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Miltenberg, Fachwerkstadt am Main

Fachwerkgasse mit der Mildenburg
Fachwerkgasse mit der Mildenburg

 

Selten begeistert uns eine Stadt so schnell wie Miltenberg in Churfranken. Wer unserem Blog schon länger folgt, weiß, dass wir Genussregionen und Städte mit Flair lieben. Miltenberg ist genau das. Ein Ort für Genießer, der mitten im Weingebiet von Churfranken am Main liegt. Umgeben von Weinbergen kann sich Miltenberg einer vollständig erhaltenen Altstadt rühmen. In dieser reichen die Fachwerkhäuser bis ins Mittelalter zurück. Wir sind hier, um zwei der vier Golfplätze der Region näher kennen zu lernen. Außerdem nutzen wir ein paar Stunden, um uns die Stadt anzuschauen.

 

Fachwerkdetails in Miltenberg
Fachwerkdetails in Miltenberg

 

Miltenberg am Main – mittelalterliche Fachwerkstadt

Genau das Richtige für Genießer wie uns. Wir verbringen einen halben Tag in Miltenberg. Wir beginnen unseren Besuch mit einem Mittagessen im ältesten Gasthaus Deutschlands, im Hotel zum Riesen. Ob dieser Anspruch den Tatsachen entspricht, können wir allerdings nicht nachprüfen. So genau kann uns keiner sagen, seit wann es den “Riesen” gibt. Aber alt ist das Gebäude auf jeden Fall. Hier essen wir auf dunklen Holztischen. Draußen vor dem Restaurant lese ich, dass sich in den Räumlichkeiten einst die Stallungen des Gasthauses befanden. Vielleicht ist das der Grund dafür, warum Petars Mittagessen “Miltenberger Rossäpfel” genannt wird? Auf jeden Fall sehen seine Hackbällchen auf Sauerkraut und Bratkartoffeln so aus. Ich bestelle mir ein Miltenberger Suppenfleisch mit Bratkartoffeln und Grüner Sauce. Ein Hinweis darauf, dass wir uns nicht weit von der bayrisch-hessischen Grenze befinden. Ist die Grüne Sauce doch eine Frankfurter Spezialität.

 

Miltenberger Rossäpfel im Gasthof zum Riesen
Miltenberger Rossäpfel im Gasthof zum Riesen
Miltenberger Suppenfleisch mit Grüner Sauce
Miltenberger Suppenfleisch mit Grüner Sauce

 

Fachwerkstadt am Main

Nach unserem gemütlichen Mittagessen in dem urigen Restaurant im Zentrum Miltenbergs machen wir uns auf, die Fachwerkstadt am Main zu erkunden. Miltenberg ist nie einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen. Daher sehen wir auf unserem Rundgang durch die Altstadt, wie man die ersten Fachwerkhäuser gebaut hat: solide und stabil.

Das Fachwerk hatte erst nur statische Funktionen zu erfüllen. Erst als die Stadtkaufleute wohlhabender wurden, waren sie daran interessiert, ihre Häuser zu verschönern. Dies sieht man dem Fachwerk der Häuser in der Stadt bis heute an. Wir erfahren, dass die Bauherren der Stadt zuverlässige Zahler waren. Ein bescheidenes “h” an der Kirchenwand im Stadtzentrum weist darauf hin. Es diente als Gütezeichen für die Zahlungsbereitschaft der Auftraggeber. Durchreisende Handwerker auf der Walz konnten daran erkennen, dass diese zuverlässig waren und so ihre Dienste mit ruhigem Gewissen anbieten.

 

Wirtshausschild am Hotel zum Riesen
Wirtshausschild am Hotel zum Riesen

 

Heutige Besucher der Stadt machen es sich bei lauen Temperaturen um die zwanzig Grad in den Biergärten der Stadt gemütlich. Andere überholen uns stattdessen mit dem Fahrrad oder dem Rucksack auf dem Rücken. Sie sind offensichtlich unterwegs zur ersten Wanderung des Jahres. Vielleicht lockt sie auch das Schloss, das über der Altstadt thront.

 

Dekoratives Fachwerk
Dekoratives Fachwerk

 

Der Stadtplatz von Miltenberg

Wir setzen unseren Rundgang fort zum Stadtplatz, der für eine mittelalterliche Stadt recht großzügig ist. Hier gab’s einst Platz für die Kutschen und Karren, die die Waren vom Main in die Stadt transportierten. Jeder Händler, der Miltenberg im Mittelalter passierte, musste seine Waren einige Tage lang in der Stadt anbieten. Im Stadtmuseum sehen wir schließlich einen Raum, von dem aus ein Kaufmann den Warenverkehr vom Fluss ständig im Blick behalten konnte. Dass ihm seine Position Wohlstand verschaffte, erkennen wir an einer Truhe. Darin transportierte er sein Geld auf Reisen – sicherer als mancher Tresor von heute. Ein Schrank mit prachtvollen Einlegearbeiten zeugt ebenfalls vom Wohlstand der Kaufleute in der Stadt.

 

Offene Gärung des Kräusen Biers der Brauerei Faust
Offene Gärung des Kräusen Biers der Brauerei Faust

 

Craft Biere der Brauerei Faust

Ab der doppeltürmigen Kirche im Stadtzentrum folgen wir einer schmalen Gasse, die weitere Fachwerkhäuser säumen. Sie führt uns zur Brauerei Faust, in der die Braumeisterfamilie weltweit erfolgreiche Craft Biere produziert. Im Erdgeschoss sehen wir den Braukessel, dessen Wärme mir schon bei frühlingshaften Temperaturen zu hoch ist. Im Sommer muss es hier unerträglich heiß sein. Wir gehen schließlich hinauf in einen Raum, in dem das Kräusen Naturtrüb in offenen Gärkesseln Schaum schlägt. Was hier so gar nicht nach Bier aussieht, erweist sich bei unserer anschließenden Bierverkostung als wahres Geschmackserlebnis.

 

Der Main von der Brauerei Faust in Miltenberg aus
Der Main von der Brauerei Faust in Miltenberg aus

 

Vorher dürfen wir noch auf den Balkon vor dem Gär-Raum. Der Blick, der sich von dort auf den Main bietet, ist atemberaubend. Auf der einen Seite trennen uns die Fachwerkhäuser vor der Brauerei vom Main. Auf der anderen Seite gleitet der Blick über die spitzen Dächer der mittelalterlichen Gebäude bis zum Fluss. Dieser macht hier eine Kurve. Außerdem wird er auf der linken Seite von steilen Weinbergen gesäumt. Schon allein wegen dieses Anblicks solltet Ihr Euch einen Besuch der Brauerei Faust nicht entgehen lassen.

 

In diesen Fässern reift Bier heran
In diesen Fässern reift Bier heran

 

Zum Abschluss unseres Stadtrundgangs durch Miltenberg dürfen wir die Biere der Brauerei Faust kosten. Im Erdgeschoss der Brauerei schenkt uns unsere Begleiterin Craft Biersorten aus, für die die Brauerei bekannt ist. Mir schmecken am besten das Kräusen Naturtrüb und das Schwarzviertler Dunkel, ein ganz besonderes Bier, das in Fässern im Eiskeller der Brauerei reift. Dort befindet sich außerdem die Schatzkapelle der Brauerei aus dem Jahre 1631, in der wir dieses Bier zu kosten bekommen. Ein schöner Schlusspunkt unserer Besichtigung der mittelalterlichen Stadt Miltenberg.

 

Garnele auf Bohnen und Couscous
Garnele auf Bohnen und Couscous
Morcheln mit Gemüse
Morcheln mit Gemüse

 

Genuss Reisetipps für Franken

 



Reiseorganisation

Anreise mit Flugzeug, Auto und Bahn

Der nächstgelegene Flughafen ist Frankfurt. Möglich ist die Anreise außerdem per Bahn nach Miltenberg (Fahrplan und Buchung*).

Mietwagen:

Günstige Mietwagen –  hier buchen!*

Unterkünfte in Miltenberg

Hotels und Unterkünfte in Miltenberg* könnt Ihr bequem über unseren Partner booking.com buchen.

Restaurant

Für Genießer empfehlen wir das Abendessen im Jagd Hotel Rose in Miltenberg, in dem exzellente Sterneküche serviert wird. Wir haben dort hausgebackenes Brot mit Bärlauchdipp, Lachs an Spargel, Morcheln mit Gemüse, Garnele auf Bohnen und Couscous, Schweinefilet auf Kartoffelpürree und dicken Bohnen und einen Dessertteller mit Rhabarber- und Vanillemousse gegessen.

Jagdhotel Rose
Hauptstraße 280
63897 Miltenberg
Hier könnt Ihr auch übernachten und ein Zimmer über unseren Partner booking.com reservieren*.

 

 

Quelle: eigene Recherchen vor Ort auf Einladung von Main Miltenberg Churfranken e.V. Unsere Meinung bleibt jedoch unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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Monika und Petar Fuchs in Graz

Monika Fuchs und Petar Fuchs sind die Herausgeber des Slow Travel und Genuss Reiseblogs TravelWorldOnline Traveller. Sie veröffentlichen dieses Blog seit 2005.

Ihre Themen sind

Monika Fuchs ist Autorin und Fotografin des Blogs und schreibt als freie Journalistin für DIE ZEIT Online und Reisemagazine wie 360° Kanada, 360° USA, touristik aktuell, etc. Außerdem verfasst sie Reiseführer über Destinationen und Genuss Reiseziele in aller Welt. Petar Fuchs produziert die Videos auf diesem Blog sowie auf YouTube.

Weitere Informationen über Monika und Petar Fuchs.

8 Responses

  1. Renate
    | Antworten

    Hallo Ihr Beiden,

    nun habe ich es geschafft und war mit meinem Mann über Ostern in Miltenberg. Das Städtchen ist wirklich sehr schön und gemütlich. Ihr habt mir damals die Lust an diesem Reiseziel geweckt. Lieben Dank.

    Viele Grüße
    Renate

    • Hallo Renate,

      das freut mich sehr, dass Euch unser Bericht über Miltenberg zu einem Besuch animiert hat. Uns gefällt die kleine Stadt auch sehr gut.

      Herzliche Grüße,
      Monika

  2. Antje
    | Antworten

    Das sieht sehr gemütlich aus und der Genuss kommt auch nicht zu kurz, wie ihr beweist. Und neben gutem Bier, gilt Miltenberg als das fränkische Rotwein-Herz.

  3. Andreas
    | Antworten

    Hallo Monika und Petar,

    Deutschland ist ein schönes Land. Die Region Altenberg am Main mit schönen Fachwerkfassaden habt ihr gut im Foto eingefangen. Wie regionale Architektur individuell ist, gibt es auch regionale Produkte, Speisen und Genusserlebnisse. Mir ist schon aufgefallen, dass ein Schwerpunkt eures Blogs ist. Es gibt in Deutschland über 1300 regionale, mittelständische Brauereien. Sie stellen überwiegend köstliche Biere her mit unendlich vielen Aroma-und Geschmacksvariationen. Da kann industriell gebrautes Bier der Braukonzerne nicht mithalten. Das Jubeljahr “Bier. 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot”, macht darauf aufmerksam.

    Gruß Andreas

    • Das ist wahr, Andreas. Genuss sind für uns neben schönen Orten auch regionale Spezialitäten und Produkte. Da gehören Biere natürlich dazu. Wir wollen uns damit in diesem Jahr noch intensiver befassen.

  4. Sabine
    | Antworten

    Euer Beitrag zeigt deutlich, dass es auch in Deutschland noch sehr viel Schönes zu entdecken gibt! Authentische Architektur, regionale Küche und einen Tribut an die Moderne: Craft Beer.

    • Das stimmt, Sabine. Wir waren bisher auf der Suche nach Schönem in möglichst weit entfernten Ländern. Inzwischen lernen wir daneben den Charme Europas und Deutschlands kennen. Es gibt auch hier viel zu entdecken.

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