieser Region heran reifen. Wir dürfen ein wenig hinein schnuppern in das, was hier angeboten wird. Dazu gehören monatliche Kochkurse mit saisonalen Gerichten, die mit den Weinen der Region gut harmonisieren.

Oder Weinkurse, in denen Interessierte sich über Wein weiter bilden können. Ich klemme mir meine Nase mit einer Klammer zu und soll beschreiben, wie der Wein schmeckt, den man mir reicht. Außer sauer oder süß kann ich allerdings mit zugeklemmter Nase nichts bestimmen. “Das ist richtig so”, erklärt uns Frau Köberle. “Erst Nase und Mund lassen den Geschmack des Weins voll zur Geltung kommen.” So ein Weinseminar hätte ich gerne mitgemacht, um mehr über die Geheimnisse des Weins zu erfahren. Im Keller des Winzerkellers von Sommerach entstehen schließlich die Weine der Region. Sie reifen in Stahltanks heran. Aber auch in alten Holzfässern in einem Seitenkeller. Dieser wirkt auf mich wie eine Kathedrale des Weins.

Neuses a. Berg

 

Kutschfahrt durch die Weinberge von Neuses a. Berg
Kutschfahrt durch die Weinberge von Neuses a. Berg

 

Der nächste Ort wird von der Abtei Münsterschwarzach beherrscht. Deren Mönche trieben den Weinbau in der Region über Jahrhunderte voran. Kurz hinter Schwarzach biegen wir ab nach Dettelbach und fahren auf einer Landstraße nach Neuses am Berg. Dort treffen wir Max Schimmel (Tel. 09324 – 3933), der uns mit seinem Zweigespann durch die Gassen des Dorfs hinaus in die Weinberge kutschiert. Die Aussicht vom Hügelkamm auf die Mainschleife zeigt uns fast alle bisher besuchten Ortschaften unserer Reise: Nordheim, Volkach, Münsterschwarzach.

Mit der Pferdekutsche geht’s gemächlich durch die Weinberge der Steillagen entlang des Mains. Folgt uns in Petar’s Video:

 

 

Bei einem Glas Hauswein aus dem Hause Schimmel blicken wir schließlich hinunter auf die Steilhänge. An diesen reifen die besten Weine im Weinland Franken heran. Sie sind so steil, dass die Sonneneinstrahlung für die Reben optimal ist.

Dettelbach

 

Dettelbach am Main
Dettelbach am Main

 

Der Nachbarort Dettelbach schmiegt sich an einen der Steilhänge über dem Main. Ein Großteil der Stadtmauer umgibt den Ort bis heute. Wir steigen die Treppen bis ins Tal hinunter. Dabei passieren wir ein niedliches Häuschen. “Darin befindet sich heute eine entzückende Ferienwohnung”, erklärt uns Alice Schiller, die uns ihren Ort zeigt. Dann zwinkert sie mir zu: “Früher war das der Rotlicht Bezirk von Dettelbach. Drei Frauen boten hier einst ihre Dienste an: Großmutter, Mutter und Tochter.” Davon ist jedoch nichts mehr zu sehen.

Beeindruckend ist das Rathaus der Stadt. “Das lag früher direkt auf der Kreuzung, durch die die Kutschen durch die Stadt fuhren”, sagt Frau Schiller. “Sie mussten unter dem Gebäude durchfahren. Dabei hatten sie natürlich ihren Obulus an die Stadt zu entrichten.” Gleich nebenan befindet sich das Kultur- und Kommunikationszentrum Dettelbach. In dem Gebäude gibt es neben einer Vinothek und einer Bibliothek ein Museum, das sich mit der Geschichte der Pilger und Wallfahrer in der Umgebung befasst. Sehenswert ist die Kirche mit ihren beiden Kirchtürmen, die durch eine hölzerne Brücke miteinander verbunden sind.

Kitzingen

 

Wohnmobilstellplatz in Kitzingen
Wohnmobilstellplatz in Kitzingen

 

Wir setzen unsere Fahrt fort und übernachten zum ersten Mal auf einem Wohnmobilstellplatz direkt am Main in Kitzingen. Diesen Platz können wir empfehlen. Er besitzt zwar nicht alle Einrichtungen, die ein Campingplatz bietet (Duschen fehlen). Aber es gibt Strom, Toiletten und Abwasser. Die Stadt Kitzingen ist über die Pippin-Brücke leicht zu Fuß zu erreichen. Sie bietet uns Gelegenheit zu einem Abendspaziergang, der allerdings nach den vielen Eindrücken des Tages recht kurz ausfällt. Uns stören nicht einmal die Autos, die über die Brücke fahren, unter der unser Wohnmobil steht. Wir schlafen den Schlaf der Gerechten nach einem erlebnisreichen Tag.

Marktbreit

 

Wohnmobilstellplatz gegenüber von Marktbreit
Wohnmobilstellplatz gegenüber von Marktbreit

 

Am nächsten Tag werden wir mit den Tücken von Wohnmobil Reisen konfrontiert. Eigentlich hatten wir geplant, in Marktbreit einzukaufen und zu tanken. Eigentlich! Denn wir fanden weder einen Parkplatz im Ort, noch erhielten wir die Gelegenheit, unseren Tank aufzufüllen. Nachdem wir einige Male vergebliche Runden durch den Ort gedreht hatten, fuhren wir zurück ans andere Mainufer, wo einige Stellplätze für Wohnmobile angeboten wurden. Von dort hatten wir zumindest einen schönen Blick auf den Ort für einige Fotos. Danach setzten wir unseren Weg fort und nutzten die so gewonnene Zeit in Ochsenfurt, einer sehenswerten Stadt am Main.

Ochsenfurt

 

Ochsenfurt
Ochsenfurt

 

Ochsenfurts Altstadt ist von einer intakten Stadtmauer umgeben. Wir parken unser Wohnmobil auf einem großen Parkplatz an der Mainuferstraße. Von dort machen wir einen Spaziergang durch die Stadt. Alte Stadttore, gut erhaltene Fachwerkhäuser, schmiedeeiserne Ladenschilder, Kopfsteinpflasterstraßen und sogar ein Oldtimer versetzen uns zurück in vergangene Zeiten. Die scheint stillzustehen in diesem Ort. Auf dem Marktplatz sitzen Jung und Alt gemütlich auf Bänken beisammen, besprechen die Ereignisse des Tages, treffen Freunde und genießen den sonnigen Tag.

Wir tun es ihnen gleich und beobachten eine Zeit lang das Treiben in der Stadt. Hier scheint es keiner eilig zu haben. Da steht eine Mutter mit ihrer Tochter im Teenageralter. Sie betrachtet eine Statue des heiligen Georg, wie er auf seinem Pferd sitzt und den Drachen tötet. Dort trifft ein älterer Herr eine Freundin und lädt sie zu einer Tasse Kaffee ein. Vor dem Rathaus radelt gerade eine Gruppe von Radfahrern in die Stadt, die offenbar unterwegs sind auf dem Main-Radweg. Ich freue mich über die in Markbreit gewonnene Zeit. Können wir es doch so den Ochsenfurtern gleichtun und eine ausgiebige Mittagspause in einer Pizzeria am Main einlegen und die schönen Ausblicke auf die Stadt und den Fluss genießen.

Würzburg

 

Würzburg
Würzburg

 

Nächstes Etappenziel unserer Genuss Reise durch das Weinland Franken ist Würzburg. Diese Stadt überrascht uns mit fürstbischöflicher Pracht. Bis heute spüren wir, welche Macht die kirchlichen Regenten ausübten: prachtvolle Paläste und Bürgerhäuser, Spittäler und Weinschenken zeugen vom Reichtum, den sie im Laufe der Jahrhunderte angehäuft hatten. Wir erkunden die Stadt auf einer Führung, die uns Würzburg und seine Weine erleben lässt. Frau Eberlein (Tel. 0176 / 96669771) zeigt uns, wie und wo man in der Bischofsstadt welche Weine probieren kann. Dabei entdecken wir malerische Ecken, schöne Innenhöfe, wundervolle Rokokofassaden und Märkte und Parks, “die nicht einmal mancher Würzburger kennt” – so die Aussage von Frau Eberlein.

Würzburg beeindruckt uns so sehr, dass wir Euch die Stadt in einem anderen Artikel noch näher vorstellen wollen.

Veitshöchheim

Einen Abstecher wert ist der Rokokogarten in Veitshöchheim. Hecken, Brunnen, Teiche, Figuren und Pavillons laden an den breiten Wegen im Zentrum des Parks zum Spazierengehen und Verweilen ein. Versteckte Plätze bieten schattige Rückzugsorte in der Mittagshitze und lauschige Ecken, in denen man die Stille genießen kann. Der Rokokogarten von Veitshöchheim ist ein Ort der Kontemplation, an dem man sich von der Hektik des Alltags erholen kann. Das nutzt Jung und Alt. Auf unserem Spaziergang hören wir die verschiedensten Sprachen: Französisch und Englisch genauso wie Indisch und Arabisch. Hierher kommen Besucher aus aller Welt ebenso wie Familien aus der Umgebung zu ihrem Wochenend-Spaziergang.

Thüngersheim

 

Thüngersheim
Thüngersheim

 

Ländlicher wird unsere Reise durch das Weinland Franken auf unserem Weg nach Thüngersheim. Hier besuchen wir die fünf Gaden der ehemaligen Kirchenburg des Ortes. Vor wenigen Jahren noch waren sie halb verfallene Lagerräume, die ans Rathaus des Ortes angrenzten. Heute befindet sich darin ein Kulturzentrum, das sich der Weinkultur verschrieben hat, die WeinKulturGaden. Die fünf alten Scheunen hat man mit Stahlkonstruktionen stabilisiert, die es dem Betrachter erlauben, das historische Mauerwerk und die jahrhundertealten Balken von modernen Baumaßnahmen zu unterscheiden.

In den ehemaligen Lagerräumen finden heute Gemäldeausstellungen statt. Außerdem gibt es ein Museum, das den Besuchern die Weine der Region vorstellt mit interessanten Exponaten. In den Gläsern auf dem Foto oben kann man zum Beispiel diverse Weinaromen riechen. Wir genießen unseren Nachmittag bei einem verlängerten, deftigen Mittagessen “Im Bären”, dem Dorfgasthof nebenan, wo wir köstlichen fränkischen Sauerbraten mit Kartoffelknödel essen.

Karlstadt

 

Karlstadt
Karlstadt

 

Letztes Ziel unserer Wohnmobil Reise durchs Weinland Franken ist die Kleinstadt Karlstadt mit der Burgruine, die auf der anderen Seite des Mains über den Ort wacht. Zwei Stadttore sind noch gut erhalten und entlang des Mains trennt die Stadtmauer den Ort vom Fluß. Wie wir beim Eintritt durch das dem Fluß zugewandte Stadttor sehen können, hat das auch seinen Grund, denn das Hochwasser des Mains erreichte hier im Verlauf der Jahrhunderte erschreckende Höchststände. Der Ort hat offensichtlich einige Katastrophen erlebt im Laufe seiner Existenz.

Obwohl sich über uns langsam die Regenwolken sammeln, haben wir auf unserem Rundgang durch die Stadt Glück und können uns den Marktplatz mit seinem Rathaus, dem Springbrunnen und den Fachwerkhäusern ansehen, ohne die mitgebrachten Schirme benutzen zu müssen. Karlstadt ist ein hübscher Weinort im Weinland Franken, der uns noch einmal alle Charakteristika der Region vor Augen führt, die wir in den letzten Tagen bereist haben: Weinbau, gutes Essen, der Main, der uns immer begleitet hat und die hübschen Fachwerk-Orte, die die Ufer des Flusses säumen. Eine Genießertour geht zu Ende, die wir nicht so schnell vergessen werden.

Am Main entlang durchs fränkische Weinland in Petars Video

Folgt uns auf unserer Tour durchs Fränkische Weinland in Petars Video:

 

Genuss Reisetipps für Franken

 


Reiseorganisation

Anreise mit Flugzeug, Auto, Bus und Bahn

Der nächstgelegene Flughafen ist Frankfurt. Möglich ist die Anreise per Bahn nach Würzburg (Fahrplan und Buchung*). FlixBus* fährt ebenso nach Würzburg. Die Rundreise ist möglich per Mietwagen oder Wohnmobil.

Mietwagen:

Günstige Mietwagen – schnell und einfach buchen!*

Wohnmobile mieten:

Wohnmobile in Europa hier buchen!*

Unterkünfte in der Region:

Hotels und Unterkünfte in Würzburg* könnt Ihr bequem über unseren Partner booking.com buchen. Weitere Unterkünfte gibt es in Schweinfurt*, Geldersheim*, Volkach*, Sommerach*, Dettelbach*, Kitzingen*, Marktbreit*, Ochsenfurt*, Veitshöchheim*, Thüngersheim* und Karlstadt*.

Weingut Gessner
Kirchsteig 2
97493 Garstadt am Main
Telefon: 0 97 22 / 61 31
E-Mail: heckenwirtschaft@weingut-gessner.de


Weitere Tipps für Weintourismus und Weinregionen findest Du hier.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns beim Fränkischen Weinland für die Unterstützung dieser Reise und bei der Firma Knaus für das Wohnmobil, das uns für diese Fahrt zur Verfügung gestellt wurde. Unsere Meinung bleibt wie immer unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

12 Responses

  1. Sabine
    | Antworten

    Bei Wein bin ich immer gerne dabei ;-) Und ich bin auch ein Fan von gutbürgerlicher Küche. Der Winzerkeller sieht ja super aus, da hätte ich auch gerne Zeit verbracht. Man sollte viel mehr Urlaub in Deutschland machen.

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Wir entdecken auch Deutschland gerade erst. Da war uns bisher alles viel zu nah. Oft sind wir erstaunt, wie vielfältig Deutschland ist.

  2. anja
    | Antworten

    Hi, da sind ein paar schöne Eindrücke entstanden. Mir gefallen diese schönen Orte mit den alten Häusern sehr gut.
    LG Anja

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Freut mich, Anja. Ja, die kleinen Orte im Fränkischen Weinland strahlen Charme und Lebensart aus. Uns haben sie auch sehr gut gefallen. LG, Monika

  3. Barbara
    | Antworten

    Es gibt Schönheitswettbewerbe für Städte? Das war mir auch neu… Danke für die Aufklärung :D

    Liebe Grüße
    Barbara

  4. Julia
    | Antworten

    Ich mag den Fachwerkstil solcher erhaltener Mittelalterstädtchen – aber Bier in einer Weinregion trinken, tz tz tz ;)
    Witzig übrigens wegen den Parkmöglichkeiten, da hätt ich vorher auch nicht drüber nachgedacht. Wild parken/campen ging nicht? Gleich noch nen Hauch Abenteuer mit dabei. :D
    P.S. Rauchbier…..GAR nicht meins! ;)

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Schweinfurt gehört genau genommen noch gar nicht zur Weinregion :) Das mit dem Parken haben wir auch erst auf der Tour bemerkt. Das nächste Mal nehmen wir auf jeden Fall noch zusätzliche fahrbare Untersätze mit. Wild parken/campen kannst Du z.B. auf Parkplätzen entlang der Straßen für eine Nacht. Wir haben’s mal auf einem Stellplatz ohne jegliche Versorgung ausprobiert (ohne sanitäre Anlagen, Wasser oder Strom). Allerdings würde ich es – zumindest mit diesem Fahrzeug – nicht mehr machen, denn irgendwas fehlt immer. Und dann wird’s ungemütlich :)

  5. Antje
    | Antworten

    Das fränkische Weinland ist wirklich wunderschön, ich war schon öfters dort zum Weinwandern. Vor allem Volkach und Umgebung finde ich sehr reizvoll. Gibt es eine Ecke, die euch besonders gefallen hat?

    • Unter den kleinen Orten haben uns vor allem die Orte zwischen Wipfeld und Dettelbach besonders gut gefallen. Unser absoluter Favorit ist allerdings Ochsenfurt. Würzburg hat uns mit seiner Pracht überrascht.

  6. Sabine
    | Antworten

    Das sind wunderbare Eindrücke einer echten Genuss-Tour. Ich kann mir gut vorstellen, dass es teilweise schwierig ist, in den hübschen kleinen Wohnorten mit dem WoMo zu rangieren. Ich kenne bisher erst Sommerach, und eine Radltour über die Weinberge hat mich bereits nach Escherndorf gebracht. Euer Beitrag regt an, noch viel mehr von diesem köstlichen Fränkischen Weinland zu entdecken!

    • Das lohnt sich allemal, Sabine. Vor allem, wenn Du Orte wie Sommerach magst. Was uns erstaunt hat, ist, dass wirklich jeder Ort, durch den wir entlang des Mains fuhren, sehr attraktiv ist. Unser Fotoapparat und unsere Kamera wurde auf dieser Reise sehr strapaziert :)

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