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Wohnmobilurlaub – Wie Du Anfängerfehler vermeidest

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Wohnmobilurlaub am Main
Wohnmobilurlaub am Main

 


Wer uns auf Facebook, Twitter oder Google+ folgt, hat’s schon mitbekommen. Wir waren als absolute Wohnmobil-Neulinge unterwegs auf unserem ersten Wohnmobilurlaub in Franken. Dieser führte uns nicht in so klassische Wohnmobilländer wie die USA oder Kanada mit ihren breiten und schnurgeraden Straßen und ihrer bequemen Infrastruktur für Campingreisende. Nein, wir waren in Deutschland unterwegs mit seinen schmalen Landstraßen, mittelalterlichen Dörfern und hektischen Großstädten. Der Wohnmobil-Hersteller Knaus hatte uns freundlicherweise ein nagelneues Wohnmobil vom Typ SUN TI 650 MEG für die Reise zur Verfügung gestellt.

Wohnmobil Reise durch Franken

Unsere Wohnmobiltour führte uns durchs Fränkische Weinland zwischen Schweinfurt, Würzburg und Karlstadt immer am Main entlang. Da wir das erste Mal mit einem Wohnmobil auf Reisen gingen, war uns Vieles neu und fremd. Den Umgang mit der Ausstattung unseres Wohnmobils mussten wir unterwegs erst lernen. Der erste Fehler, den wir begingen. Besser wäre es gewesen, wir hätten uns schon vor der Abfahrt mit dem Fahrzeug vertraut gemacht. Aber hinterher ist man immer schlauer, oder?

Unser Einstieg ins Wohnmobil-Dasein

Bei kalten Temperaturen nur wenige Grad über Null ist es kein Vergnügen, wenn man die Heizung nicht in Gang bringt, weil die Steuerung über Displays nicht der Beschreibung in der Bedienungsanleitung entspricht. Unsere erste Nacht gingen wir mit den Hühnern ins Bett und standen bei Sonnenaufgang am nächsten Morgen wieder auf. Überhaupt verbrachten wir die ersten Tage unserer Reise mehr mit Überlegungen übers Camper Dasein, als dass wir uns mit den Reisezielen beschäftigten.

Wir hatten die Reise so geplant, wie wir das als Autoreisende, die gewöhnlich in Hotels übernachten, gewohnt waren. Ein großer Irrtum! Wir hatten viel zu wenig Zeit eingeplant, um uns mit unserem Fahrzeug auseinanderzusetzen und dieses mit allem zu versorgen, was für einen erfolgreichen Wohnmobilurlaub notwendig ist. Damit Euch das nicht genauso passiert, stellen wir hier eine praktische Einführung für Wohnmobil-Neulinge zusammen, die Euch helfen soll bei der ersten Planung einer solchen Reise.

 

Gekocht wird mit Gas im SUN TI 650 MEG von Knaus
Gekocht wird mit Gas im SUN TI 650 MEG von Knaus – Man braucht auch Strom für die Zündung

 

Was Du als Wohnmobil Anfänger bedenken solltest

    • Als Wohnmobil-Neuling sollte man sich unbedingt mit der Steuerung von Strom, Gas, Heizung und Wasser vor der Abfahrt vertraut machen, sonst ergeht es Euch wie uns an unserem ersten Tag: die Beschreibung in der Bedienungsanleitung stimmte nicht mit den Steuerungs-Displays im Fahrzeug überein und es dauerte ein bis zwei Tage, bis wir alle Feinheiten der Steuerungs-Displays herausgefunden hatten und wir es uns abends gemütlich machen konnten in unserem bequemen Wohnmobil.
    • Kurze Strecken fahren, bis man mit dem Fahrzeug vertraut ist. Der Umstieg von einem Auto auf ein Wohnmobil bedeutet, dass man sich an größere Fahrzeug-Dimensionen gewöhnen muss. Beim Rückwärtsfahren sollte man der Sicherheit halber immer jemanden um Einweisung bitten. Wir hatten zwar eine Rückfahrkamera in unserem SUN TI 650 MEG von Knaus, aber die Entfernungen sahen darauf ganz anders aus als sie in Wirklichkeit waren. Beim Abbiegen sieht der Fahrer bei scharfen Einmündungen oft nicht, ob von hinten ein Fahrzeug kommt. Das verlangt besondere Vorsicht und die Mithilfe des Beifahrers.
    • Vor der Reise darüber informieren, wie die Verfügbarkeit von Campingplätzen ist. Wir haben unseren Wohnmobilurlaub im fränkischen Weinland verbracht und haben während der Pfingstferien immer einen Stellplatz für eine Nacht gefunden. In den seltensten Fällen kann man einen Wohnmobil-Stellplatz für eine Nacht reservieren. Wer länger bleibt, kann vorbestellen.
    • Als Reiseblogger benötigen wir Strom, um unsere Geräte aufzuladen. Kamera, Handy und Laptop funktionieren nur eine bestimmte Zeit ohne Stromzufuhr. Nicht jeder Wohnmobil-Stellplatz bietet die Möglichkeit dazu. Daher waren wir nach einer Nacht ohne Strom auf dem einfachen Stellplatz in Veitshöchheim froh um den ADAC Camping- und Stellplatzführer, mit dem wir unsere Übernachtungspläne für den nächsten Tag änderten und einen Campingplatz mit allen Einrichtungen in der Nähe fanden. Dasselbe gilt für die Möglichkeiten der Versorgung mit Frischwasser, den Möglichkeiten, sein Abwasser loszuwerden, seinen Toilettentank zu leeren oder dem Angebot von WC und Duschen.
    • So praktisch eingebaute Duschen und Toiletten im Wohnmobil sind, man hat dort nicht so viel Platz wie in handelsüblichen sanitären Einrichtungen. Wir haben auf unserer Reise sowohl das Bad in unserem Wohnmobil genutzt als auch die Einrichtungen auf den Campingplätzen – je nachdem, wie sauber und einladend diese waren. Die Sauberkeit der sanitären Ausstattung und das Vorhandensein aller Einrichtungen reichte von exzellent im Stadtcampingplatz in Schweinfurt ( Gretel-Baumbach-Straße, 97424 Schweinfurt Tel. 09721 499 80 60 Email: info@stadtcamping-sw.de  www.stadtcamping-sw.de) bis hin zu nicht vorhanden auf dem Wohnmobilstellplatz am Mainufer in Veitshöchheim (Am Güßgraben). Dasselbe gilt für die Verfügbarkeit von Strom, Frischwasser, Abwassertanks, Gullys und WCs oder Duschen
    • Für Wohnmobile ist es nicht immer ganz einfach, Parkplätze in den Ortschaften zu finden, die ausreichend Platz für größere Fahrzeuge bieten. Die meisten Parkplätze sind für Autos gebaut, und wenn Stellplätze für Wohnmobile vorhanden sind, werden diese nicht selten von Autos genutzt. In größeren Städten wie Würzburg haben wir unser Fahrzeug auf Busparkplätzen abgestellt, wo wir frühmorgens vor dem Ansturm der Wochenendausflügler ankamen. So konnten wir unser Wohnmobil problemlos auf einem fast noch leeren Parkplatz abstellen. Beim Parken achteten wir immer darauf, das Wohnmobil so zu stellen, dass wir bei der Abfahrt nicht rangieren mussten und uns keine anderen Autos zuparken konnten. Außerdem habe ich versucht, vor der Reise herauszufinden, wo in den einzelnen Ortschaften größere Parkplätze vorhanden sind. In manchen Orten hat dies gut geklappt, und wir konnten genau dort parken, wo wir das vorgesehen hatten. In anderen Orten funktionierte das weniger oder anders als geplant: in Marktbreit gab es zwar Parkplätze, allerdings waren die am Freitag rappelvoll mit Autos, deren Besitzer sich für das bevorstehende Wochenende mit Lebensmitteln eindeckten. Nach mehrfachen Versuchen einen passenden Parkplatz zu finden, gaben wir auf und fuhren weiter in den nächsten Ort unserer Reise. In Würzburg konnten wir unser Wohnmobil zwar nicht an dem Ort parken, den ich ausfindig gemacht hatte – auch hier waren alle Plätze belegt. Stattdessen stießen wir – per Zufall – auf einen Busparkplatz, auf dem wir bequem Platz fanden und sogar noch in angenehmer Entfernung zum Stadtzentrum standen.
    • Oft war es so, dass die Parkplätze für Wohnmobile außerhalb der Ortszentren lagen und wir einen längeren Fußmarsch zurücklegen mussten, bevor wir die Punkte erreichten, die wir sehen wollten. Bei häufigerem Wohnmobilurlaub raten wir daher dringend zur Mitnahme von Fahrrädern oder Mofas, die sich bequem im Lagerraum des Fahrzeugs unterbringen lassen und vor Ort hilfreiche Dienste leisten.Parkplätze an Einkaufszentren sind vor allem in den kleineren Ortschaften meist auf PKWs zugeschnitten. Wegen der Enge ist es für Wohnmobile schwierig, dort zu parken. Dasselbe gilt für Tankstellen. Bei manchen hängen die Dächer so tief, dass wir nicht sicher waren, ob unser Wohnmobil darunter passt. Daher tankten wir immer frühzeitig und jedesmal, wenn es möglich war. Gerade in ländlichen Gebieten sind passende Tankstellen nicht an jeder Straßenecke zu finden. Ebenso ist es mit Einkaufszentren mit ausreichend großen Parkplätzen.
    • Nicht immer gibt es voll ausgestattete Campingplätze auf der geplanten Tour, die alle Einrichtungen bieten, die man braucht. Daher galt für uns, immer an allen voll ausgestatteten Campingplätzen Frischwasser aufzufüllen, Abwasser zu entleeren und den Toilettentank zu reinigen. Länger als eine Nacht konnten wir nicht auf einem Stellplatz ohne Einrichtungen verbringen, ohne dass uns irgendetwas fehlte.
    • Die Route so planen, dass ausreichend Zeit für die Versorgung des Fahrzeugs bleibt. Als Wohnmobil-Neulinge planten wir die Route für unseren Wohnmobilurlaub in Franken so, wie wir es von unseren Autoreisen mit Hotelübernachtungen gewohnt sind: mit bestimmten Reisezielen, Sehenswürdigkeiten und einem – wie wir dachten – gemütlichen Tagesprogramm. Das erwies sich allerdings dann doch nicht als so “gemütlich” wie erwartet. Mit dem Wohnmobil braucht man noch mehr Zeit: das Fahrzeug muss jeden Tag frisch versorgt werden. Wir haben uns größtenteils selbst verpflegt und waren nur an einigen Tagen in Restaurants zum Essen. Das kostet Zeit fürs Kochen und Einkaufen. Und – auch wenn der SUN TI 650 MEG groß genug ist für zwei Personen – es können nicht beide gleichzeitig bestimmte Arbeiten erledigen. Daher verlängert sich der Zeitaufwand noch einmal. Wir empfehlen ein bis zwei Stunden mehr Zeit für sich und das Fahrzeug pro Tag einzuplanen und stattdessen die Route zu kürzen oder den Zeitplan für die Strecke zu verlängern. Dann hat man mehr Zeit und kann den Wohnmobilurlaub besser genießen.
    • Wer unterwegs mit seinen Liebsten zu Hause per Email oder übers Internet in Verbindung bleiben will, sollte darauf achten, dass an den Übernachtungsorten WLAN vorhanden ist. Manche Campingplätze bieten das gratis an, andere verlangen dafür einen Aufpreis. Es gibt außerdem Stellplätze, die so abgelegen sind, dass WLAN gar nicht vorhanden ist. Wir standen auf Plätzen, an denen nicht einmal unser USB Stick funktionierte. Darüber sollte man sich vor der Übernachtung vor Ort informieren.
    • Als Autoreisende sind wir daran gewöhnt, morgens einfach unseren Koffer zu packen und los geht’s zum nächsten Reiseziel. Beim Wohnmobilurlaub geht das nicht. Da muss erst alles so verstaut werden, dass nichts lose im Fahrzeug herum liegt. Es reicht schon eine scharfe Kurve, und alles liegt am Boden. Als besonders störend erwiesen sich die Flaschen, die wir im Kühlschrank und in den Schränken über dem Herd transportierten. Diese klapperten zunächst bei jedem Schlagloch, durch das wir fuhren und in jeder Kurve, die wir passierten. Erst als wir diese mit Geschirrtüchern umwickelten, störte uns das Geklapper nicht mehr.
    • Nicht zu viel Gepäck mitnehmen! Wir hatten bei unserem Wohnmobilurlaub – mit Ausnahme des Geschirrs und des Bettzeugs – nicht mehr Gepäck dabei als bei unseren Autoreisen. Und sogar das war noch zu viel. Man kann auf den Campingplätzen immer wieder waschen. Waschmaschinen und Trockner sind häufig vorhanden, so dass man immer wieder frische Wäsche hat. Gerade wenn man ausreichend Zeit einplant, kann man so seine Schränke an Bord übersichtlich einrichten und findet unterwegs alles, was man mitgenommen hat. Wir hatten außerdem Plastikteller und -becher dabei, die auch bei den schlimmsten Schlaglöchern nicht zu Schaden kamen.
    • Flexibel bleiben! Da man beim Wohnmobilurlaub nicht alles planen kann, weil sich vor Ort immer wieder Dinge als nicht machbar erweisen – sei es, weil Parkplätze nicht vorhanden sind, sei es, weil das Wohnmobil Zeit erfordert, die man so nicht vorgesehen hatte oder aus anderen Gründen – sollte man einen Roadtrip mit dem Wohnmobil immer locker angehen. Feste Pläne lassen sich nicht immer durchhalten. Daher hilft es, wenn man bei einer solchen Reise flexibel reagiert und nicht auf seinem vorgeplanten Reiseplan besteht. Dann wird ein Wohnmobilurlaub zu einem besonderen Erlebnis.

 

Wohnmobil mit Aussicht auf den Main
Wohnmobil mit Aussicht auf den Main

 

Diese Tipps haben wir bei unserem ersten Wohnmobilurlaub als Wohnmobil-Neulinge durch praktische Erfahrungen gesammelt. Habt Ihr noch weitere Wohnmobil Urlaub Tipps, die Anfängern helfen können bei ihrer ersten Reise mit einem solchen Fahrzeug. Wir – und andere Wohnmobil-Neulinge – freuen uns über weitere Ratschläge und Tipps. Teilt sie uns mit in den Kommentaren!

Quelle: eigene Recherchen als Wohnmobil-Neulinge Wir bedanken uns bei der Firma Knaus, die uns freundlicherweise das Wohnmobil zur Verfügung gestellt hat. Unsere Meinung bleibt wie immer unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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4 Antworten

  1. H.M. Köln
    | Antworten

    Und da ist z.B. der Vorteil des eigenen Campers. In unserem Wohnwagen z.B. gibt es fest eingebaute USB-Steckdosen zum laden von Handy und Tablet. Kabel-Wirrwar ist also nicht nötig. 🙂

    • Wenn man so viele Geräte zum Aufladen hat, geht’s leider nicht ohne Kabel-Wirrwarr. Die USB-Steckdosen haben wir noch dazu genutzt 🙂

  2. Sabine
    | Antworten

    Ein sehr hilfreicher Artikel für Womo-Anfänger, einige Punkte sind sicherlich auch für einen Campingurlaub im Allgemeinen recht aufschlussreich.
    Wir haben auf Reisen auch gerne einen Mehrfachstecker dabei, um jeweils einige der vielen Geräte (Smartphones, Laptops, Kameras etc) gleichzeitig aufladen zu können.
    Sabine kürzlich veröffentlicht…Offene Gärten in Amsterdam: Gedrängel im Grachtengarten-ParadiesMy Profile

    • Stimmt, Sabine. Einen solchen hatten wir auch dabei. Am Abend sah unser Wohnmobiltisch immer aus wie ein Elektroladen :), bis alle Geräte aufgeladen waren.

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