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Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten für Slow Traveller

Ludwig I in Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten
Ludwig I in Bad Kissingen – Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten in Bad Kissingen

Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten sind perfekt für alle, die gerne langsam reisen. Ins staatliche Heilbad in Franken kommt man, um eine Auszeit zu genießen. Um Kraft zu tanken. Oder um sich in der Stadt, ihren Parks und ihren Anlagen zu entspannen. “Entdecke die Zeit” ist das Motto der Stadt. Es passt perfekt. Denn den langsamen Rhythmus dieser Stadt erlebst Du nur, wenn Du ausreichend Zeit mitbringst. Besucher wandeln wie seit Jahrhunderten durch die Parkanlagen. Sie trinken das Wasser der Heilquellen, die Bad Kissingen zu einem beliebten Urlaubsort machen. Viele genießen ein paar Stunden im Kurcafé oder einem der anderen Cafés am zentralen Park der Stadt. Oder sie suchen die Sonnenstrahlen, die an diesen goldenen Oktobertagen mit fast noch sommerlicher Wärme die zahlreichen Bänke im Park erwärmen. Hier trifft man sich zum Sehen und Gesehen werden.

Bad Kissingen Karte

 

 

  • Die Heilquellen

Insgesamt 7 Quellen sind es, die mit unterschiedlichen Spurenelementen angereicherte Wässer aus der Erde liefern. Das Wasser aus dem Maxbrunnen (Karte) entspringt der ältesten Quelle. Es schmeckt am wenigsten nach Salz. Ganz anders das Wasser des Ludwigsprudels. Dieses trinkt man gewöhnlich nur aus gesundheitlichen Gründen. Sein Geschmack verlockt nicht, es regelmäßig zu trinken. Sein hoher Salzgehalt und der modrige Geschmack halten mich davon ab. Besucher wie Gäste zapfen die Heilwässer aus Bad Kissingen direkt von der Quelle.

 

 

Interessant ist die Geschichte, wie die Heilquellen entdeckt wurden. So erzählt man sich, dass es Schafe waren, die sie fanden. Ein Schäfer beobachtete vor Hunderten von Jahren, dass seine Tiere am liebsten aus einer bestimmten Quelle tranken. Dies faszinierte ihn, und er wollte herausfinden, was der Grund dafür war. So entdeckte er, dass das Wasser an der Maxquelle salzig schmeckte. Ein Umstand, der seinen Schafen besonders gefiel. Danach dauerte es nicht lange, bis die Menschen aus der Region dieses Wasser sammelten.

Die Maxquelle und alle später entdeckten Heilquellen lagen außerhalb von Kissingen. Daher schleppten Brunnenmädchen die Wässer in Bottichen in die Unterkünfte in der Stadt, wo eine wachsende Zahl von Badegästen darauf wartete, dass die Badetröge in den Gasthöfen mit dem wertvollen Nass gefüllt wurden. So begann der Bädertourismus in Kissingen.

 

 

  • Brunnen- und Wandelhalle

Heute ist der Betrieb wesentlich mondäner. In der Brunnen- und Wandelhalle (Karte) schenken Brunnenfrauen zu bestimmten Tageszeiten die Heilwässer Bad Kissingens aus. Manche Gäste bringen ärztliche Anweisungen mit, nach denen die Zusammensetzung der Heilwässer gemischt wird. Wer will kann alle Wässer verkosten. Sie unterscheiden sich sehr im Geschmack.

Ausschankzeiten in der Brunnenhalle:

Mo – Sa: 7:00 – 9:00 Uhr, 16:00 – 18:00 Uhr
So und feiertags: 7:00 – 9:00 Uhr

Die Brunnen- und Wandelhalle entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie ist erbaut nach den Plänen von Max Littmann. In Stahlbetonbauweise errichtete er ein Gebäude im Stil einer mehrschiffigen Basilika über der Pandur- und Rakoczy-Quelle, zwei der vier Trinkwasserquellen von Bad Kissingen. Die Maxquelle und der Ludwigsprudel entspringen außerhalb des Gebäudes. Die restlichen drei Quellen liefern Wasser für die Therme und die Hotels.

  • Kultur und Festivals

Die Wandelhalle war bei ihrer Eröffnung einer der modernsten Konzertsäle. Die Bühne kann gedreht werden. So führt die Staatsbad Philharmonie Kissingen im Sommer ihre Konzerte im Freien auf. Die Gäste sitzen auf den zahlreichen Bänken im Park und lauschen der Musik. Beim Kissinger Sommer, einem sommerlichen Musikfestival, und während der Wintermonate finden die Konzerte in der Halle statt. Bad Kissingen bietet seinen Besuchern ein reges Konzert- und Kulturangebot, bei dem bereits Stars wie Cecilia Bartoli, Lang Lang, David Garrett oder Diana Damrau auftraten.

In der Brunnenhalle befinden sich die Pandur- und Rakoczy-Quelle in einem Becken hinter dem Wasserausschank. Woher die Namen kommen, war lange nicht bekannt. Erst als man in alten Berichten über Bad Kissingen stöberte, entdeckte man, dass Gäste diese Namen verwendeten. In amtlichen Schriftstücken hießen sie die “Alte Quelle” und die “Neue Quelle”. Erst später taufte man sie offiziell um in die längst geläufigen Namen, die ihnen Gäste verliehen hatten. Inzwischen feiert Bad Kissingen alljährlich ein rauschendes Fest zu Ehren der Rakoczy-Quelle: das Rakoczy-Fest ist für die Kissinger so wichtig wie Weihnachten oder Neujahr. Dann treffen sie sich in ihrer Heimat, egal, wo auf der Welt sie leben.

 

 

  • Der Arkadenbau – ein Geheimtipp

Ein echtes Schmuckstück unter den Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten ist der Arkadenbau. Allerdings sind die schönen Säle und der Innenhof des Gebäudes nur auf einer kulinarischen Führung mit Hermann Laudensack zugänglich. Sonst sind sie für die Öffentlichkeit geschlossen und nur bei Konzerten zugänglich. Wir hatten das Glück, bei unserem Besuch in Bad Kissingen an einer solchen Führung teilzunehmen. Wir treffen Sternekoch Hermann Laudensack in seinem Hotel, Laudensacks Parkhotel* in der Kurhausstraße 28 in Bad Kissingen.

 

 

Dort erwartet uns eine köstliche Vorspeise des Sternekochs. Danach folgen wir seiner historischen Führung durch Bad Kissingen, die er mit viel Witz präsentiert. Der interessanteste Teil der Führung ist der Gang durch die Säle und den Innenhof des Arkadenbaus. In den Fotos bekommst Du einen Einblick, wie prachtvoll diese sind. Die Säle dienen als Konzert- und Veranstaltungsorte bei den zahlreichen Events in der Stadt.

 

Regentenbau
Regentenbau

 

Vorbei am Regentenbau führt uns der Weg in die Altstadt von Bad Kissingen. Die Gebietsvinothek KissVino ist einen Besuch wert. Dort werden die Weine der nördlichsten Weinorte im Fränkischen Weinland ausgeschenkt. Bad Kissingen ist zwar selbst keine Weinstadt, liegt aber nur wenige Kilometer entfernt von diesen Weinregionen. Auf unserer kulinarischen Stadtführung machen wir Rast in Schubert’s Weinstube, der ältesten Weinstube in Bad Kissingen. Zur Stärkung gibt’s “Saure Zipfel”, eine fränkische Spezialität (sauer angemachte Bratwürste im Essigsud mit Gemüse).

 

KissVino
KissVino

 

  • Der Rosengarten

Zurück geht’s über den Rosengarten Bad Kissingen. Dabei handelt es sich um einen Park in den Saale-Auen. Wie wir auf unserer Stadtführung mit Josef Kiesel erfahren, ist dieser Teil der Stadt Überschwemmungsgebiet. Immer wieder tritt die fränkische Saale über die Ufer. Bis vor wenigen Jahren kam es im Verlauf der Jahrhunderte dort zu Überschwemmungen, die auch die Innenstadt Bad Kissingens unter Wasser setzten. Erst seit man  Hochwasserschutzwände einrichtete, ist die Überschwemmungsgefahr für die Stadt reduziert worden. Der Rosengarten jedoch ist und bleibt Überschwemmungsgebiet. Auf unserem Stadtrundgang zeigt er sich jedoch von seiner schönsten Seite. Noch immer blühen die Rosen im Park. Abends finden Beamer-Shows an den Wasserfällen statt, die diese in bunten Farben aufleuchten lassen.

 

 

  • Das Casino von Bad Kissingen

In einem Flügel des ehemaligen Luitpoldbads befindet sich die Spielbank Bad Kissingens. Hier kannst Du nach einem genussvollen Tag Dein Glück versuchen. Wir schenken uns das und gehen lieber weiter in den angrenzenden Luitpoldpark.

 

Das Casino in Bad Kissingen
Das Casino, eine der Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten

 

  • Stille im Luitpoldpark genießen

Der Park befindet sich gleich hinter dem Casino. Hier finden wir einen Ort der Entspannung und Stille. Abseits vom Trubel im Zentrum spazieren wir durch den herbstlichen Park. Die Besucher des Parks scheinen sich einig zu sein, dass hier vor allem Stille herrschen soll. Denn auf unserem Weg lauschen wir dem Gesang der Vögel und dem Wind, der durch die Laubbäume weht. Im Klanggarten (Karte) mischen sich unter das Gezwitscher der Vögel sphärische Musikklänge, die einen einladen, sich auf einen der Stühle zu setzen und zu entspannen.

Nur wenige Schritte davon entfernt befindet sich das Barfußlabyrinth, in dem Du Gras, Kies, Rindenmulch, Moos und mehr mit bloßen Füßen spüren kannst. Wenn Du lieber Sebastian Kneipps Wasser-Rituale ausprobieren willst, geht das in der nahe gelegenen mediterranen Kneipplandschaft, die mich mit ihren Palmen und Topfpflanzen an einen italienischen Park erinnert.

 

 

  • Die KissSalis Therme

Außerhalb des Zentrums liegt die neueste Errungenschaft Bad Kissingens: die KissSalis Therme. Wir verbringen an unserem Genuss Wochenende einen halben Nachmittag im Bad Kissingen Schwimmbad. Auch die Bad Kissingen Therme wird gespeist von einer der Heilquellen. Hier liefert der 20,2° warme Schönbornsprudel das Wasser. Dieses wird in der Therme erwärmt auf 32° bis 38° und sorgt für pures Wohlbefinden. Da uns im Erlebnisbereich der Therme zu viel Trubel ist, suchen wir uns einen der Ruhebereiche und entspannen nach einem Bad in der Intensivsole. Im Wellnessbereich gönnen wir uns eine Kürbiskern Rückenmassage für Zwei und beschließen unseren Aufenthalt mit einem Essen im Thermen-Restaurant.

 

Das brauchst Du für einen Thermenbesuch

 

 

 

 



Reiseorganisation

Anreise

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Frankfurt oder Nürnberg. Möglich ist die Anreise außerdem per Bahn oder Fernbus (nach Würzburg).

Mietwagen:

Günstige Mietwagen –  hier buchen!*

Unterkünfte:

Wir haben übernachtet im Hotel Fontana*. Dort haben wir uns sehr wohl gefühlt. Das Hotel liegt sehr günstig. Von dort sind fast alle genannten Sehenswürdigkeiten leicht zu Fuß zu erreichen. Suche hier nach anderen Unterkünften in Bad Kissingen*

Stadtführungen:

Die kulinarische Stadtführung mit Hermann Laudensack und die hochinteressante Themenführung über die Rolle des Wassers in Bad Kissingen mit Josef Kiesel kannst Du beim Bayer. Staatsbad Bad Kissingen buchen: gaestefuehrung@badkissingen.de


 

 

Quelle für Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns beim Bayer. Staatsbad Bad Kissingen für die Einladung zu dieser individuellen Recherchereise. Unsere Meinung über die Bad Kissingen Sehenswürdigkeiten bleibt davon unbeeinflusst.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline. Die Fotos veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der KissSalis Therme.

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Monika und Petar Fuchs in Graz

Monika Fuchs und Petar Fuchs sind die Herausgeber des Slow Travel und Genuss Reiseblogs TravelWorldOnline Traveller. Sie veröffentlichen dieses Blog seit 2005.

Ihre Themen sind

Monika Fuchs ist Autorin und Fotografin des Blogs und schreibt als freie Journalistin für DIE ZEIT Online und Reisemagazine wie 360° Kanada, 360° USA, touristik aktuell, etc. Außerdem verfasst sie Reiseführer über Destinationen und Genuss Reiseziele in aller Welt. Petar Fuchs produziert die Videos auf diesem Blog sowie auf YouTube.

Weitere Informationen über Monika und Petar Fuchs.

8 Responses

  1. Anita Janesch
    | Antworten

    Wenn ich mir euren Beitrag und die Bilder so ansehe, erinnert mich dieser Ort total an Bad Ischl in Oberösterreich. Das versprüht ein ähnliches Flair. Euer Bericht hier ist toll. Ihr gebt euch so viel Mühe mit den Videos und den detaillierten Informationen. Ihr seid einfach spitze! Hut ab!
    LG Anita

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Anita,

      das glaube ich gerne. Bad Ischl steht schon lange auf unserer To-Do-Liste. Mal sehen, ob es im nächsten Jahr klappt. Freut mich, wenn Dir unsere Berichte gefallen.

      Liebe Grüße,
      Monika

  2. Kathi
    | Antworten

    Dass ich in Bad Kissingen war ist schon wirklich lange her. Das letzte Mal als Kind. Wirklich viel behalten habe ich von unseren Besuchen aber nicht. Dabei scheint es doch ein wirklich schöner Ort zu sein.
    Mich fasziniert vor allen Dingen der Arkadenbau. Um den zu sehen, würde ich sogar an einer solchen Führung teilnehmen. Danke für den Tipp!

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Kathi,

      es lohnt sich auf jeden Fall. Der Arkadenbau ist wirklich sehenswert.

      Liebe Grüße,
      Monika

  3. Tanja
    | Antworten

    Zu Bad Kissingen ist mir erst einmal nicht so viel eingefallen. Sicherlich sind solche Bad- und Kurorte mit ganz viel Vorurteilen behaftet. Euer Bericht zeigt aber, es lohnt sich auf alle Fälle, ein zweites Mal hinzuschauen.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Tanja,

      Du hast Recht. Solchen Badeorten haftet der Nimbus des Nostalgischen an. Trotzdem sollte man sich dadurch nicht von einem Besuch abhalten lassen. Gerade in diesen Orten gibt’s viel zu entdecken. Bad Kissingen hat uns angenehm überrascht.

      Liebe Grüße,
      Monika

  4. Simone
    | Antworten

    Liebe Monika,
    Danke dass du mein Vorurteil wegräumst, dass Kurorte ein wenig angestaubt sind. Ich bin begeistert und fasziniert wie schön Bad Kissingen ist! Die alten Gebäude würde ich auch mit einer Stadtführung entdecken wollen, auch der Barfusspfad hört sich super an! Eine moderne Therme rundet das Programm ab. Hört sich nach einem perfekten Plan für ein Runterkomm-Wochenende an, danke für die Inspiration!
    Vg Simone

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Simone,

      Bad Kissingen bietet viel für ein Entspannungs-Wochenende. Neben gutem Essen gibt’s dort viel Kultur und natürlich viel, was mit den Heilwässern zu tun hat. Am meisten haben uns jedoch die tollen Bauten beeindruckt.

      Viele Grüße,
      Monika

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